OK, America?

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Category: Politics

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 Nov 6, 2020

Description

Das transatlantische Bündnis steckt in der Krise. Donald Trumps Präsidentschaft hat Spuren hinterlassen. Das Coronavirus verheert die USA. Und Demokraten und Republikaner sind zerstritten wie noch nie. Klaus Brinkbäumer und Rieke Havertz lieben die USA, obwohl sie manchmal an ihnen verzweifeln. Klaus Brinkbäumer ist Programmdirektor des Mitteldeutschen Rundfunks in Leipzig. Er war Chefredakteur des "Spiegel" und berichtete für DIE ZEIT und ZEIT ONLINE aus den USA. Rieke Havertz ist Usa-Korrespondentin von ZEIT ONLINE. Sie reist regelmäßig für Recherchen in die USA. In diesem Podcast sprechen sie über aktuelle Debatten aus den USA und den Wahlkampf 2020. Aber auch über Burger und Basketball, über das Silicon Valley und den Supreme Court, über Drogen und TV. Denn um US-Politik zu verstehen, muss man die Amerikaner verstehen – mit ihren Leidenschaften, Nöten und Eigenarten. Dieser Podcast wird produziert von Pool Artists.

Episode Date
Der Angriff auf Frauenrechte war erst der Anfang
3410
"We won't go back." Kein Zurück. So sehen es die Tausenden Demonstranten, die in den Vereinigten Staaten auf die Straßen gehen und gegen das Urteil des Supreme Court demonstrieren, das Frauen das Recht auf den Zugang zu einem sicheren und legalen Schwangerschaftsabbruch verwehrt. Doch die Realität ist: Mit diesem Urteil zwingen die Richterinnen und Richter die Gesellschaft im Land zu einem dramatischen Rückschritt. Und das, obwohl eine Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger für das grundsätzliche Recht von Frauen auf einen Abbruch eintritt. Der oberste Gerichtshof ist konservativer als die amerikanische Gesellschaft im Jahr 2022, es ist ein Bruch, der das Land über Jahre, eventuell gar Jahrzehnte prägen wird. Warum dieses Urteil nicht nur Folgen für Millionen von Frauen im Land hat, welche Entscheidungen das Gericht als Nächstes revidieren könnte und warum dieser Erfolg von Erzkonservativen und der religiösen Rechten seit Jahrzehnten vorbereitet wurde, diskutieren wir im Podcast. Außerdem: ein weiteres Urteil des Supreme Court zum Waffenrecht im Land und ein Blick auf den G7-Gipfel. Und im Get-out: Die vierte Staffel der dänischen Serie "Borgen", eine Leseempfehlung über die letzten Stunden einer Klinik für Frauen in Houston aus dem "New Yorker" sowie Shania Twain und Harry Styles auf dem Coachella-Festival. Der Podcast erscheint alle zwei Wochen donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Jun 29, 2022
Und was, wenn Donald Trump ewig bleibt?
4604
Sarah Palin steht vor ihrem Comeback. Die ehemalige Gouverneurin von Alaska und Vizepräsidentschaftskandidatin von John McCain könnte im Sommer die Nachfolge für den verstorbenen Abgeordneten Don Young im Repräsentantenhaus übernehmen. Ihre Kandidatur in der "Special Election" wird von Donald Trump unterstützt. Der Ex-Präsident versucht bei den Vorwahlen zu den Kongresswahlen im November alles, um seine Kandidatinnen und Kandidaten innerhalb der Partei zum Erfolg zu verhelfen. Ob es ihm gelingt? Und welchen Einfluss haben die öffentlichen Anhörungen zum Sturm aufs Kapitol auf die Zukunft Trumps? Diese Fragen beantworten wir in dem Mitschnitt der Livefolge unseres transatlantischen Podcasts, aufgenommen beim großen Podcastfestival von ZEIT ONLINE am 11. Juni in Berlin. Außerdem sprechen wir mit Hörerinnen und Hörern über die Frage, ob ein Mehrparteiensystem in den Vereinigten Staaten denkbar ist, was passieren würde, sollte Trump zurückkehren und das Weiße Haus nicht mehr verlassen wollen, und welche großen Schriftstellerinnen und Schriftsteller in diesen Zeiten dem Land besonders fehlen. Und im "Get-out": Zwei Reiserouten inklusive Musiktipps von Hank Williams und Angel Olsen – einmal von Ost nach West, einmal von Montana gen Norden. Außerdem zwei Trips für die Wunschliste. Der Podcast erscheint alle zwei Wochen donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Jun 16, 2022
Der Zustand Amerikas in zehn Erzählungen
3980
US-Präsident Joe Biden sagte bei einer Pressekonferenz mit dem japanischen Regierungschef Fumio Kishida in Tokio in dieser Woche, dass die USA Taiwan im Falle eines Angriffs verteidigen würden – auch militärisch. Sein Verkehrsminister Pete Buttigieg spricht während eines Deutschland-Besuchs über die Ukraine-Politik seiner Regierung und erklärt, warum er glaubt, dass dieses Thema Demokraten und Republikaner näher zusammengebracht hat. Der Autor J. D. Vance hat sich von einem Trump-Verächter in einen Trump-Jünger verwandelt und könnte bei den Kongresswahlen im November für Ohio in den US-Senat einziehen. Seine Themen und Rhetorik hat er perfekt vom ehemaligen US-Präsidenten kopiert. In Buffalo und in einer Kleinstadt in Texas kommt es zu tödlicher Waffengewalt. In Texas sterben 19 Kinder und zwei Erwachsene. Der 18-jährige weiße Täter in Buffalo fuhr mehr als 300 Kilometer, um an einen Ort zu gelangen, wo er möglichst viele Schwarze töten konnte. Er erschoss zehn Menschen. Rassismus und Waffengewalt sind der Horror, den das Land nicht zu beenden vermag. Im US-Podcast sprechen wir über diese und andere Geschichten, kleine und große, die zusammen ein Bild vom Zustand der USA sechs Monate vor den Midterms im November zeichnen. Und im "Get-out": Roger Angells Bücher "This Old Man: All in Pieces" und "The Summer Game" sowie die finale Staffel der US-Serie "This Is Us". Der Podcast erscheint alle zwei Wochen donnerstags, aufgrund des großen ZEIT ONLINE Podcast-Festivals ausnahmsweise erst in drei Wochen am 14. Juni. Wir werden dort mit einem "ask us anything" vertreten sein. Wenn Sie eine Frage zu den USA haben, schicken Sie sie uns gern an okamerica@zeit.de. Für den Livestream des Festivals am 11. Juni in Berlin können Sie sich unter www.zeit.de/podcastfestival anmelden. Unter allen Anmeldungen werden auch noch Tickets für die ausverkaufte Veranstaltung verlost. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
May 26, 2022
Der Verrat an Amerikas Frauen
3503
"Ich bin wütend, aber entschlossen. Ich habe eine Welt erlebt, in der Schwangerschaftsabbrüche illegal sind." Die Stimme der demokratischen Senatorin Elizabeth Warren überschlägt sich fast, als sie mit einer Gruppe von Protestierenden vor dem Supreme Court in Washington, D. C., steht und ihre kämpferische Rede hält. Seit ein Dokument des obersten Gerichtshofs der USA über das Magazin "Politico" an die Öffentlichkeit gelangt ist, herrscht Aufregung in den Vereinigten Staaten. "Von Anfang an ungeheuerlich falsch" sei das Urteil des obersten Gerichtshofs 1973 im Fall Roe v. Wade gewesen, schreibt der konservative Richter Samuel Alito in einem Entwurf der Mehrheitsmeinung, die im Juni Realität werden könnte. Roe v. Wade ist das Grundsatzurteil von 1973, das Frauen im Land das Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch bis zur zwölften Woche uneingeschränkt und bis zur 24. Woche mit Einschränkungen einräumt. Laut dem Dokument würden die neun Richterinnen und Richter dieses Urteil kippen und damit die gesellschaftlichen Fundamente der USA nachhaltig verändern. Viele Bundesstaaten haben schon Gesetzentwürfe für extrem restriktive Gesetze beschlossen, die in Kraft treten würden, sobald das Urteil des Supreme Court fällt. In Texas gilt mit dem sogenannten Herzschlaggesetz schon seit dem vergangenen Jahr ein Gesetz, das Frauen einen Abbruch nach der sechsten Schwangerschaftswoche verbietet – und auch keine Ausnahmen bei Fällen von Vergewaltigung zulässt. Es geht zentral um die Frage, ob das Gericht eine Entscheidung trifft, die eine Mehrheit der US-Bürgerinnen und -Bürger ablehnt. Aber es geht auch um den Supreme Court an sich, um das geleakte Dokument, das die Integrität des obersten Gerichtshofs angreift und in den 232 Jahren seiner Existenz beispiellos ist. Warum Frauenrechte in die Fünfzigerjahre zurückgeworfen werden könnten, warum das auch Implikationen für andere gesellschaftliche Gruppen hat und was das für Demokraten und Republikaner vor den Kongresswahlen im November bedeutet, diskutieren wir im US-Podcast. Und im "Get-out": Margaret Atwoods "The Handmaid's Tale" in der von Schauspielerin Claire Danes gelesenen Audioversion, ein Interview mit der Feministin Gloria Steinem bei NPR und John Olivers Monolog zum Thema Roe v. Wade in der aktuellen Folge von "Last Week Tonight with John Oliver". Der Podcast erscheint alle zwei Wochen donnerstags. Wer diesen und viele andere Podcasts live erleben will, kann sich hier (https://www.zeit.de/podcastfestival) für den Livestream des großen ZEIT ONLINE Podcast-Festivals am 11. Juni in Berlin anmelden. Unter allen Anmeldungen werden auch noch Tickets für die ausverkaufte Veranstaltung verlost. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
May 12, 2022
Don Donald
3653
"David Perdue hat Gouverneur Brian Kemp als RINO entlarvt ... Es hat gezeigt, wie wichtig es für die MAGA-Wähler ist, Perdue zu unterstützen ... David Perdue … ist der einzige Republikaner, der Stacey 'The Hoax' Abrams schlagen kann." Auszüge aus E-Mails von Donald Trump, die in diesen Tagen wieder häufiger in den Postfächern seiner Anhänger auftauchen. RINO, "Republican In Name Only"; MAGA, "Make America Great Again". Der Ex-Präsident der USA nutzt alte Schlagworte, um im Wahlkampf seiner Partei vor den Midterms im November den Königsmacher zu spielen. Per E-Mail oder Interviews verteilt er seine Unterstützung an die Kandidatinnen und Kandidaten, die ihm passen. Von seinem Resort Mar-a-Lago in Florida aus regiert er und verbreitet weiter seine Lüge von der gestohlenen Wahl. Und diejenigen, die hoffen, in diesem Jahr gewählt oder wiedergewählt zu werden, wiederholen diese Lügen, weil sie darauf hoffen, dass es ihnen bei Trumps Anhängern Sympathien einbringt. So sieht der Wahlkampf 2022 für einen Großteil der Republikaner aus. Doch Parteizugehörigkeit ist für Trump dabei nebensächlich. Ohne Rücksicht geht es auch gegen die eigene Partei, nur "seine" Kandidaten sollen gewinnen. Brian Kemp, den er in einer seiner Mails beschimpft, ist Republikaner. Doch Trumps Ziel ist es, entscheidende Posten in den Bundesstaaten – von Gouverneuren über Senatoren bis zu Abgeordneten – mit seinen Leuten zu besetzen. Ob dem Ex-Präsidenten das wirklich gelingen kann, welche Strategien er dabei verfolgt, warum das auch für die Präsidentschaftswahl 2024 wichtig ist und wie seine Partei dazu steht, diskutieren wir im US-Podcast. Außerdem: die veröffentlichten Mitschnitte von Telefonkonferenzen, die Kevin McCarthy, Minderheitenführer der Republikaner im Repräsentantenhaus, in Bedrängnis bringen. Und ein Blick auf die aktuelle Position der US-Regierung in Bezug auf den Ukraine-Krieg und den Besuch von Verteidigungsminister Austin Lloyd und Außenminister Antony Blinken in Kiew. Und im "Get-out": die Recherche "The Former Chancellor Who Became Putin's Man in Germany" von Katrin Bennhold, Berlin-Korrespondentin der "New York Times", über Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder und die neue Netflix-Dokumentation mit Barack Obama, "Our Great Nationalparks". Der Podcast erscheint alle zwei Wochen donnerstags, die nächste Folge am 12. Mai. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Apr 28, 2022
