Durchblick Philosophie

By Florian Kraemer

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Category: Philosophy

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Description

Dieser Podcast gibt eine Übersicht über die grundlegenden Fragestellungen und Denkmodelle der Philosophie. Er folgt in etwa dem Lehrplan der gymn. Oberstufe in NRW und wendet sich an Alle, die sich für Philosophie interessieren.

Episode Date
51 Tierethik ¬– der lange Abschied vom Steak
00:25:58

Ethik bedeutet für Peter Singer, dass gleiche Interessen auch gleiches Gewicht haben müssen. Wenn das stimmt, dann ist unsere Fleischproduktion ein massives Unrecht: Tiere wollen genauso wenig gequält werden wie wir. Wenn wir ihre Interessen einfach übersehen, sind wir: „Speziesisten“. Was es damit auf sich hat, erkläre ich in dieser Episode zur angewandten Ethik.

Als Gegenposition ziehen wir Immanuel Kant heran. Seine Ethik räumt Tieren tendenziell deutlich weniger Rechte ein als Menschen.

Literatur:

Peter Singer, Praktische Ethik (Reclams Universal-Bibliothek)

Peter Singer, Animal Liberation. Befreiung der Tiere

Carl Cohen, "Warum Tiere keine Rechte haben", in: Ursula Wolf, Texte zur Tierethik

Norbert Hoerster, Haben Tiere eine Würde?

Jul 20, 2022
50 Peter Singer - Personen und das Recht auf Leben
00:18:32

Auf der Welt gibt es ziemlich viele lebendige Wesen – anscheinend haben aber nicht alle dasselbe Recht auf ihr Leben. Pflanzen haben vermutlich ziemlich wenig solcher Rechte, erwachsene Menschen dagegen ziemlich viele. Aber was ist mit Tieren, mit menschlichen Embryonen und so weiter? Wer hat wieviel Recht auf Leben und warum überhaupt? 

Um solche Fragen geht es in Peter Singers Buch Praktische Ethik. In dieser Episode stelle ich seinen Personen-Begriff vor, der zentrale Bedeutung für Singers Ethik hat. Gleichzeitig schlage ich damit die Brücke von der allgemeinen Ethik (Episoden #29–49) in die angewandte Ethik.

Literatur:

Peter Singer, Praktische Ethik (Reclams Universal-Bibliothek)

Jun 26, 2022
49: Allgemeine Ethik – eine viel zu kurze Zusammenfassung
00:24:36

In dieser Episode fasse ich die letzten 20 Einheiten zur Ethik zusammen und gehe abschließend nochmals auf Stärken und Schwächen aller behandelten Positionen ein: Kulturrelativismus, Aristoteles, Bentham, Kant, Schopenhauer.

Literatur:

Michael Quante, Einführung in die allgemeine Ethik

May 06, 2022
48 Eine Runde Mitleid: Exkurs zur Ethik Arthur Schopenhauers
00:24:08

Im Zentrum von Arthur Schopenhauers Ethik steht ein Gefühl: Das Mitleid. Über die Theorie der Moral zu fachsimpeln ist Schopenhauer zu wenig: Wir müssen Menschen auch dazu kriegen, moralisch zu handeln. Und das, sagt er, funktioniert nur über Gefühle. 

In dieser Episode skizziere ich kurz, was mit „Mitleid“ gemeint ist und diskutiere Vorteile und Nachteile dieser Ethik.

Literatur:

Arthur Schopenhauer, Die beiden Grundprobleme der Ethik: Über die Freiheit des menschlichen Willens: Kleinere Schriften II

Apr 11, 2022
47 Wieviel Menschenwürde darf’s denn sein? Kants Menschheitszweckformel in der Kritik
00:28:41

Immanuel Kants Begründung für die Menschenwürde hat gleich zwei Vorteile: Sie ist philosophisch genau durchdacht und macht gleichzeitig ziemlich konkrete Vorgaben für die Praxis. Wenn sie wirklich funktioniert, dann ermöglicht sie uns ein Leben in Frieden und Freiheit.

Aber wie weit trägt dieses Konzept eigentlich? Haben überhaupt genügend Leute Würde, wenn wir Kant folgen? Oder vielleicht sogar zu viele?

(CN Gewalt) In dieser Episode diskutiere ich unter anderem den Fall „Jakob von Metzler“ von 2002: Durfte die Polizei einem Menschen Folter androhen, um ein Menschenleben zu retten? Der Fall geht unter die Haut – und verlangt uns ethisch wirklich alles ab.