232 Jahre, 115 Ernennungen, die erste schwarze Frau am Supreme Court
3707
Es war ein historischer Moment, als US-Vizepräsidentin Kamala Harris im Senat das Abstimmungsergebnis verkündete: Mit 53 zu 47 Stimmen war Ketanji Brown Jackson als erste schwarze Frau als Richterin für den Supreme Court bestätigt worden. "Es hat 232 Jahre und 115 Ernennungen gedauert, bis eine schwarze Frau in den obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten gewählt wurde. Aber wir haben es geschafft. Wir haben es geschafft, wir alle", sagte Brown Jackson einen Tag später im Garten des Weißen Hauses. Im Herbst wird sie den liberalen Richter Stephen Breyer ersetzen, der Ende Februar seinen Rückzug von seinem Amt, das auf Lebenszeit vergeben wird, angekündigt hatte. Nur so hatte US-Präsident Joe Biden die Chance, das Richteramt noch vor den anstehenden Zwischenwahlen, bei denen sich die Mehrheiten wieder verändern könnten, neu zu besetzen. An den Mehrheitsverhältnissen am Supreme Court ändert Browns Besetzung jedoch nichts, sechs Richterinnen und Richter gelten als konservativ, drei als liberal. Wer die Juristin ist und was KBJ, wie Brown Jackson schon in Anlehnung an die verstorbene Richterin Ruth Bader Ginsburg – RBG – genannt wird, trotzdem bewegen könnte, diskutieren wir im US-Podcast. Außerdem blicken wir auf die aktuelle Position der USA in Bezug auf den Krieg in der Ukraine und die US-amerikanische Debatte über die Haltung der deutschen Regierung. Und zur beginnenden Reisezeit ein paar Tipps quer durch die USA, von Maine über Michigan bis Seattle. Und im "Get-out": der "Fiction Podcast" vom "The New Yorker", aktuell mit "Where I'm Calling From" von Raymond Carver, und die Neunzigerjahre-Romcom "Schlaflos in Seattle". Der Podcast erscheint alle zwei Wochen donnerstags, die nächste Folge am 28. April. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Apr 14, 2022
Um Gottes Willen – dieser eine Satz von Joe Biden
3616
"Ich möchte klarstellen, dass ich weder damals noch heute einen Politikwechsel anstrebe. Ich habe die moralische Empörung zum Ausdruck gebracht, die ich empfinde, und ich entschuldige mich nicht dafür." Das sagte US-Präsident Joe Biden, als er zu Beginn der Woche gefragt wurde, ob er diesen einen Satz, der am Wochenende in Minuten um die Welt gegangen war, bereuen würde. Zum Abschluss seiner Europareise hatte Biden in Warschau auf einer Bühne gestanden und als er schon fast am Ende seiner Rede angekommen war, über Russlands Präsidenten Wladimir Putin gesagt: "Um Gottes willen, dieser Mann darf nicht an der Macht bleiben." Er nimmt ihn also nicht zurück, diesen Satz, doch die Folgen könnten spürbar sein für die Verhandlungen über einen Frieden in der Ukraine und den weiteren Umgang mit Putin und Russland. Darüber sprechen wir im transatlantischen Podcast. Und außerdem: Im US-Bundesstaat Florida hat der republikanische Gouverneur Ron DeSantis ein umstrittenes Bildungsgesetz unterzeichnet. Das "Parental-Rights-in-Education"-Gesetz wird von Kritikern als "Don't-Say-Gay"-Gesetz bezeichnet. Es verbietet den lehrplanmäßigen Unterricht über sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität bei Kindern vom Kindergarten bis zur dritten Klasse. Auch gegenüber älteren Kindern und Jugendlichen sollen Lehrer nicht in einer "dem Alter von Schülern unangemessenen Art" über diese Themen sprechen. Die Republikaner wollen, so sagen sie, Kinder auf diese Weise vor Themen schützen, die sie nicht verarbeiten könnten – und die Rechte von Eltern stärken. Diese können Schulen nämlich jetzt auch verklagen, wenn aus ihrer Sicht gegen das neue Gesetz, das zum 1. Juli in Kraft treten soll, verstoßen wird. Gegner des Gesetzes sagen, dass die Ausblendung der LGBTQ-Gemeinschaft aus dem Unterricht impliziere, dass die Schüler sich schämen oder ihre Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung unterdrücken sollten. Biden nannte das Gesetz "hasserfüllt". Und im Get-out: "Der Pate" von Francis Ford Coppola mit Al Pacino und Marlon Brando feiert Geburtstag und der US-Sender PBS hat Zusammenschnitte von der Senatsanhörung der Kandidatin für den Supreme Court, Ketanji Brown Jackson, unter anderem auch die Befragung von Ted Cruz. Der Podcast erscheint alle zwei Wochen donnerstags, die nächste Folge in der Osterwoche. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Mar 31, 2022
Der ferne, nahe Krieg
3700
"Putin dachte, er könnte in die Ukraine einfallen und die Welt würde sich überschlagen. Stattdessen traf er auf eine Mauer der Stärke, die er sich nie hätte vorstellen können. Er traf auf das ukrainische Volk." Die Rede zur Lage der Nation, die US-Präsident Joe Biden vor dem versammelten Kongress gehalten hat, war in vielerlei Hinsicht erstaunlich. Denn sie begann mit Außenpolitik, mit dem Krieg in der Ukraine, mit der Weltkrise. Eigentlich spricht ein amerikanischer Präsident in seiner State of the Union vor allem über seine innenpolitische Agenda. Doch Biden hat als Präsident im Konflikt mit Russlands Präsident Wladimir Putin alte westliche Bündnisse neu gestärkt und bestärkt und muss diesen Krieg in den Fokus seiner Politik stellen, auch wenn es innenpolitische Risiken bedeutet. Denn wie solidarisch sind die USA mit der Ukraine und einem für sie fernen Krieg, wenn die Folge in der Heimat noch weiter steigende Benzinpreise sind, die Inflation anhält und womöglich Hackerangriffe drohen? Darüber sprechen wir im US-Podcast und bewerten Bidens Rede zur Lage der Nation. Außerdem: Als Bundeskanzler Olaf Scholz vor dem Ausbruch des Krieges nach Washington D.C. reiste, war die Stimmung angespannt. Zwar betonten Scholz und Biden das Vertrauen in die transatlantische Partnerschaft, aber die Irritationen aufseiten der USA über Deutschlands Verhalten in der Debatte um Nord Stream 2 waren deutlich. Das ist auch ein Grund, warum die Zeitenwende in der deutschen Außenpolitik, die Scholz mit seiner Rede vor dem Bundestag nach dem Kriegsbeginn ankündigte, auch im politischen Washington genau wahrgenommen wird. Als Vizebundeskanzler und Wirtschaftsminister Robert Habeck vergangene Woche in die USA reiste, war die Stimmung eine andere, es war fast ein roter Teppich, der da für ihn ausgerollt wurde. Finanzministerin Janet Yellen, der nationale Sicherheitsberater Jack Sullivan, der Klima-Sonderbeauftragte John Kerry, Energieministerin Jennifer Granholm und spontan auch noch Außenminister Antony Blinken: Sie alle empfingen Habeck. Dank und Anerkennung für die neue Leadershiprolle der Deutschen sei nun zu hören, heißt es während des Habeck-Besuchs aus Regierungskreisen. Was auch die vielen offenen Türen erklärt. Ein Austausch auf Augenhöhe im Angesicht einer Krise, die der Westen nur gemeinsam bewältigen kann. Verändert das die transatlantische Beziehung nachhaltig? Und im "Get-out": die Serie "Diener des Volkes" mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und die US-Schriftstellerin und Bürgerrechtlerin Maya Angelou und ihr Buch "I Know Why The Caged Bird Sings". Dieser Podcast erscheint aufgrund der aktuellen Lage bereits mittwochs, normalerweise erscheint er alle zwei Wochen donnerstags, die nächste Folge am 24. März. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Mar 09, 2022
Joe Bidens Krisenstrategie
3300
"Wer in Gottes Namen glaubt, dass Putin das Recht hat, neue sogenannte Länder auf dem Territorium seiner Nachbarn auszurufen? Dies ist ein eklatanter Verstoß gegen das Völkerrecht." US-Präsident Joe Biden wurde deutlich, nachdem der russische Präsident Wladimir Putin die prorussischen Separatistengebiete Luhansk und Donezk in der Ukraine als unabhängige "Volksrepubliken" anerkannt und Truppen in die Region entsendet hat. Die USA sowie Europa haben mit Sanktionen auf die Eskalation reagiert und Biden kündigte weitere Schritte an, sollte Putin weitere Aggressionen zeigen. Der US-Präsident sprach erneut von dem "hohen Preis", den Russland zahlen müsste. Doch ist nach diesem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine, wie Biden es am Dienstag nannte, überhaupt noch eine diplomatische Lösung denkbar? Seit Wochen hat der Präsident vor einem möglichen Angriff auf die Ukraine gewarnt, die Vereinigten Staaten waren überraschend transparent mit ihren Informationen – und Biden aggressiv in seiner Rhetorik. Was die aktuelle Entwicklung für das Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und Russland bedeutet, wie gut Joe Bidens diplomatische Strategie und wie komplex die innenpolitische Debatte über die künftige US-amerikanische Außenpolitik ist, diskutieren wir im US-Podcast. Und im "Get-out": die neue Staffel der Serie "The Marvelous Mrs. Maisel" und das neue Album "Covers" der US-amerikanischen Sängerin Cat Powers. Der Podcast erscheint alle zwei Wochen donnerstags, die nächste Folge ausnahmsweise erst am 18. März. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de. Anmerkung der Redaktion: Wir haben diesen Podcast vor den aktuellen Entwicklungen in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag aufgenommen. Wir veröffentlichen ihn dennoch, denn viele der Analysen in Bezug auf die inneramerikanische Debatte und das transatlantische Verhältnis haben auch weiterhin Gültigkeit.
Feb 24, 2022
Die verbotenen Bücher
3993
Und dann kam der Moment, als sich Bundeskanzler Olaf Scholz während der gemeinsamen Pressekonferenz mit US-Präsident Joe Biden im Weißen Haus in Washington, D. C. an die US-amerikanischen Zuschauerinnen und Zuschauer richtete. Auf Englisch sagte er: "Es ist nun eine gute Idee, unseren amerikanischen Freunden zu sagen: Wir werden uns einig sein, wir werden gemeinsam handeln und wir werden alle notwendigen Schritte unternehmen. Und alle notwendigen Schritte werden von uns allen gemeinsam unternommen." Diese Betonung der Einigkeit war wichtig für ein transatlantisches Verhältnis, das unter Biden wieder deutlich besser geworden ist, das aber in den vergangenen Wochen angespannt schien. Denn aus der US-amerikanischen Perspektive schien nicht mehr sicher, wie sehr man sich auf Deutschland in der Krise mit Russland verlassen könne. Der Antrittsbesuch von Scholz war so mehr als ein übliches Treffen. Über den Stand des transatlantischen Verhältnisses nach dem Gespräch zwischen dem deutschen Kanzler und dem US-Präsidenten sprechen wir im US-Podcast. Außerdem: An US-amerikanischen Schulen überall im Land wird ein Kampf darüber geführt, wer bestimmt, was unterrichtet und was gelesen wird. Im McMinn County im US-Bundesstaat Tennessee hat ein School Board entschieden, die Graphic Novel "Maus" des New Yorker Autors Art Spiegelman zu verbieten. In dem Buch beschreibt Spiegelman die Erfahrungen seiner Eltern in Auschwitz und den Suizid seiner Mutter. Nazis werden darin als Katzen, jüdische Menschen als Mäuse dargestellt, Polen als Schweine. Spiegelman schrieb 13 Jahre daran, es wurde 1992 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Ein Buch in einem Bezirk könnte als eine unglückliche Episode abgetan werden, doch in den USA wird immer wieder darüber diskutiert, welche Bücher an Schulen gelesen werden sollten – und welche nicht. Darunter sind Klassiker wie Margaret Atwoods "Der Report der Magd" oder auch Ta-Nehisi Coates' "Zwischen mir und der Welt". Darüber hinaus gibt es in diversen Bundesstaaten Gesetzesinitiativen und bereits verabschiedete Gesetze, die "erzieherische Maulkorberlasse und zensorische gesetzgeberische Maßnahmen gegen Bildungseinrichtungen" sind, wie es die Vereinigung Pen America formuliert. Wie es zu diesem Kultur- und Identitätskampf um die Köpfe der Kinder kam und welche Auswirkungen er hat, diskutieren wir im Podcast. Und im "Get-out": die norwegische Dramaserie "Atlantic Crossing" und die Gespräche von Oprah Winfrey mit der Schriftstellerin und Bürgerrechtlerin Maya Angelou in Winfreys Podcast "Oprah's Super Soul Conversations". Der Podcast erscheint alle zwei Wochen donnerstags, die nächste Folge am 24. Februar. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Feb 10, 2022
Joe Biden versus Wladimir Putin
4046
Einen "Störer" sieht Joe Biden in Russland, nicht viel mehr. So formulierte es der US-Präsident zu Beginn seiner Präsidentschaft vor einem Jahr und machte deutlich, dass er Russland in seiner Außenpolitik nicht prioritär sieht. In den Wettbewerb um die globale Vormachtstellung ist Biden mit China eingetreten, Russland wird in den Vereinigten Staaten nicht mehr auf dieser Ebene wahrgenommen. Doch der "Störer" Wladimir Putin beschäftigt Biden immer wieder. In dem sich zuspitzenden Ukraine-Konflikt stehen sich die beiden Präsidenten nun erneut gegenüber. Biden hat 8.500 US-Soldaten in den Vereinigten Staaten in erhöhte Bereitschaft versetzt, sein Außenminister Antony Blinken reist durch Europa, um die Position der Vereinigten Staaten zu verdeutlichen: Dialog und Diplomatie – oder Konflikt und Konsequenzen. Was aber will Putin? Gemeinsam mit Europa und den Nato-Verbündeten drohen die USA mit harschen Konsequenzen, sollte Putin den Konflikt eskalieren lassen. Wie das Verhältnis zwischen Biden und Putin ist, warum diese Krise für Biden auch innenpolitisch ein Problem ist und über die Beziehung der beiden Nationen während des Kalten Kriegs diskutieren wir im US-Podcast. Außerdem: Seit einem Jahr ist Biden im Weißen Haus, seine Umfragewerte sind schlecht, die Bilanz durchwachsen. Wie kam es nach seinem starken Start zum Einbruch und wie kann es weitergehen in seiner Präsidentschaft? Und im Get-out: der Netflix-Film "The Power of The Dog" und Mikrofon-Patzer von Joe Biden und George W. Bush Der Podcast erscheint alle zwei Wochen donnerstags, die nächste Folge am 10. Februar. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Jan 27, 2022
Droht ein zweiter Civil War?
4117
Mehr als ein Jahr nach der Präsidentschaftswahl glauben laut einer aktuellen Umfrage der "Washington Post" lediglich 21 Prozent der Republikaner in den USA, dass die Wahl von Joe Biden legitim war. Und in einer weiteren Umfrage der Zeitung sind 40 Prozent der konservativen und 41 Prozent der unabhängigen Wählerinnen und Wähler der Ansicht, dass Gewalt gegen die Regierung gerechtfertigt sein kann. Und das ein Jahr nach dem Sturm auf das Kapitol. Vergangene Woche erinnerten die demokratischen Politikerinnen und Politiker an den gewalttätigen Angriff eines wütenden Mobs auf das Symbol der US-amerikanischen Demokratie. Die Republikaner blieben dem Gedenken bis auf Liz Cheney und ihren Vater Dick Cheney fern. Die USA stellen sich im Jahr 2022 die Frage, ob die Demokratie das alles aushält und ob ein zweiter Bürgerkrieg im Land tatsächlich vorstellbar ist. Im US-Podcast diskutieren wir darüber, ob die Sorge vor einem erneuten American Civil War übertriebene Hysterie oder berechtigte Sorge ist, sprechen über den Civil War und wie es 1861 zu dem Krieg kam und blicken zudem auf die politischen und gesellschaftlichen Ebenen, die sich im Land seit dem Sturm auf das Kapitol verändert haben. Außerdem zu Gast: unsere Kollegin Samiha Shafy, die dabei war, als Außenministerin Annalena Baerbock in der vergangenen Woche bei einem ersten Kurzbesuch in Washington D. C. ihren Amtskollegen Anthony Blinken traf. Und im Get-out: die ARD-Dokumentation "Sturm aufs Kapitol" und der siebenteilige Abo-Podcast von ZEIT ONLINE "Die Patrioten". Der Podcast erscheint alle zwei Wochen donnerstags, die nächste Folge am 27. Januar. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Jan 13, 2022
"Trump hetzt Mob auf", "Derek Chauvin schuldig" – der Jahresrückblick
4278
Als Joe Biden und Kamala Harris am 20. Januar vor dem Kapitol in Washington, D.C. ihren Amtseid ablegten, wütete Donald Trump noch immer über die aus seiner Sicht gestohlene Wahl, die "big lie". Die große Lüge ist jedoch nicht die angeblich manipulierte Präsidentschaftswahl, sondern Trumps Erzählung darüber. Die hat der ehemalige US-Präsident auch fast ein Jahr später nicht aufgegeben und damit den politischen Diskurs im Jahr 2020 in Amerika weiter geprägt. Biden versucht im Weißen Haus als Präsident eine andere Rhetorik. Nach einem ambitionierten Start musste seine Amtszeit in den ersten Monaten jedoch auch schon mit einigen Krisen umgehen: An der Grenze zu Mexiko im Süden des Landes versuchen so viele Menschen wie seit Jahren nicht mehr, in die Vereinigten Staaten zu gelangen. Auch die Pandemie konnte Biden trotz der verfügbaren Impfstoffe noch nicht hinter sich lassen. Und außenpolitisch geriet der Abzug der Truppen aus Afghanistan zum Desaster. In Minneapolis riefen Menschen im April "History, Baby!", nachdem der Polizist Derek Chauvin schuldig gesprochen worden war, den Schwarzen George Floyd getötet zu haben. Vor dem Supreme Court demonstrieren Frauen für und gegen das Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch, die Richterinnen und Richter könnten ein Grundsatzurteil des Landes fundamental neu bewerten. In der letzten Folge des Jahres blicken wir im US-Podcast zurück auf die prägenden Momente in den Vereinigten Staaten 2021 und vergeben Preise: von der Lüge des Jahres, den Männern und Frauen des Jahres (Margaret Carters Geschichte können Sie hier lesen: https://www.zeit.de/kultur/2021-06/portland-usa-black-lives-matter-nach-protest), dem Buch des Jahres bis hin zum Hoffnungsmoment des Jahres. Und im Get Out: Jay-Z und Alicia Keys huldigen New York und das Musikprogramm der Washington National Cathedral. Der Podcast erscheint alle zwei Wochen donnerstags, die nächste Folge am 13. Januar. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Dec 23, 2021
Die Krisen der Madam Vice President
3564
"We did it. We did it, Joe!" Das rief Kamala Harris ins Telefon, als sie während einer Joggingrunde im vergangenen Jahr die Nachricht erhielt, dass Joe Biden die Präsidentschaftswahl gewonnen hatte. Von dieser Euphorie ist ein Jahr später bei der US-Vizepräsidentin derzeit nicht mehr so viel zu spüren. Medien berichten über ein angespanntes Verhältnis zwischen Harris und dem Präsidenten und darüber hinaus von Problemen innerhalb des Mitarbeiterstabs, mangelnder Professionalität und schlechter Stimmung. Zusätzlich kümmert sich Harris politisch um die schwierigen Themen Einwanderungspolitik und Wahlrechte. Schwierig, weil es in beiden Bereichen keine leichten und schnellen Erfolge für die Vizepräsidentin gibt. Ob und wie Harris aus dieser für sie schwierigen Phase herausfinden kann, diskutieren wir im US-Podcast. Außerdem sprechen wir über die Cuomo-Brüder, einst gefeierte, nun gefallene Helden. Andrew Cuomo, ehemaliger Gouverneur von New York, musste schon im August zurücktreten, nachdem mehrere Frauen ihm sexuelle Belästigung vorgeworfen hatten. Nun ist auch sein jüngerer Bruder Chris Cuomo über diesen Skandal gestürzt. Der Journalist verlor seinen Job beim Nachrichtensender CNN, weil er journalistisch-ethische Grundlagen verletzt hat in dem Versuch, seinen Bruder im Umgang mit den Anschuldigungen gegen ihn zu beraten. Und auch gegen Chris Cuomo gibt es Vorwürfe der sexuellen Belästigung. Und im Get-out: der Film "Don't Look Up" und das National Museum of African American History & Culture mit der umfassenden und lehrreichen Website unter anderem mit Blog-Posts für einen virtuellen Rundgang durch die Geschichte. Der Podcast erscheint alle zwei Wochen donnerstags, die nächste Folge, der große Jahresrückblick, bereits am 23. Dezember. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Dec 16, 2021
Amerikas rassistische Justiz?