Literatur:

Immanuel Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (Suhrkamp Studienbibliothek)

[Film:] Der Fall Jakob von Metzler

Ferdinand v. Schirach, Die Würde ist antastbar

Alice Lasters, Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten

Mar 25, 2022
46 Kants Ethik 7: Herleitung der Menschenwürde aus dem kategorischen Imperativ
00:26:30

Es gibt ein paar „rote Linien“, die sich viele für die Ethik wünschen – zum Beispiel die „Menschenwürde“. Wir dürfen Menschen anscheinend nicht wie Sachen behandeln. Das wäre „entwürdigend“, oder auch: „menschen-verachtend“. 

Aber warum? Was genau ist die Menschenwürde und, vor allem: Wie kann man sie begründen? Dazu hat Immanuel Kant einiges zu sagen. Eine Version des kategorischen Imperativs ist die „Menschheitszweckformel“, die ich in der heutigen Episode erkläre.

Kants Texte sind hier sehr dicht und anspruchsvoll – aber mit dem Vorwissen aus den letzten Episoden lassen sie sich auf jeden Fall entschlüsseln.

Literatur:

Immanuel Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (Suhrkamp Studienbibliothek)

Doku: "Europas dreckige Ernte" (BR)

Mar 03, 2022
45 Kants Ethik 6: Chancen und Probleme (Besuch von der Gestapo)
00:25:42

Klare Regeln für alle: Das verspricht der kategorische Imperativ. In dieser Episode beleuchte ich Kants Ethik nochmals kritisch von mehreren Seiten. Welche unserer Erwartungen an Ethik erfüllt sie? Und wo stecken Probleme? 

Literatur:

Immanuel Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (Suhrkamp Studienbibliothek)

Jan 28, 2022
44 Kants Ethik 5: Anwendung des kategorischen Imperativs
00:26:37

„Handle so, dass du wollen kannst, dass die Maxime deines Handelns als allgemeines Gesetz gelte.“ Das ist Immanuel Kants Weltformel für die Ethik, der berühmte kategorische Imperativ. Aber angenommen, das stimmt: Was heißt das überhaupt? Wie treffe ich mit dieser Regel konkrete moralische Entscheidungen? 

Das zeige ich in dieser Episode anhand von Kants eigenen Beispielen. Dabei lernen wir zwei Arten von Pflichten kennen: vollkommene und unvollkommene. 

Literatur:

Immanuel Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (Suhrkamp Studienbibliothek)

Jan 08, 2022
20 Kompatibilismus: Peter Bieri, "Das Handwerk der Freiheit"
00:23:40

Für den schweizer Philosophen Peter Bieri beruht das Argument gegen die Willensfreiheit aus Folge #18 auf einem Missverständnis. Frei zu entscheiden heißt eben nicht, dass Entscheidungen aus dem Nichts herausspringen. Es hat aber sehr viel mit unseren Urteilen zu tun.  

Stimmt das? Was genau erleben wir eigentlich wirklich, wenn wir eine Entscheidung treffen, die sich „frei“ anfühlt? Darum geht es in der heutigen Episode, in der ich einige Grundgedanken aus dem Buch Das Handwerk der Freiheitvorstelle. Wenn Bieri Recht hat, dann ist Freiheit nämlich etwas, das man regelrecht lernen und üben kann.

Literatur:

Peter Bieri, Das Handwerk der Freiheit: Über die Entdeckung des eigenen Willens

Jan 01, 2022
43 Kants Ethik 4: Herleitung des kategorischen Imperativs aus einer Tüte Gummibärchen
00:20:49

Der kategorische Imperativ ist Kants Antwort auf die Frage, wann eine Handlung moralisch richtig ist: „Handle so, dass du wollen kannst, dass die Maxime deines Handelns als allgemeines Gesetz gelte.“

Aber was genau heißt das überhaupt und wie begründet Kant diese Formel? Darum geht es in der heutigen Episode. Außerdem gibt es Gummibärchen.

Literatur:

Immanuel Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (Suhrkamp Studienbibliothek)

Dec 27, 2021
42 Kants Ethik 3: Pflicht und Neigung
00:24:05

In der vergangenen Episode hat Kant uns erklärt, dass nur unsere Absichten moralisch entscheidend sind: Eine Handlung ist gut, wenn der Wille gut ist. Wann aber ist ein Wille „gut“? Darum geht es in der heutigen Episode. Für Kant gibt es nur zwei Dinge, die unseren Willen bestimmen können: Pflicht und Neigung. In diese Unterscheidung führe ich mithilfe von Kants eigenen Beispielen ein.  