3908
Kyle Rittenhouse war 17, als er im vergangenen Sommer nach Kenosha im US-Bundesstaat Wisconsin fuhr, um, wie er sagt, das Eigentum anderer vor Plünderungen während der Antirassismusproteste schützen wollte. Mit dabei hatte er ein AR-15, ein halbautomatisches Sturmgewehr. Mit diesem erschoss er am 25. August 2020 zwei unbewaffnete weiße Männer, ​​Joseph Rosenbaum, 36, und Anthony Huber, 26, und verletzte einen weiteren bewaffneten weißen Mann, Gaige Grosskreutz. Mehr als ein Jahr später wurde Kyle Rittenhouse von zwölf Geschworenen freigesprochen. Sie folgten der Argumentation von Rittenhouses Verteidigern, dass seine Tat Selbstverteidigung gewesen sei. Während viele in Amerika diesem Freispruch mit Unverständnis und Wut begegneten, wurde das Urteil sowie Rittenhouse von anderen gefeiert, inklusive Ex-Präsident Donald Trump, der Rittenhouse nach dem Freispruch in Florida empfing. In einem Interview mit Fox News sagte Rittenhouse unter anderem, er sei nicht gegen die Black-Lives-Matter-Bewegung, aber er sei dagegen, dass amerikanische Städte angezündet werden. Nur wenige Tage nach dem Fall Rittenhouse entschied eine Jury im US-Bundesstaat Georgia, drei Männer des Mordes schuldig zu sprechen, die im vergangenen Jahr den schwarzen Ahmaud Arbery erschossen hatten, der durch ihre Nachbarschaft gejoggt war. Im US-Podcast diskutieren wir über die zwei Prozesse, die das Land bewegt haben und so unterschiedliche Enden gefunden haben. Außerdem blicken wir auf die Geschichte der rassistischen Gewalt in Amerika, vom Lynchmord an Emmitt Till 1955 bis zum Charleston Church Shooting 2015. Und im Get-out: Das Interview mit Kevin Strickland im "The Kansas City Star", der 43 Jahre unschuldig im Gefängnis gesessen hatte für Morde an drei Menschen, die er nicht begangen hatte. Außerdem die Podcastempfehlung "Now & Then" mit den Historikerinnen Heather Cox Richardson und Joanne Freeman. Der Podcast erscheint alle zwei Wochen donnerstags, die nächste Folge am 16. Dezember. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Dec 02, 2021
Die Biden-Agenda – welche Biden-Agenda?
4331
Zwei Wochen bevor Saigon im April 1975 fiel, gehörte der damals 32-jährige Joe Biden zu den Senatoren, die an einem geheimen Meeting über die Krise in Vietnam im Weißen Haus von Präsident Gerald Ford teilnahmen. Obwohl er ein Neuling im US-Senat war, übermittelte Biden dem Präsidenten eine klare Botschaft, wie es in einer Kolumne von Rowland Evans und Robert Novak aus der Zeit beschrieben wird, die die "Washington Post" zitiert. Bidens Haltung: Die Lage in Vietnam sei hoffnungslos und die Vereinigten Staaten sollten sich so schnell wie möglich zurückziehen. 46 Jahre später konnte man eine ähnliche Haltung des Präsidenten Biden beim Abzug aus Afghanistan beobachten. Und ein Jahr nach seiner Wahl stellen sich Beobachter und internationale Bündnispartner die Frage, welche außenpolitischen Leitlinien Biden verfolgt. Mit China will er in den ideologischen wie ökonomischen Wettstreit treten, bei globalen Themen wie dem Kampf gegen den Klimawandel will er die USA "zurück an den Verhandlungstisch" bringen, wie er nicht müde wird zu betonen. Multilaterale Bündnisse wie die Nato sollen gestärkt werden, gleichzeitig schließt er Deals, die einzelne Verbündete brüskieren. "Wenn jeder etwas bekommt, bekommt niemand alles, weshalb die Kernprinzipien von Bidens Weltanschauung schwer zu bestimmen sind", schreibt Anne-Marie Slaughter vom Thinktank New America in der "New York Times". Ob es so etwas wie eine Biden-Doktrin gibt und wie sich die außenpolitischen Leitlinien des Landes historisch geformt haben, diskutieren wir im transatlantischen Podcast. Außerdem schauen wir auf die aktuelle Corona-Lage im Land und diskutieren die Frage, ob die Unterzeichnung des Infrastrukturgesetzes Joe Biden bessere Umfragewerte bringen wird. Und im Get-out: Videos von der Eishockeyliga NHL für Liebhaberinnen und Liebhaber, die neue Staffel der Serie "Succession" und Rezeptempfehlungen zu Thanksgiving von "NYT Cooking". Der Podcast erscheint alle zwei Wochen donnerstags, die nächste Folge am 2. Dezember. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Nov 18, 2021
Bidens Schwäche – Trumps Chance?
3820
US-Präsident Joe Biden war in Europa unterwegs, zum zweiten Mal seit seinem Amtsantritt im Januar. Auf dem G20-Gipfel in Rom und bei der UN-Klimakonferenz in Glasgow ging es für Biden auch darum, Verstimmungen mit den europäischen Bündnispartnern auszuräumen. Und zu beweisen, dass die Vereinigten Staaten beim Thema Klimaschutz nach vier Jahren Donald Trump wieder ein verlässlicher Partner sein werden. "Ich stelle immer wieder fest, wie erstaunlich meine persönlichen Gespräche mit so vielen Staats- und Regierungschefs und die Bedeutung von starken, persönlichen Beziehungen sind. Man schaut jemandem dabei direkt in die Augen, wenn man versucht, etwas zu erreichen. Sie kennen mich, ich kenne sie. Wir können Dinge gemeinsam schaffen", sagte Biden auf einer Pressekonferenz in Italien. Doch wie weit reichen Worte noch, wie weit kann Diplomatie gehen, vor allem, wenn es um konkrete Klimaziele geht? Darüber diskutieren wir im transatlantischen Podcast. Gleichzeitig ist der jüngste internationale Auftritt Bidens eng verbunden mit seinen innenpolitischen Plänen, denn die Klimaversprechungen hängen von der Agenda in der Heimat ab. Und die stockt seit Wochen. Das setzt schon jetzt seine Amtszeit unter Druck und könnte eine erfolgreiche Präsidentschaft sogar gefährden. Und dann verlieren die Demokraten noch die wichtige Gouverneurswahl in Virginia und in New Jersey war das Rennen um dieses Amt viel enger, als es den Demokraten lieb war. Was ist Bidens Präsidentschaft wert, national und international? Dieser Frage muss sich Biden schon jetzt, nach einem knappen Jahr Amtszeit, stellen. Denn so funktionieren die Zyklen US-amerikanischer Politik. Und im Get-out: die Serie "Ted Lasso" und ihr Hauptdarsteller Jason Sudeikis aktuell als Host von "Saturday Night Live" sowie Colson Whiteheads neues Buch "Harlem Shuffle". Der Podcast erscheint alle zwei Wochen donnerstags, die nächste Folge am 18. November. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Nov 04, 2021
Alles nur ein Spiel? Alles ein gewaltiges Geschäft
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"Alle denken, Frauen sollten begeistert sein, wenn sie Krümel bekommen, aber ich will, dass sie den Kuchen, den Guss und die Kirsche obendrauf bekommen", sagte die ehemalige Weltklassetennisspielerin Billie Jean King einmal zur Debatte um Gleichberechtigung im Profisport. Ein Ziel, für das die US-Amerikanerin seit den Siebzigerjahren kämpft. Außer bei den Grand-Slam-Turnieren im Tennis ist das immer noch nicht erreicht. Und nun erschüttert ein Missbrauchsskandal die National Women's Soccer League. Zwei Trainer wurden entlassen, nachdem Spielerinnen sexuellen Missbrauch und emotionale Erpressung öffentlich gemacht hatten. Die Liga, die als progressiv gilt, in der aber nach wie vor überwiegend männliche Machtstrukturen dominieren, soll das über Jahre hinweg vertuscht haben. Über den Skandal diskutieren wir im US-Podcast. Und dann gibt es die großen Vier im US-Sport, die das große Geschäft machen: Football, Baseball, Basketball und Eishockey. Nach dem Jahr 2022 erhält allein die NFL, die Profiliga der Footballer, zehn Milliarden Dollar pro Jahr von den TV-Sendern für die Übertragungsrechte der Spiele. Wir sprechen außerdem über die Faszination des US-Sports, warum Collegesport so wichtig ist, erklären den Draft und wo es Gehaltsobergrenzen gibt, diskutieren die Magie von Spiel 7 im Basketball und warum Baseball live ein kulturelles Erlebnis ist, und spielen ein Spiel quer durch alle Sportarten mit Lieblingsathletinnen und -athleten und historischen Sportmomenten. Und im Get-out: Michael Lewis' "Moneyball" und die Buchverfilmung mit Brad Pitt, die Baseballgeschichten im "The New Yorker" von Roger Angell und der Film "A League of Their Own" mit Tom Hanks und Geena Davis. Der Podcast erscheint alle zwei Wochen donnerstags, die nächste Folge ausnahmsweise am 4. November. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Oct 14, 2021
Neue transatlantische Feindschaften?
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Joe Biden wusste zunächst nicht, wie die Dinge bei der Bundestagswahl in Deutschland stehen. Als ihm dann ein Journalist die ersten Hochrechnungen nannte, sagte er in Bezug auf die SPD knapp: "Donnerwetter … sie sind beständig." Die US-Zeitungen versuchten, Überhangmandante in Grafiken zu erklären, die "New York Times" schrieb in den Tagen danach, dass es noch unklar sei, was "die chaotische Wahl in Deutschland über die Zukunft des Landes – und Europas – aussagt", und Amerikaner lernten Worte wie "traffic light coalition" und "elephant round". Wie die Vereinigten Staaten auf Deutschland nach der Ära Angela Merkel blicken und wie die künftige transatlantische Politik zwischen Berlin und Washington D.C. aussehen könnte ist ein Thema im US-Podcast. Eng damit verbunden ist die Frage, wie sich das amerikanisch-französische Verhältnis nach dem Eklat um den U-Boot-Deal mit Australien entwickelt. Warum Biden Frankreichs Präsident Emmanuel Macron derart brüskierte, dass dieser kurzfristig den Botschafter aus den USA abzog, diskutieren wir ebenfalls im Podcast. Außerdem: Auch innenpolitisch steht für Biden mit seinem Infrastrukturgesetz und seinen ambitionierten Sozialplänen in diesen Tagen viel auf dem Spiel. Probleme bereiten ihm dabei nicht die Republikaner, sondern derzeit der progressive und der moderate Flügel in der eigenen Partei. Kann Biden seine ambitionierte Agenda noch retten? Und im Get-out: Margaret Atwoods Buch und die Netflix-Adaption "The Handmaid's Tale" und die Serie "The Morning Show". Der Podcast erscheint alle zwei Wochen donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Sep 30, 2021
Texas versus Frauenrechte
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"Ziel Nummer eins im Bundesstaat Texas ist die Beseitigung von Vergewaltigungen, damit keine Frau und kein Mensch Opfer einer Vergewaltigung wird." Das sagte Texas' republikanischer Gouverneur Gregg Abbott auf die Frage eines Journalisten, warum das seit diesem Monat geltende strikte Schwangerschaftsabbruchgesetz auch im Falle von Vergewaltigung und Inzest keine Ausnahme zulasse. Und, das fügte Abbott noch hinzu, Frauen hätten unter dem sogenannten Heartbeat Act, dem Herzschlaggesetz, ja sechs Wochen Zeit, einen Abbruch vornehmen zu lassen. Die ersten sechs Wochen einer Schwangerschaft sind der Zeitraum, in denen Frauen es noch möglich ist, in dem US-Bundesstaat eine Schwangerschaft zu beenden. Die Organisationen, die in Texas Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, schätzen jedoch, dass etwa 85 Prozent der Patientinnen nach der sechsten Woche einen Eingriff vornehmen lassen und daher künftig keine Chance mehr auf eine Betreuung haben. Nicht nur der Zeitraum ist im neuen Gesetz extrem eng gefasst, es sieht außerdem vor, dass nicht etwa Behörden für die Durchsetzung verantwortlich sind, sondern jede Privatperson einen Verstoß melden kann. Jeder also, der ein Verhalten an den Tag legt, das die Durchführung oder Veranlassung eines Schwangerschaftsabbruchs unterstützt oder begünstigt, kann durch das neue Gesetz belangt werden. Wer einen solchen Fall vor Gericht bringt, bekommt bei einer Verurteilung 10.000 Dollar – die von dem oder der Verurteilten zu zahlen sind. Das Gesetz ist ein Angriff auf die Frauenrechte im Bundesstaat und hat Implikationen, die weit über Texas hinausgehen. Welche Rolle der Supreme Court spielt, wie sich die Biden-Regierung verhält, warum das Grundsatzurteil Roe v. Wade in Gefahr sein könnte und warum das Thema in den Vereinigten Staaten ideologisch so umkämpft ist, diskutieren wir im US-Podcast. Außerdem: ein Rückblick auf den 20. Jahrestag der Terroranschläge des 11. September. Und im Get-out: der Schriftsteller Colm Tóibín, die Serie "Miss America" und die US-Fotografin Ruth Orkin im Fotografiska-Musem in New York. Der Podcast erscheint alle zwei Wochen donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Sep 16, 2021
Joe Bidens Krisen
4179
Noch einmal musste US-Präsident Joe Biden in dieser Woche eine Rede halten. Am Tag, an dem das Land 20 Jahre Militäreinsatz in Afghanistan beendete. Eine Siegesrede konnte es im Angesicht dieser Niederlage, die der desaströse Abzug noch einmal verdeutlicht hat, nicht werden. Aber Kritik an seinem Vorgehen als Präsident und Oberbefehlshaber der Streitkräfte wollte Biden auch nicht. Lieber wollte er den Bürgerinnen und Bürgern vermitteln, dass die Entscheidungen seines Vorgängers Donald Trump und dessen Deal mit den Taliban dafür verantwortlich seien, dass er im Oval Office im Grunde keine Optionen gehabt habe. "Das war die Wahl, die wirkliche Wahl zwischen Abzug oder Eskalation", sagte Biden beinahe trotzig. "Ich wollte diesen Krieg nicht für immer verlängern." Kann sich der entschlossene und wütende Biden so der ersten großen Krise seiner Präsidentschaft entledigen? Die republikanische Opposition will ihn nicht so leicht davonkommen lassen. Kevin McCarthy, Minderheitenführer der Konservativen im Repräsentantenhaus, kündigte einen "Tag der Abrechnung" an mit Untersuchungen und Ausschüssen. Wie die innenpolitische Lage für Biden ist und was die Handlungen der vergangenen Wochen über seine außenpolitische Strategie aussagen, diskutieren wir im US-Podcast. Außerdem: Die Vereinigten Staaten erleben die nächste Welle der Corona-Pandemie, von der es den Anschein hatte, als sei sie so gut wie besiegt. Das Leben ist fast wieder normal in den USA, doch nun steigen die Zahlen besorgniserregend. Mehr als 1.000 Tote gibt es mittlerweile wieder jeden Tag. Anfang Juli waren es noch etwa 200 Opfer täglich. Vor allem in republikanisch geführten Bundesstaaten gibt es nur einen geringen Impffortschritt und Gouverneure, die keine Maskenpflicht an Schulen erlassen wollen. In Florida wird darüber mittlerweile vor Gericht gestritten. Und der Präsident muss ich um die nächste Krise kümmern, hat aber auf Bundesebene nur bedingt Einfluss. Und im Get-out: das Kinderbuch "Charlotte’s Web" von E. B. White und die Serie "Friday Night Lights". Der Podcast erscheint alle zwei Wochen donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Sep 02, 2021
Amerikas Afghanistan-Trauma
4531
George W. Bush war es, der am 7. Oktober 2001 als US-Präsident eine Rede an die Nation hielt und sagte: "Die USA haben Militärschläge gegen das Taliban-Regime in Afghanistan gestartet." Damit begann die Operation Enduring Freedom. 20 Jahre später sagte US-Präsident Joe Biden Anfang Juli: "Die Wahrscheinlichkeit, dass die Taliban alles überrennen und das ganze Land kontrollieren, ist höchst unwahrscheinlich." Keine sechs Wochen später haben die Taliban die Kontrolle über das Land zurückerobert, die Hauptstadt Kabul überrannt. Am Flughafen Kabul spielten sich dramatische Szenen ab, verzweifelte Menschen klammerten sich an Tragflächen, um der Herrschaft der Taliban zu entkommen. Biden kommentierte das in einer Rede am Montag lediglich in einem Nebensatz, für ihn steht im Fokus, dass der Abzug der Truppen aus dem Land richtig war. Die Fragen danach, wie der Abzug so fatal falsch laufen konnte und wie den Menschen vor Ort nun zu helfen ist, ließ er weitgehend unbeantwortet. Was das Scheitern in Afghanistan für Folgen nicht nur für Biden, sondern auch für das Bild der USA in der Welt hat, wie in den USA über den Abzug diskutiert wird und wie sich die vier Präsidenten George W. Bush, Barack Obama, Donald Trump und Joe Biden zu dem Krieg verhalten haben, diskutieren wir im US-Podcast. Und im Get-out: Die Arbeiten des US-Journalisten Dexter Filkins sowie der Film "Good Morning Vietnam" und wer wirklich als Moderator die Moral der Truppe im Vietnamkrieg aufrecht erhalten sollte. Der Podcast erscheint alle zwei Wochen donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Aug 19, 2021
Miami Beach oder doch Grand Canyon?
4733
Wer Baseballfan ist, der ist oft auch Fan von Statistiken. Der Sport eignet sich so sehr für Zahlen, dass es ein eigenes Wort dafür gibt: "sabermetrics". Doch Baseball ist auch für alle, die ihre Zeit nicht mit Statistiken verbringen wollen, ein US-amerikanisches Erlebnis. Wer einmal in Fenway Park, dem Stadion der Boston Red Sox, alle Zuschauerinnen und Zuschauer "Sweet Caroline" von Neil Diamond hat singen hören, weiß, warum. In dieser Sommerfolge unseres US-Podcasts sprechen wir nicht nur über die besten Sportmomente in der Geschichte der Vereinigten Staaten, sondern auch über Sehnsuchtsorte, große und kleine Parks, die besten Reiserouten, die schönsten deutschen Worte im Englischen und mehr. Außerdem unsere Top Ten der Romane, Filme, Songs und Serien. Eine Liebeserklärung an ein Land, das den Deutschen vertraut und fern zugleich ist, das die Welt herausfordert und begeistert und mit der Präsidentschaft Donald Trumps erlebt hat, wie sehr es sich selbst erschüttern kann. Und im Get-out: Mit dem Rad, der Fähre oder dem Hubschrauber New York erkunden. Und Konzerte im The Chicago Theatre. Der Podcast erscheint alle zwei Wochen donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Aug 05, 2021
Angela Merkels Farewell im Weißen Haus
3572