Literatur:

Immanuel Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (Suhrkamp Studienbibliothek)

Dec 09, 2021
41 Kants Ethik 2: Batman und der gute Wille
00:22:46

Was ist eine absolut sichere Grundlage der Moral? Immanuel Kant behauptet: Es zählt der „gute Wille“. Nur die Absichten können eine Handlung gut machen. Und alles andere – Charaktereigenschaften, Glück oder die Konsequenzen unserer Handlungen – sind nur „eingeschränkt“ gut. Und zwar eingeschränkt durch den Willen, der jeweils dahinter steht. 

In dieser Episode schlagen wir uns Stück für Stück durch Kants Text-Dickicht und entdecken dabei seine Abrechnung mit Aristoteles und Bentham. Und um alles etwas anschaulicher zu machen, ist dieses Mal Batman zu Gast.

Literatur:

Immanuel Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (Suhrkamp Studienbibliothek)

Nov 20, 2021
40 Kants Ethik 1: Einführung
00:21:03

Immanuel Kant war ein bedeutender Vordenker der Aufklärung. Die Aufklärung wollte die Welt durch Vernunft besser machen – und das ist auch Kants Programm für die Ethik. Am Ende muss Moral für ihn auf logischem Denken, auf „absoluter Notwendigkeit“ aufbauen.   

In dieser Episode erkläre ich, warum Kants Texte so notorisch schwierig sind und warum wir sie trotzdem lesen sollten. Zuletzt gebe ich einen kurzen Gesamtüberblick über seine Argumentation, als Hilfestellung für die nächsten Episoden.

Literatur:

Immanuel Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (Suhrkamp Studienbibliothek)

Immanuel Kant, Was ist Aufklärung?: Ausgewählte Kleine Schriften (Philosophische Bibliothek 512)

Nov 10, 2021
39 Exkurs zur Begründung des Nutzenkalküls und zu John Stuart Mill: Utilitarismus 4
00:27:18

Glück und Schmerzen zusammenzählen – so einfach stellt sich der Utilitarismus die Ethik vor. Aber ist das wirklich so einleuchtend? In dieser Episode gehe ich der Frage nach, wie gut die Argumente sind, die den Utilitarismus begründen sollen. 

Außerdem lernen wir John Stuart Mill kennen, der versucht hat, Benthams Modell weiterzuentwickeln. Laut Mill kommt es nicht nur auf die Menge, sondern auch auf die Qualität des Glücks an. Ich skizziere Mills Grundideen und die Grenzen seines Versuchs. 

Literatur:

Peter Singer, Praktische Ethik (Reclams Universal-Bibliothek)

John Stuart Mill, Utilitarianism /Der Utilitarismus (Reclams Universal-Bibliothek)

Oct 24, 2021
38 Stärken und Schwächen von Benthams Ethik: Utilitarismus 3
00:28:19

Die utilitaristische Ethik hat viele Stärken: Sie kann auf Anhieb überzeugen, klingt fair und hat auf alles eine Antwort. Aber wo Licht ist, ist immer auch Schatten. In dieser Episode diskutiere ich neben den Vorteilen von Benthams Nutzenkalkül (vgl. Episode #36) auch einige Einwände und Schwierigkeiten dieser Ethik. 

Oct 19, 2021
37 Peter Singer und das Kind im Teich - Utilitarismus 2
00:24:44

Für 500–1.000 € könnten wir ein Leben in einem Entwicklungsland retten. Wenn wir mit dem Geld stattdessen etwas anderes tun – sind wir dann irgendwie für den Tod eines Menschen verantwortlich? 

 Im utilitaristischen Denkmodell (vgl. letzte Episode) ist das tatsächlich so. Denn in dieser Logik sind wir für das, was wir nicht tun, genauso verantwortlich wie für das, was wir tun. Diesen (ziemlich unangenehmen) Gedanken hat Peter Singer in seinem Buch „Leben retten“ ausgebreitet. In dieser Episode stelle ich ihn vor.

Literatur:

Peter Singer, Leben retten.: Wie sich Armut abschaffen lässt - und warum wir es nicht tun.