Die Corona-Pandemie habe alle gelehrt, "wie wenig gewiss vermeintliche Gewissheiten sind". Das sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel, als sie an der Johns Hopkins University eine Ehrendoktorwürde entgegennahm. Es ist ein Satz, der auch den Zustand der transatlantischen Beziehungen treffend beschreibt. Um sich transatlantischer Gewissheiten wieder zu versichern, war Merkel für einen Tag auf Einladung von US-Präsident Joe Biden nach Washington, D. C. gereist. Es war ihr erster Besuch seit April 2018 und wohl ihr letzter Besuch als Kanzlerin. Bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Biden herrschte eine andere Atmosphäre als drei Jahre zuvor mit dem damaligen Präsidenten Donald Trump. Freundschaftlich nannten beide ihr Aufeinandertreffen, es war herzlich. Ein Besuch, der nötig war, um die Beziehung der beiden Länder wieder zu stärken. Aber es bleibt trotz aller neuer alter Verbundenheit auch viel Trennendes. Wo die Konflikte im transatlantischen Verhältnis liegen, wie die Atmosphäre war und wie die Hochwasser-Katastrophe in Deutschland den Besuch prägte, diskutieren wir im US-Podcast. Außerdem: der schönste Moment des Tages und ein Rückblick auf die vier Präsidenten, mit denen Merkel zusammengearbeitet hat. Und im Get-out: Buchempfehlungen von Barack Obama, "Dreams From My Father" ("Ein amerikanischer Traum: Die Geschichte meiner Familie"), und dem US-Autor George Packer "Last Best Hope" ("Die letzte beste Hoffnung"), ein längerer Essay zum Zustand der USA, geschrieben während der Pandemie. Der Podcast erscheint in dieser Woche ausnahmsweise am Freitag, ansonsten alle zwei Wochen donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Jul 16, 2021
Die Akte Trump
3681
Manhattans Bezirksstaatsanwalt Cyrus Vance hat seit 2019 ermittelt, nun hat die Staatsanwaltschaft in New York die Trump Organization wegen mutmaßlichen Steuerbetrugs angeklagt. Über mindestens 15 Jahre hinweg sollen systematisch Steuern hinterzogen worden sein. Allen Weisselberg, ein enger Vertrauter von Ex-Präsident Donald Trump, wurde festgenommen. Wird er sich gegen seinen Arbeitgeber stellen und mit der Staatsanwaltschaft kooperieren? Darauf hoffen die Behörden offenbar. Denn Trump selbst ist bislang nicht angeklagt. Ob das noch geschehen könnte, wie der weitere Verlauf der Ermittlungen ist und was das alles für Trumps Einfluss auf die Republikanische Partei bedeuten könnte, diskutieren wir im US-Podcast. Außerdem: Sie wollte ihre Geschichte öffentlich teilen, sagte Britney Spears vor Gericht, "anstatt dass es ein streng gehütetes Geheimnis ist, von dem alle profitieren. Es beunruhigt mich, dass man mir gesagt hat, ich dürfe die Leute, die mir das angetan haben, nicht bloßstellen." Seit 13 Jahren steht die Sängerin unter rechtlicher Betreuung und hat nun das erste Mal selbst über ihre Situation gesprochen. Wir sprechen über die Recherche des "New Yorker", Ruhm und Öffentlichkeit. Und im Get-out: Buchempfehlungen von Joan Didion, unter anderem "Wir erzählen uns Geschichten, um zu leben" und "Das Jahr magischen Denkens", und der Sommerdrink Gin Basil Smash. Der Podcast erscheint alle zwei Wochen donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Jul 08, 2021
Der Sturm auf das Kapitol und die Waffen
3512
"Amerika ist zurück am Tisch." Dieses Bild hat US-Präsident Joe Biden auf seiner großen europäischen Gipfelreise immer wieder bemüht. Beim G7- und Nato-Gipfel wurde die Rückkehr der USA zum Multilateralismus gefeiert. Zum Abschluss von Bidens Reise wurde es dann beim Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin in Genf etwas ungemütlicher. Aber auch das transatlantische Verhältnis ist nicht auf einmal wieder gänzlich konfliktfrei. Wie Joe Bidens außenpolitische Strategie aussieht und wie das Verhältnis zu China und Russland künftig aussehen könnte, sind einige der meistgestellten Hörerinnen- und Hörer-Fragen der vergangenen Wochen. In dieser besonderen Folge von "OK, America?" haben wir sie live vor Publikum beim großen ZEIT ONLINE Podcastfestival (https://www.zeit.de/2021-06/zeit-online-podcastfestival-verbrechen-alles-gesagt-was-jetzt) beantwortet. Innenpolitisch interessieren sich die Hörerinnen für die Entwicklung der Republikanischen Partei und unter anderem diese Fragen: Warum ist es beim Sturm auf das Kapitol nicht zu einem massenhaften Einsatz von Waffen gekommen, wenn man davon ausgehen muss, dass insbesondere Trump-Anhänger in umfassendem Waffenbesitz sind? Wie steht es um die juristischen Ermittlungen gegen Donald Trump? Warum sprechen sich weiße, europäischstämmige Einwanderer gegen Einwanderung in die USA aus? Außerdem: Ob sich die Gesprächspartner in den USA auch für Themen wie Wahlen, Waffen, Sozialismus und Krankenversicherung in Deutschland interessieren. Und im Get-out: die Mini-Serie "Mare of Easttown" mit Kate Winslet und die Konzertreihe "Tiny Desk Concerts" des Radiosenders NPR. Der Podcast erscheint alle zwei Wochen donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Jun 24, 2021
Die Frau fürs Unmögliche
4587
US-Vizepräsidentin Kamala Harris wurde bei ihrer ersten Auslandsreise in dieser Woche sehr deutlich: "Kommt nicht", sagte sie in Guatemala an Menschen gerichtet, die sich auf den Weg nach Mexiko und die US-Grenze begeben wollen. Es ist eine klare Botschaft von Harris und der neuen US-Regierung und eine, für die Harris von linker wie konservativer Seite kritisiert wurde. Es ist ein politisch schwieriges Thema und Präsident Joe Biden hat Harris zur Verantwortlichen für die Einwanderungspolitik seiner Regierung gemacht. Deswegen führte Harris' erste Reise nach Guatemala und Mexiko. Und auch das zweite Thema, um das sich Harris schwerpunktmäßig in ihrer Amtszeit kümmern will, ist keins, mit dem leicht Erfolge zu feiern sind: Die Vizepräsidentin soll den For the People Act durch den Senat bringen, ein Gesetz, das eine Wahlrechtsreform auf Bundesebene durchsetzen würde. Doch selbst innerhalb der Demokraten gibt es von Senator Joe Manchin Vorbehalte dagegen. Kann Harris mit diesen Themen den hohen Erwartungen, die an ihre Vizepräsidentschaft geknüpft sind, erfüllen? Darüber und ihre mögliche politische Zukunft diskutieren wir im US-Podcast. Außerdem: Am 20. Juni laden wir zum ZEIT ONLINE Podcastfestival ein. Einen Tag lang nehmen wir unsere Podcasts live vor Onlinepublikum auf und Sie können mitdiskutieren und die Podcast-Hosts persönlich kennenlernen. Hier können Sie sich kostenlos anmelden. Und im Get-out: Jenny Offills neuer Roman "Wetter" und "Trostland – die Geschichte meiner vergessenen Heimat", die Biografie des schwarzen Politikers und Anwalts Bakari Sellers. Der Podcast erscheint alle zwei Wochen donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Jun 10, 2021
Zu links? Oder nicht links genug?
3822
Alexandria Ocasio-Cortez auf der einen, Joe Manchin auf der anderen Seite: Die US-Demokraten debattieren vier Monate nach Joe Bidens Amtseinführung über ihre Zukunft. Trotz eines Demokraten im Weißen Haus und Mehrheiten in beiden Kammern des Kongresses. Doch so schwarz-weiß wie die Anzahl der Abgeordneten ist das politische Washington nicht. Die Mehrheiten reichen nicht fürs Durchregieren und viele Abgeordnete und Senatoren sind schon wieder im Wahlkampf für die Zwischenwahlen im November 2022. Ocasio-Cortez, Bernie Sanders, Elizabeth Warren, Cori Bush und andere versuchen die Partei nach den Siegen im vergangenen November weiter nach links zu bewegen: Ein Mindestlohn von 15 Dollar, der Green New Deal, kostenfreie Bildung, LGBTQ-Rechte sind ihre Themen. Dem gegenüber stehen Manchin, Nancy Pelosi, Kyrsten Sinema und andere, die sich gegen eine zu linke Politik stellen. Eines ihrer Argumente: Wechselwählerinnen und Wechselwähler würden damit nicht erreicht werden. Wo Joe Biden zwischen diesen beiden Flügeln steht, welche Politik sich durchsetzen könnte und welche Präsidenten die demokratische Partei geprägt haben, diskutieren wir im US-Podcast. Außerdem: Am 20. Juni laden wir zum ZEIT ONLINE Podcastfestival ein. Einen Tag lang nehmen wir unsere Podcasts live vor Onlinepublikum auf und Sie können mitdiskutieren und die Podcast-Hosts persönlich kennenlernen. Unter https://www.zeit.de/gesellschaft/2021-05/zeit-online-podcastfestival können Sie sich kostenlos anmelden. Und im Get-out: die Serie "Underground Railroad" auf Amazon Prime und die Netflix-Dokumentation "Knock Down the House". Der Podcast erscheint ab sofort wieder alle zwei Wochen donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
May 27, 2021
Amerikas Israel-Treue
3813
Seit der Nahostkonflikt erneut eskaliert ist, wird in Washington, D.C. viel telefoniert. US-Präsident Joe Biden spricht immer wieder mit Israels Premier Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Sein Außenminister Antony Blinken telefoniert sich durch die ganze Region und Jen Psaki, Pressesprecherin im Weißen Haus, findet vorsichtig abgewogene Worte über die Mühen der diplomatischen Ebene. Eins aber wird immer betont: das Recht Israels, sich zu verteidigen. Die USA stehen seit Jahrzehnten treu an Israels Seite. Die Vereinigten Staaten nutzen ihr Vetorecht im UN-Sicherheitsrat – eine vierte Sondersitzung des Gremiums endete in dieser Woche erneut ohne gemeinsame Erklärung – und unterstützen Israel seit Jahren mit finanziellen und militärischen Hilfen in Milliardenhöhe. Doch nun verändert sich der Ton innerhalb der Demokratischen Partei. Aus dem linken Flügel wird deutliche Kritik an der US-Haltung geübt und mehr Solidarität mit Palästinensern gefordert. Bernie Sanders schreibt in einem Essay für die "New York Times" über Menschenrechte und #PalastinianLivesMatter, "Apartheidsstaaten sind keine Demokratien", twitterte Alexandria Ocasio-Cortez und fragte im Repräsentantenhaus: "Israel hat das Recht, sich zu verteidigen, aber haben Palästinenser das Recht, zu überleben?" Wie Joe Biden und die Republikaner auf die sich verändernde Debatte reagieren, warum die Präsidenten Harry S. Truman und Jimmy Carter für die Beziehung zwischen den USA und Israel wichtig waren und was die wichtigen außen- und innenpolitischen Aspekte des Verhältnisses der beiden Länder sind, diskutieren wir im US-Podcast. Und im Get-out: "Portnoys Beschwerden" und "Sabbaths Theater" von Philip Roth und die Serie "The Marvelous Mrs. Maisel". Dieser Podcast erscheint immer donnerstags.
May 20, 2021
Zu viel Covid-Hilfen, zu viel Bequemlichkeit?
2834
266.000. Das ist die Zahl, mit der die Republikaner auf Angriff setzen. 266.000 neue Jobs hat es im April in den USA gegeben. Viel weniger als die 770.000, die noch im März dazugekommen waren und viel weniger, als Ökonomen erwartet hatten. Die Arbeitsmarktzahlen im März hatten die Hoffnung genährt, dass sich die Erfolge bei der Impfkampagne positiv auf die Wirtschaft, den Konsum und den Jobmarkt auswirken würden. Der April ist nun ein Dämpfer und der Schuldige ist für große Unternehmen und Republikaner ausgemacht: US-Präsident Joe Biden. Dessen Corona-Hilfspaket umfasst unter anderem auch ein um 300 Dollar erhöhtes Arbeitslosengeld bis September. Zu viel, sagen die Konservativen. Damit würden es sich die Bürger lieber bequem machen, als sich einen Job zu suchen. Obwohl es die nun mit der Öffnung des Landes wieder überall gebe, vor allem in der Serviceindustrie. Henry McMaster, republikanischer Gouverneur von South Carolina, ließ etwa mitteilen: "Dieser Arbeitskräftemangel wird zum großen Teil durch die zusätzlichen Arbeitslosengelder verursacht." Er und andere Gouverneure wollen die zusätzlichen Gelder vorzeitig streichen. Biden verteidigte seine Maßnahmen. Nach der Pandemie wirtschaftlich wieder zurückzukommen, sei ein Marathon, keine Sprint. Außerdem machen er und die Demokraten noch andere Faktoren aus, warum sich die Jobzahlen nicht schneller verbessern: Durch die noch immer nicht vollständig geöffneten Schulen und Kitas hätten viele Familien nach wie vor ein Betreuungsproblem. Hinzu kämen schlechte Arbeitsbedingungen und Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Die größere Frage hinter dieser Debatte ist die immer wieder debattierte Frage in den USA, welche Rolle der Sozialstaat haben sollte. Warum die Republikaner mehr auf individuelle Freiheit setzen, wann in der Partei der schlanke Staat zum Schlagwort wurde und ob das Land eine Wende zu einem größeren Sozialstaat schaffen kann, diskutieren wird im US-Podcast. Und im Get-out: "Intimations" von Zadie Smith, Kiez-Buchhandlungen und die Freude handschriftlicher Briefe. Und Key Lime Pie, inklusive Drink-Empfehlung. Dieser Podcast erscheint immer donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
May 13, 2021
Der Kampf um das Erbe Donald Trumps
4513
Natürlich schließt Ex-Präsident Donald Trump eine erneute Kandidatur um das Präsidentschaftsamt in den USA nicht aus. Ernsthaft in Erwägung ziehen würde er es, formulierte er es in diesen Tagen in mehreren Interviews. Denn die Macht bei der Republikanischen Partei, das ist klar, liegt immer noch bei ihm. Auch wenn Trump das Geschehen derzeit noch nur von der Seitenlinie aus kommentiert. Es mag früh erscheinen, schon jetzt über Kandidaten für eine Wahl in drei Jahren zu sprechen. Doch erste mögliche Kandidaten der Republikaner reisen schon jetzt in Staaten wie Iowa, New Hampshire und South Carolina. Dort finden früh die Vorwahlen statt und Auftritte und Reden sollen die Stimmung bei den möglichen Wählerinnen und Wählern testen. Und schon im kommenden Jahr sind die Zwischenwahlen, ein erster Stimmungstest, welche republikanische Stimmen prägend sein werden. Die Trump-Ideologie wird bis dahin nicht verschwunden sein, weder in der Partei noch innerhalb der Gesellschaft. Im US-Bundesstaat Arizona werden gerade noch einmal die Stimmen der US-Präsidentschaftswahl nachgezählt. Auf Druck der Republikaner und obwohl mehrere Nachzählungen keine Unregelmäßigkeiten gezeigt haben. Wie Trumps Lüge von der "gestohlenen Wahl" weiter vorangetrieben wird, wieso das zu einem strategischen Präzedenzfall für Trump und die Partei werden kann und warum man sich die Namen Ron DeSantis und Tucker Carlson merken sollte, diskutieren wir im US-Podcast. Und im Get-out: die New York Knicks mit Julius Randle und "The Improvement Association", ein Podcast über eine Wahlfälschung in einem Landkreis in North Carolina bei der Kongresswahl 2018. Dieser Podcast erscheint immer donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
May 06, 2021
Die egoistischen Weltenretter sind zurück
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"Amerika ist zurück!" Das sagte US-Präsident Joe Biden auf der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar nach seinem Amtsantritt. Und tatsächlich ist mit Biden im Amt eine Verlässlichkeit in Kommunikation und Bekenntnissen zurückgekehrt, die es unter seinem Vorgänger Donald Trump nicht gegeben hatte. Bei einem von Biden einberufenen Klimagipfel bekannten sich die Vereinigten Staaten zu neuen Klimazielen und stießen einen internationalen Wettbewerb um die grünen Technologien der Zukunft an. Und Indien versprach Biden Hilfe in der Corona-Pandemie, die das Land gerade überwältigt. Diese Zusicherung kommt jedoch zu einem Zeitpunkt, an dem es leicht ist für die USA, zu helfen. Denn im eigenen Land sind schon mehr als 141 Millionen Menschen geimpft worden und es gibt keinen Mangel an Impfstoff mehr. Was Bidens internationale Ambitionen über seinen Führungsstil aussagen, worauf sich der Anspruch der USA als globaler Weltenretter und Hüter der Demokratie gründet und ob das nach Trump überhaupt noch glaubhaft ist, diskutieren wir im US-Podcast. Außerdem kleine Exkurse zu Joe Bidens 100-Tage-Bilanz – die ausführliche Einordnung gibt es hier zum Nachhören – und zum Zugfahren in Montana. Und im Get-out: Der Podcast "The Writer's Voice" vom "The New Yorker" und George W. Bush zu Gast beim Late-Night-Talker Jimmy Kimmel. Dieser Podcast erscheint immer donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Apr 29, 2021
Verändert der Fall George Floyd die USA?
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"They see us." Wir werden gesehen. Das war eine der vielen emotionalen Reaktionen von Demonstrierenden, nachdem am Dienstag das Urteil im Prozess gegen den weißen Ex-Polizisten Derek Chauvin in Minneapolis gefallen war. Zwölf Geschworene sprachen ihn in allen Anklagepunkten schuldig. Neun Minuten und 30 Sekunden lang hatte er dem Schwarzen George Floyd brutal das Knie auf den Hals gedrückt und ihn getötet. Auf das Urteil war in den USA angespannt gewartet worden, die Sorge vor einem Freispruch und damit verbundenen Ausschreitungen war groß. Mit dem Schuldspruch verbinden nun viele die Hoffnung auf Wiedergutmachung und darauf, dass sich grundsätzlich etwas ändert. Auch US-Präsident Joe Biden sagte, der Prozess könne ein großer Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit im Land sein. Doch kann ein Urteil allein in einem Land voller strukturellem Rassismus wirklich Gerechtigkeit bringen? Auf den Straßen in Minneapolis wurde nach dem Urteil auch immer wieder gerufen: "Das ganze verdammte System ist schuldig." Der Frust und die Wut der Opfer von Rassismus und rassistischer Polizeigewalt werden nicht einfach verschwinden. Und auch viele Anhängerinnen und Anhänger von Ex-Präsident Donald Trump, der seine gesamte Präsidentschaft im Kern auf white supremacy, auf der Idee von weißer Überlegenheit aufgebaut hat, werden ihre Ideologie nicht aufgeben. Welche Reformbemühungen es gibt, ob der George Floyd Justice in Policing Act im Kongress eine Chance hat, wie sich die Polizei verändern könnte und ob dieser 20. April 2021 ein historischer Tag werden wird, diskutieren wir im US-Podcast. Und im Get-out: Leseempfehlungen zum Sendungsthema von James Baldwin und der Podcast You're Wrong About. Dieser Podcast erscheint immer donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Apr 22, 2021
Joe Biden, der nächste Roosevelt?
3940
13 Gesetzesvorhaben in den ersten 100 Tagen: Das ist die Bilanz von Franklin D. Roosevelt, als er 1933 mit den Programmen und Reformen des New Deal die Grundlagen des US-amerikanischen Sozialstaats legte. Seitdem werden US-Präsidenten an ihren Errungenschaften in den ersten drei Monaten ihrer Amtszeit gemessen. Joe Biden scheut den Vergleich mit FDR, wie er in den USA genannt wird, nicht. Im Gegenteil, er sucht ihn und zitiert einen der beliebtesten Präsidenten der US-Geschichte in seinen Reden immer wieder. Mit dem beschlossenen Covid-Hilfspaket, seinen gerade vorgestellten Infrastrukturplänen und einer angekündigten Sozialreform hat Biden in den ersten Monaten seiner Präsidentschaft nun ebenfalls große Reformen angekündigt. Und US-Medien ziehen Vergleiche zu FDR oder auch Lyndon B. Johnson, einem weiteren demokratischen Reformer, unter dem der Civil Rights Act und der Voting Rights Act in den Sechzigerjahren beschlossen wurden. Wie ambitioniert Bidens Pläne sind, wie groß seine Chancen sind, auch die Republikaner von ihnen zu überzeugen und sie durch den Kongress zu bekommen, und ob es für einen Platz in den Geschichtsbüchern neben FDR reicht, diskutieren wir im US-Podcast. Außerdem zu Gast: Politikwissenschaftler Michael Werz vom Center for American Progress und Senior Mercator Fellow 2021. Und im Get Out: die Filmempfehlungen "Spotlight", "Die Unbestechlichen" und "Die Verlegerin" sowie die Dokumentation "Tina" und Tina Turners Livekonzert in Rio de Janeiro 1988. Der Podcast erscheint immer donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Apr 15, 2021
Wenn Wählerstimmen nicht gleich viel zählen
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Jemandem eine Flasche Wasser reichen, der in einer Schlange vor einem Wahllokal steht? Geht künftig im US-Bundesstaat Georgia nicht mehr. Die Briefwahlunterlagen beantragen? Wird deutlich komplizierter. Und der Weg, um sie dann abzugeben, sehr viel länger. Die Republikaner haben in der vergangenen Woche in Georgia ein Gesetz verabschiedet, das Stimmen von Minderheiten systematisch unterdrückt. Der konservative Gouverneur Brian Kemp twitterte, er sei stolz, das Gesetz zu unterzeichnen, um sicherzustellen, dass Wahlen in Georgia sicher, fair und zugänglich seien. Das ist die Argumentation der Republikaner. Sie sagen, wenn Wasser oder Essen an Wartende vor Wahllokalen ausgegeben würde, könnte dabei eine Wahlbeeinflussung stattfinden. Die Demokraten hingegen kritisieren, dass das Gesetz ein gezielter Versuch ist, Stimmen von Minderheiten und sozial schwächer gestellten Bürger:innen zu unterdrücken, die eher demokratisch wählen. In Georgia etwa müssen vor allem schwarze Wähler:innen in ihren Bezirken oft stundenlang anstehen, um wählen zu gehen. Georgia ist kein Einzelfall. Laut dem Brennan Center for Justice gibt es derzeit 250 Gesetzesvorhaben in 43 Bundesstaaten, die das Wahlrecht einschränken sollen. Es wirft die grundsätzliche Frage in den USA auf, ob der Versuch, systematisch Wählerstimmen zu unterdrücken, die Demokratie gefährdet. Warum die Republikaner diese Strategie verfolgen, wie die Demokraten darauf reagieren und ob es auf Bundesebene eine Möglichkeit gibt, die Wählerunterdrückung zu stoppen, diskutieren wir im US-Podcast. Außerdem blicken wir auf die Geschichte des Wahlrechts im Land. Und im Get Out: Philip Roth und die BloomCam zur Kirschblüte auf der National Mall in Washington, D.C. Der Podcast erscheint immer donnerstags, nach einer kurzen Osterpause das nächste Mal wieder am 15. April. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Apr 01, 2021
Amerikas Krankheit, Amerikas Selbsthass