Peter Singer, Praktische Ethik (Reclams Universal-Bibliothek)

Oct 19, 2021
36 Ethik als Bilanzrechnung: Utilitarismus 1 (Bentham)
00:21:18

Moralisch handeln heißt: Rücksicht nehmen. Dazu müssen wir Leid und Freude aller Betroffenen zusammenzählen. Das war jedenfalls die Idee von Jeremy Bentham, der den sog. Utilitarismus begründet hat, eine der wichtigsten Ethiken der Neuzeit. Der Utilitarismus hat auf alles eine Antwort, weil sich alles irgendwie berechnen lässt. 

Wie das in etwa funktioniert, erkläre ich in dieser Episode, die gleichzeitig eine mehrteilige Serie über den Utilitarismus einleitet. 

Oct 19, 2021
35 Harte Weichenstellung: Die ethische Dilemmamethode
00:21:41

Das Gleisarbeiterproblem ist ein richtiger Klassiker und Dauerbrenner in der Ethik. Dürfen wir einen Menschen „opfern“, um fünf zu retten? Dieser (konstruierte!) Fall kann einen ganz schön ins Schwitzen bringen. Verschiedene Überzeugungen, die wir haben – „Intuitionen“ heißen sie in der Philosophie – stehen hier nämlich quer gegeneinander. 

 In dieser Episode betrachten wir kurz das Szenario selbst, interessieren uns aber vor allem dafür, was ein „Dilemma“ ist und was es in der Ethik bringen soll, sich damit zu beschäftigen. 

Oct 19, 2021
34 Aristoteles: Ethik für Handwerker
00:28:21

Richtig Handeln heißt für Aristoteles: angemessen Handeln. Es geht darum, das richtige „Maß“ zu finden, das immer zwischen zwei (falschen) Extremen liegt. Warum das so ist und wie das in etwa funktionieren soll, erkläre ich in dieser Episode. 

Literatur:

Aristoteles, Nikomachische Ethik

Otfried Höffe, Aristoteles (Beck Paperback 535)

Oct 19, 2021
33 Toleranz als Eigentor: Argumente gegen den Kulturrelativismus
00:20:27

Leben und leben lassen, Toleranz für alle. Das war, stark vereinfacht, das Motto des Kulturrelativismus in der letzten Episode und es klang erst mal sehr modern, aufgeklärt und vielleicht auch bequem. Aber geht das auf?  

In dieser Episode führe ich eine lange Liste an Einwänden gegen den Kulturrelativismus auf. Er ist in Wahrheit ziemlich unpraktisch, gar nicht so tolerant wie er klingt – und er widerspricht sich vor allem selbst. 

Oct 19, 2021
32 Amoralismus und Relativismus
00:25:38

Ethik ist ein harter Job. Andern „vorschreiben“, was richtig und falsch ist – wer will das schon? In der heutigen Episode betrachten wir zwei ethische Positionen, die definitiv keine endgültigen Antworten liefern wollen. 

Der Amoralismus betrachtet Moral „von außen“ von der Warte des unbeteiligten Zuschauers. Und er behauptet, dass wir eben kein richtiges Argument haben, warum es Moral überhaupt geben sollte. Der Relativismus dagegen nimmt zwar an, dass es moralisches „richtig“ und „falsch“ gibt, bestreitet aber, dass dieselbe Moral universell gilt, also für alle Menschen. Wir untersuchen den Kulturrelativismus, der behauptet, dass alle lediglich der Moral ihrer eigenen Kultur folgen sollten.

Oct 19, 2021
31 Ethik (Einführung 3/3): Gesetz versus Ethik versus Religion
00:24:14

In der Ethik geht es darum zu begründen, was wir tun sollen. Diese Frage stellen sich aber nicht nur Philosophinnen, sondern auch das Gesetz. Und auch in den Religionen geht es darum, wie Menschen sich verhalten sollten. Ist das alles auch Ethik? 

 

In dieser Episode versuche ich, Ethik vom staatlichen Recht und Gesetz abzugrenzen und zeige, wie schwierig es ist, Moral durch Glauben zu begründen.

Oct 19, 2021
30 Ethik (Einführung 2/3): naturalistischer und genetischer Fehlschluss
00:26:52

In der letzten Episode ging es darum, wie man ethisch argumentiert. Heute geht es dagegen darum, wie man es besser NICHT macht: Ich erkläre den naturalistischen und den genetischen Fehlschluss. Beides sind beliebte und häufige Fehler in der Alltagsethik, mit ein wenig ethischem Hintergrundwissen sind sie aber leicht zu vermeiden.

Oct 19, 2021
29 Ethik (Einführung 1/3): Normen, Werte, Bananenschalen
00:25:36

Mit dieser Episode beginnt meine ­– voraussichtlich etwas längere – Einheit über Ethik. Ethik ist die Lehre von der Begründung moralischer Ansprüche. Es reicht nicht nur, irgendwelche moralischen Forderungen aufzustellen, sondern wir müssen auch logisch nachvollziehbare Gründe dafür aufstellen. 

 

In dieser Episode zeige ich kurz, wie das in etwa funktioniert und stelle dazu die Methoden „Praktischer Syllogismus“ und „Toulmin-Schema“ vor. Anschließend gebe ich einen Überblick über besonders einflussreiche Ansätze der Ethik und den weiteren Aufbau dieser Reihe.

Oct 19, 2021
28 Karl Marx: Arbeit, Selbstverwirklichung, Entfremdung
00:26:59

Wohin gehört Arbeit eigentlich auf der Skala zwischen Glück und Unglück? Für Marx ist Arbeit das, was den Menschen überhaupt zum Menschen macht. Und in der Praxis ist sie genau das, was sein Glück verhindert. In dieser Episode befassen wir uns mit der tiefen Tragik, die für Marx hinter dem Begriff „Arbeit“ steckt – aber auch mit einigen Lichtblicken. 

Literatur:

Karl Marx, Ökonomisch-Philosophische Manuskripte: Kommentar (Suhrkamp Studienbibliothek, 15)

Michael Quante, Der unversöhnte Marx: Die Welt in Aufruhr

Oct 19, 2021
27 Stoizismus: Gelassenheit macht frei
00:27:32

Unglücklich werden wir, wenn die Welt nicht funktioniert, wie wir uns das wünschen – wenn unsere Erwartungen enttäuscht werden. Der sogenannte Stoizismus schlägt vor: Wenn du die Welt schon nicht ändern kannst, dann ändere deine Erwartungen. Arbeite an dir selbst und ertrage den Rest geduldig, denn alles kommt, wie es kommen muss. 

Ob so eine Einstellung uns heute wirklich weiterbringt und wie das überhaupt funktionieren soll, das ergründe ich in dieser Episode. Und heute geht es ausnahmsweise (!) auch kurz um Corona.

Literatur:

Anna Schriefl, Stoische Philosophie: Eine Einführung (Reclams Universal-Bibliothek)

Wolfgang Weinkauf (Hrsg.), Die Philosophie der Stoa: Ausgewählte Texte (Reclams Universal-Bibliothek)

Oct 19, 2021
26 Aristoteles: Denken macht glücklich
00:23:55

Wenn wir fragen, wann ein Leben gelungen ist, müssen wir erst mal klären, worum es im menschlichen Leben im großen und ganzen geht: Was ist das besondere am Menschen? 

 

Diesen Ansatz hat Aristoteles verfolgt, Platons berühmtester Schüler (der auch in den Abiturvorgaben NRW manchmal zu Gast ist). Für ihn sollte ein Leben der Vernunft folgen. Was das in etwa bedeutet und ob diese Idee uns weiterbringt: Darum geht es in der heutigen Episode 

Oct 19, 2021
25 Platon 2/2: Leben im Einklang / Dreiklang
00:22:12

Für Platon ist ein Leben gerecht, wenn die Teile der Seele in der richtigen Ordnung zueinander stehen. Diese Idee wird in der heutigen Episode in zwei Bilder verpackt: Musik und Medizin. 

 

Im Anschluss betrachten wir Platons Konzept nochmal kurz im Gesamtbild und stellen - wie üblich - ein paar kritische Fragen.

Oct 19, 2021
24 Platon 1/2: Ein aufgeräumtes Leben
00:23:03

Für Platon ist ein Leben dann gelungen, wenn es Gerechtigkeit verkörpert. Ein interessanter, aber schwieriger Gedanke: Wie kann es innerhalb eines einzigen Menschen „Gerechtigkeit“ geben?

 

Diese Episode stellt Platons zentrale Idee vor: Er entdeckt im menschlichen Selbst („Seele“) drei verschiedene Teile, die gegen- oder miteinander spielen können. Die Frage lautet dann: Wie gut sind diese Teile in deinem Leben ausbalanciert?

Oct 19, 2021
23 Epikur: Der schwierige, einfache Weg zum Glück
00:24:32

Für Epikur geht es im Leben darum zu tun, worauf man „Lust“ hat. So einfach ist das – fast! 


Dazu gehört nämlich jede Menge rationale Überlegung. Und ein kritischer Blick auf unsere Bedürfnisse. Je weniger Bedürfnisse wir haben, desto einfacher wird die Sache mit dem Glück. So einfach ist das – und gleichzeitig so schwierig.

Oct 19, 2021
22 Glück (Einführung): Willkommen in der Erlebnismaschine
00:21:40

 Was ist ein gelungenes Leben? Für die Philosophie der Antike war diese Frage von zentraler Bedeutung. In der Moderne ist es dagegen etwas aus der Mode gekommen, Anderen zu erklären, wie sie ihr Leben führen sollen. 

 

In dieser Episode führe ich ins Thema „Glück“ ein und zeige, dass es vielleicht nicht unmöglich ist, eine sinnvolle, rationale Diskussion darüber zu führen, was ein „gutes“ Leben ist. Und als Gedankenexperiment machen wir Urlaub in Robert Nozicks „Erlebnismaschine“, bekannt aus dem Science-Fiction-Klassiker „Total Recall“.

Oct 19, 2021
06 Was ist eine „richtige“ Frau? Das Geschlechterverhältnis nach Simone de Beauvoir
00:22:22

Zum Abschluss des Themenblocks „Natur und Kultur“ geht es um ein konkretes Beispiel: die Einteilung der Menschen in Männlein und Weiblein. Wer macht diese Einteilung und was macht sie mit uns? 


Wir fragen nochmals kurz Dawkins und Gehlen. Anschließend wenden wir uns Simone de Beauvoirs existenzialistischer Antwort zu, die erklärt, warum die Frau in der Vergangenheit immer das untergeordnete, „das Andere Geschlecht“ gewesen ist.

Dec 26, 2020
05 Zur Freiheit verurteilt - Jean-Paul Sartre, Existenzialismus
00:17:21

Sartre lehnt alle Festlegungen darauf, was „der“ Mensch „eigentlich“ ist, ab. Aus seiner Sicht kann das niemand wirklich definieren, nicht einmal Gott (!). Natur, Kultur: Alles das ist für ihn „Essenzialismus“. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Der Mensch existiert zuerst und muss dann selbst festlegen, was er eigentlich sein will. Ganz schön viel verlangt?

Dec 26, 2020
04 Der Mensch, unangepasst und überfordert - Arnold Gehlens Kulturanthropologie
00:21:28

Arnold Gehlen beschreibt den Menschen als reines Kulturwesen: Der Mensch passt nirgendwohin und ist mit allem überfordert, sogar mit sich selbst. Zu seinem Glück kann er sich aber in der Kultursphäre breit machen, einer „zweiten Natur“. 

Dec 26, 2020
03 Der Mensch als Überlebensmaschine: Richard Dawkins, „Das egoistische Gen“
00:20:15

Was kommt eigentlich heraus, wenn man den Menschen als reines Naturwesen beschreiben will, als Produkt der Evolution? Anhand dieser Frage geht es um den Beststeller des Biologen Richard Dawkins – aus einer philosophischen Perspektive gelesen.

Dec 26, 2020
02 Natur und Kultur (Einführung) - Zu Besuch bei Tarzan
00:15:52

Einführung in den ersten Themenblock :  „Natur“ und „Kultur“ sind zwei grundlegende Deutungsmuster der Anthropologie, der Frage nach dem Wesen des Menschen. Wer „macht“ den Menschen zum Menschen? Allein biologische Gesetze (Natur)? Oder machen die Menschen das mit sich selbst (Kultur)? Vielleicht sogar jeder Einzelne selbst (Existenzialismus)?

Dec 26, 2020
01 Kant und die Yetis, oder: Was ist Philosophie?
00:16:53

Was ist eigentlich Philosophie? Wer braucht sowas? – Eine kleine Vorstellung des Fachs, seiner Fragestellungen und Methoden. 


Außerdem: Eine Übersicht zu den Themen dieses Podcasts, entlang den Abitur-Vorgaben NRW

Dec 26, 2020
21 Strafrecht, Determinismus und Verantwortung
00:19:52

Können wir noch verantwortlich gemacht werden für unsere Entscheidungen, wenn diese in Wahrheit vorherbestimmt werden? Wenn wir gar nicht anders entscheiden können – sollten wir dann noch für Verbrechen bestraft werden? Wäre das sinnvoll? Und wäre das fair? Um diese Fragen geht es – in aller Kürze – in der heutigen Episode, mit der ich die Einheit „Willensfreiheit“ abschließe.

Nov 22, 2020
19 Der Indeterminimsus als Rettungsversuch für den freien Willen
00:22:36

Wenn alles vorherbestimmt ist und der freie Wille etwas nicht-Vorherbestimmtes wäre, dann könnte es ihn nicht geben. Soweit das Ergebnis der letzten Episode. 

Aber vielleicht ist ja gar nicht alles vorherbestimmt. Das ist die Annahme des Indeterminismus – ein Ausweg für den freien Willen? In der heutigen Episode spiele ich einige Ideen durch, die vielleicht gegen den Determinismus sprechen. Ob sich damit der freie Wille retten lässt, ist allerdings nochmal eine ganz andere Frage...

Literatur:

Peter Bieri, Das Handwerk der Freiheit: Über die Entdeckung des eigenen Willens

Oct 06, 2020
18 Schachmatt für die Willensfreiheit? Determinismus und Inkompatibilismus
00:21:25

In dieser Episode stelle ich das klassische Argument gegen die Willensfreiheit vor. Der Philosoph Arthur Schopenhauer hat es im 19. Jahrhundert ganz gut verständlich formuliert: Einerseits ist alles, was wir erleben, durch Ursachen bestimmt (Determinismus). Andererseits wäre der „freie“ Wille etwas, das nicht vorherbestimmt ist (Inkompatibilismus). Beides zusammen, sagt Schopenhauer, können wir nicht haben. 

Sep 22, 2020
17 Willensfreiheit: Wo ist das Problem?
00:24:05

Willensfreiheit ist ein heiß umstrittenes Thema in der Philosophie. Warum eigentlich? 

 

In dieser Episode zeige ich, was alles von der Frage nach der Freiheit des Willens abhängt. Auf den ersten Blick geht es um (fast) alles: um Identität, Beziehung, ein geregeltes Zusammenleben und vielleicht sogar den Sinn des Lebens. Das alles könnte auf dem Spiel stehen.

 

Außerdem werfen wir einen kritischen Seitenblick auf die sog. Libet-Experimente. Widerlegt die Hirnforschung die Willensfreiheit?

Sep 09, 2020
16 Freiheit (Einführung): Handlungs- und Willensfreiheit
00:19:22

Sind wir „frei“? Das ist in eine in der Philosophie besonders beliebte Frage. Damit verbindet sich natürlich sofort die Frage, was „Freiheit“ überhaupt bedeutet.

 

In dieser Episode führe ich in den dritten Themenblock dieses Podcasts ein und erkläre zunächst die grundlegende Unterscheidung zwischen Handlungs- und Willensfreiheit. Spoiler: Willensfreiheit ist der vielleicht der interessantere Begriff – er ist aber auch viel schwieriger zu definieren.

Aug 26, 2020
15 Baum ohne Zuschauer: Berkeley, Immaterialismus
00:19:27

Der Philosoph George Berkeley (1685–1753) vertrat eine weitere Lösung des Leib-Seele-Problems: Er behauptete, dass nur der Geist „wirklich“ ist, nicht der Körper oder die Materie. Alles Materielle lässt sich zurückführen auf Geistiges. 

 

Diese Idee klingt zunächst etwas merkwürdig, folgt aber direkt aus seinen Überlegungen zur Erkenntnistheorie. In dieser Episode spiele ich Berkeleys Ansatz kurz durch.

Aug 11, 2020
14 Auswege aus dem Bewusstseins-Problem: Thomas Nagel versus Thomas Metzinger
00:26:33

Die Diskussion, ob wir rein materielle Wesen sind, ist natürlich nicht bei Descartes und La Mettrie stehen geblieben. In dieser Episode thematisiere ich zwei aktuelle Positionen aus der Debatte. 

 

Thomas Nagel vertritt den Eigenschaftsdualismus. Er bestreitet den materialistischen Reduktionismus. Trotzdem existiert ihm zufolge nur eine Substanz, die Materie, die aber grundverschiedene Arten von Eigenschaften hat.   

 

Eine Gegenposition vertritt Thomas Metzinger in seinem Buch „Der Ego-Tunnel“.  Dort entwickelt er eine systematische Beschreibung des Bewusstseins aus materialistischer Perspektive. Das „Selbst“ ist ihm zufolge eine komplexe Simulation, die sich im Bewusstsein in mehreren Stufen vollzieht.

Jul 21, 2020
13 Empfindsame Terminatoren und philosophische Zombies: Das Problem des Bewusstseins
00:22:59

In dieser Episode vertiefe ich das Bewusstseinsproblem aus der letzten Folge anhand von zwei Beispielen aus dem Kino. 

 

Erstens: Terminatoren. Haben sie ein Schmerz-Empfinden? Können sie sich die Außenwelt „vorstellen“? Oder reagieren sie nur darauf? Zweitens stelle ich kurz David Chalmers' berühmtes Zombie-Argument vor, das den materialistischen Reduktionismus widerlegen soll.

Jul 08, 2020
12 Rätselhafte Schokolade: Grenzen des Materialismus
00:23:05

Eine zentrale Herausforderung für den Materialismus besteht in der Frage, ob Geistiges wirklich auf Materielles zurückgeführt werden kann. Thomas Nagel, ein entschiedener Kritiker dieser Auffassung, hat die These vertreten, dass man „von außen“ niemals das erfassen kann, was in einem Bewusstsein „von innen“ vorgeht. 

 

Besonders bekannt ist in diesem Zusammenhang Frank Jacksons Gedankenexperiment „Marys Zimmer“ – wobei die Philosophie inzwischen gar nicht mehr sicher ist, was genau dieses Experiment eigentlich zeigt...

Jun 24, 2020
11 Das materialistische Menschenbild nach La Mettrie
00:17:56

Der französische Arzt und Philosoph Julien Offray de La Mettrie lebte in einer Zeit der großen wissenschaftlichen Entdeckungen: Der gesamte Kosmos, so schien es seit Newton, lässt sich allein durch Gesetze von Materie und Bewegung erklären – also auch der Mensch. Alles, was wir „Seele“ nennen, will der Materialist re-duzieren (das heißt: zurück-führen) auf Körperliches, also Materie. 

 

Wie das funktionieren soll und was für den Materialismus spricht, skizziere ich in dieser Episode.

Jun 10, 2020
10 Descartes zwischen den Stühlen: Schwierigkeiten des Dualismus
00:14:59

Zu den zentralen Schwierigkeiten des Leib-Seele-Dualismus gehört die Frage, wie Geistiges und Materielles zusammenhängen können, wenn beides doch angeblich verschiedene Substanzen sind. 


In dieser Episode geht es um einige der zentralen Einwände gegen Descartes. Es stellt sich heraus: die Sache mit der „Existenz“ des Denkens ist geradezu deprimierend kompliziert...

May 28, 2020
09 Träumende Schmetterlinge - Dualismus nach Descartes
00:19:13

Der französische Philosoph René Descartes (1596–1650) war der Auffassung, dass Körper und Seele grundverschieden sind, zwei vollkommen unterschiedliche „Substanzen“. Diese Episode stellt zwei seiner Argumente vor. 

May 13, 2020
08 Wer ist dieser "Ich" überhaupt? Köper und Seele, Einführung
00:15:24

Aus Märchen und Fantasy kennen wir Personen, die in einen anderen Körper schlüpfen. Angenommen, das ginge: Wäre ich dann noch ich? Bin ich also jemand anders als mein Körper? 

 

Diese Episode bildet einen Einstieg in ein neues Thema zwischen Anthropologie und Metaphysik. Ich diskutiere einige Grundbegriffe und zeige, warum diese Frage überhaupt wichtig sein könnte.

Apr 29, 2020
07 Wer hat Angst vorm „Gender-Wahn“? Exkurs zu Judith Butler
00:21:44

Können wir die Rolle als Frau oder Mann wirklich abstreifen? Diese Frage blieb in der letzten Episode offen – und sie ist ein Ausgangspunkt für Judith Butler, eine der bekanntesten (und umstrittensten!) Theoretikerinnen der aktuellen Gendertheorie. 


In dieser Episode stelle ich ihre Position vor und gehe der Frage nach, warum der Begriff „Gender“ eigentlich so ein Aufreger-Thema ist. 

Apr 15, 2020