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Acht Tote in Atlanta, zehn Tote in Boulder. Zwei Attentate innerhalb einer Woche. Die Opfer waren bei der Arbeit, kauften im Supermarkt ein. Immer wieder sterben in den USA Menschen durch Waffengewalt, immer wieder kommt es nach der Trauer und dem Schock zu der Frage, warum in den USA nicht striktere Waffengesetze verabschiedet werden. In den USA ist das Recht auf eine eigene Waffe durch den zweiten Verfassungszusatz garantiert. 2010 bekräftigte der oberste Gerichtshof im Verfahren District of Columbia v. Heller, dass der Passus in der Verfassung genau so auszulegen sei: Jeder Bürger hat das Recht, eine Waffe zu tragen. Ob Bürgerinnen und Bürger eine Lizenz brauchen, einen Hintergrundcheck durchlaufen müssen oder die Waffe, die sie kaufen, registrieren lassen müssen, regelt jeder Bundesstaat für sich. US-Präsident Joe Biden rief den Kongress nach dem Attentat in Boulder dazu auf, zu handeln und Reformen für striktere Gesetze zu verabschieden. Doch die Republikaner stehen überwiegend fest an der Seite der mächtigen Waffenlobby NRA. Und die sieht in jeder Reform einen Angriff auf die Freiheit, eine Waffe tragen zu dürfen. Selbst nach Anschlägen auf Schulen, so wie in Parkland in Florida im Jahr 2018, ändert sich substanziell nichts. Ob es unter Biden und mit einer demokratischen Mehrheit im Kongress eine Chance auf eine Reform der Waffengesetze gibt, diskutieren wir im US-Podcast. Außerdem: Nach einem angespannten ersten Gipfeltreffen zwischen den USA und China und Joe Bidens rhetorischem Angriff auf Russlands Präsidenten Wladimir Putin steht die US-Außenpolitik vor einer neuen Ausrichtung. Wir sprechen darüber, wie das künftige Verhältnis der USA zu China und Russland aussehen könnte. Und im Get Out: Der Podcast von Ezra Klein, "The Ezra Klein Show", und ein virtueller Gang durch das Museum Owens-Thomas House & Slave Quarters in Savannah in Georgia. Der Podcast erscheint immer donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Mar 25, 2021
Die Grenzkrise
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"Kommt nicht hierher!" Das ist die Botschaft, die US-Präsident Joe Biden an die Menschen in Südamerika sendet, die sich auf den Weg nach Mexiko machen, um über die südliche Grenze in die USA einzureisen. Seit Biden Präsident ist, versuchen in diesen Tagen wieder Tausende, ein besseres Leben in Amerika zu finden. Die US-Grenzschutzbehörde CBP hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass im Februar 100.441 Personen beim versuchten Übertritt der Südgrenze aufgegriffen worden seien. 28 Prozent mehr als im Vormonat und fast dreimal so viele wie im Februar 2020. Ex-Präsident Donald Trump hatte eine äußerst restriktive Einwanderungspolitik verfolgt, mit der neuen demokratischen Regierung verbinden viele Migranten die Aussicht, nun wieder eine neue Heimat in den USA finden zu können. Immer mehr unbegleitete Minderjährige machen sich überdies auf den Weg, da Biden angekündigt hatte, sie nicht direkt wieder über die Grenze zurückzuschicken. Die Folge: Die Grenzunterkünfte sind überfüllt, der Katastrophenschutz ist vor Ort. Noch vermeidet es das Weiße Haus, von einer Krise an der Südgrenze zu sprechen, obwohl die Situation in Texas und anderen Orten kritisch ist. Wie die Einwanderungspolitik der Regierung Biden aussieht, welche Strategie die Republikaner bei dem politisch umkämpften Thema verfolgen und warum die USA trotz des Melting-Pot-Mythos schon immer ein ambivalentes Verhältnis zum Thema Einwanderung hatten, diskutieren wir im US-Podcast. Und im Get Out: der Sound des America's Cup und der Auftritt von Lil Baby bei der Grammy-Verleihung. Der Podcast erscheint immer donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Mar 18, 2021
Das große Impftempo
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Mehr als 61 Millionen Menschen sind in den USA bereits geimpft worden, täglich kommen mehr als zwei Millionen hinzu. Präsident Joe Biden hat nach der Zulassung des Impfstoffs von Johnson & Johnson angekündigt, dass bis Ende Mai alle erwachsenen US-Amerikanerinnen geimpft sein sollen. Und die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, war im Land noch nie so hoch. Doch es gibt auch Impfskeptiker, und Experten warnen davor, die USA nun zu schnell und zu weit wieder zu öffnen. In Texas etwa wurden alle Beschränkungen und die Maskenpflicht aufgehoben. Zu der Rückkehr zu einem Alltag nach der Pandemie soll auch das Covid-Hilfspaket beitragen, das beschlossen wurde. Es ist Bidens erstes großes Gesetzesvorhaben und umfasst 1,9 Billionen Dollar. Doch um es durch den Senat zu bringen, musste Biden Kompromisse hinnehmen. Ein Mindestlohn von 15 Dollar die Stunde ist nicht mehr Teil des Gesetzes und weniger Menschen bekommen die einmaligen Hilfsleistungen. Ob es den Menschen trotzdem eine "reelle Chance" gibt, die Pandemie zu besiegen, wie es Biden sagte, diskutieren wir im US-Podcast. Das zweite große Thema dieser Woche ist der Beginn des Prozesses gegen den Polizisten Derek Chauvin, der am 25. Mai vergangenen Jahres mutmaßlich George Floyd getötet hat. Sieben Minuten und 46 Sekunden lang kniete der Beamte auf Floyd und nahm ihm den Atem. "I can't breathe" wurde zum dramatischen Ruf der Black-Lives-Matter-Bewegung. Außerdem sprechen wir über die neuen Vorwürfe gegen den New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo und das Interview von Oprah Winfrey mit Meghan Markle und Prinz Harry, das im britischen Königshaus für Aufregung sorgt. Und im Get-out: der America's Cup und Matthew McConaugheys Buch Greenlights. Der Podcast erscheint immer donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Mar 11, 2021
Amerikas Infrastrukturkatastrophe
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Es wird noch lange dauern, bis klar ist, wie viele Menschen in Texas und anderen US-Bundesstaaten den Kälteeinbruch nicht überlebt haben. Aus ländlichen Gebieten gibt es teilweise noch keine verlässlichen Informationen. Klar ist, dass zwischenzeitlich mehr als vier Millionen Menschen ohne Strom waren. Auch die Wasserversorgung brach zusammen, weil Texas nicht vorbereitet war auf einen Wintersturm, der sich angekündigt hatte. Und es wird nicht der letzte sein. Die Folgen des Klimawandels sind überall in den USA spürbar. Die Infrastruktur nicht nur in Texas ist darauf im Land nicht vorbereitet. Und die Politiker? Der republikanische Gouverneur Greg Abbott schob die Katastrophe auf Windräder und den Green New Deal der Demokraten. Zwar fielen auch Windräder während der Kälte aus, doch Erdgas und Kohle deckten 82 Prozent des Energiebedarfs von Texas im Winterhalbjahr ab. Senator Ted Cruz, ebenfalls Republikaner, flog mit seiner Familie nach Mexiko. Und kehrte einen Tag später um, nachdem seine Reise zum Skandal geworden war. Die katastrophale Infrastruktur des Landes zeigt sich nicht nur in Texas. Überall im Land werden dringend Modernisierungen gebraucht. Präsident Joe Biden hat einen Infrastrukturplan in Höhe von knapp zwei Billionen Dollar angekündigt. Doch nur ein Bruchteil der Transport- und Wasserinfrastruktur liegt in Bundeshand. Ob die Wende für eine klimaschützende Infrastruktur gelingen kann, diskutieren wir im US-Podcast. Und wir sprechen über das Coronavirus, an dessen Folgen mittlerweile mehr als 500.000 Menschen im Land gestorben sind und diskutieren über den New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo, einst Corona-Held, nun in der Kritik. Außerdem ein Rückblick auf die vergangene Folge und den Fall TJ Ducklo. Im "Get-out": der Podcast "Renegades: Born in the USA" und Jon Stewart auf Twitter. Der Podcast erscheint immer donnerstags, die nächste Folge am 11. März. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Feb 25, 2021
Sprache der Gewalt
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"Ich werde dich zerstören." Das und noch einiges mehr sagte TJ Ducklo zu einer Reporterin von Politico am Telefon. Tara Palmeri sollte über die Beziehung von Ducklo, einem der stellvertretenden Pressesprecher im Weißen Haus, mit einer Journalistin von Axios recherchieren. Als das Gespräch öffentlich wurde, wurde Ducklo, der sich bei Palmeri entschuldigt hatte, zunächst nur für eine Woche suspendiert. Am vergangenen Wochenende trat der 32-Jährige schließlich zurück. An seinem ersten Tag im Weißen Haus hatte Präsident Joe Biden angekündigt, jeden zu entlassen, der andere Menschen herablassend und respektlos behandeln würde. Und auch die New York Times hat sich nur schrittweise von einem Reporter getrennt. Donald McNeil Jr. hatte auf einer Schülerreise in Peru das N-Wort zitiert. Die Reise liegt bereits drei Jahre zurück, öffentlich wurde es durch die Berichterstattung des Daily Beast. Eine interne Untersuchung hatte McNeil zunächst nur gerügt, bis ihm nun der Rückzug nahegelegt wurde. Seitdem diskutiert nicht nur die Redaktion der NYT über Rassismus und feindliche Arbeitsatmosphäre. Warum beide Fälle relevant sind für die Betrachtung vom Verhältnis Medien und Politik in den USA und in der Debatte um Cancel Culture, diskutieren wir im US-Podcast, einer Coproduktion von ZEIT ONLINE und MDR Aktuell. Und wir sprechen über den Fall Britney Spears, den Kampf um ihre Vormundschaft und die Dokumentation Framing Britney Spears. Außerdem bewerten wir den Ausgang des Impeachments gegen Ex-Präsident Donald Trump. Und im Get-out: die Radiosenderempfehlungen WBGO und WQXR und der Auftritt von Britney Spears, Madonna, Christina Aguilera und Missy Elliott 2003 bei den MTV Video Music Awards. Der Podcast erscheint immer donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Feb 18, 2021
Die Trump-Loyalität der Republikaner
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Donald Trump soll kurz davor gewesen sein, zu schreien, als er die Verteidigung seiner Anwälte im Impeachment-Verfahren gegen ihn am Fernseher in Florida verfolgte. So berichtete es CNN zum Auftakt des Prozesses im US-Senat, bei dem die Anwälte des Ex-Präsidenten tatsächlich keine gute Form zeigten. Bruce Castor hielt einen erratischen Vortrag, ohne juristische Argumente zu präsentieren, warum seinem Klienten nicht der Prozess gemacht werden sollte. Die Demokraten als Ankläger waren auf der anderen Seite besser auf dieses zweite Impeachment gegen Trump vorbereitet. Unter der Führung vom Abgeordneten Jamie Raskin präsentierten die Impeachment-Manager ihren Fall mit juristischen Argumenten, aber auch emotionalen Statements. Eine Verurteilung Trumps in diesem historischen zweiten Amtsenthebungsverfahren ist dennoch unwahrscheinlich. Für die nötige Zweidrittelmehrheit müssten 17 Republikaner mit den 50 demokratischen Senatorinnen und Senatoren stimmen. Doch die GOP ist im inneren Konflikt, die Zukunft nach der Präsidentschaft Trumps offen. Sollen sie sich von ihrem Präsidenten lösen oder bleibt dieser auch in den kommenden Jahren eine prägende Figur? Dass diese Frage noch unbeantwortet ist, zeigen auch die Konflikte im Repräsentantenhaus um Liz Cheney und Marjorie Taylor Greene. Wie die Zukunft der Republikaner aussehen kann, was vom Impeachment-Verfahren zu erwarten ist und was die Demokraten außer einer juristischen Verurteilung damit gewinnen können, diskutieren wir im US-Podcast, einer Co-Produktion von ZEIT ONLINE und MDR AKTUELL. Und im Get-out: Schauspieler Mandy Patinkin und seine Frau Kathryn Grody über Beziehungen im Corona-Lockdown und Edward Hoppers "Nighthawks" im Art Institute in Chicago. Der Podcast erscheint immer donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Feb 11, 2021
Ein neuer Ton im Weißen Haus
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Eine nationale Corona-Impfstrategie, Hilfspakete in Millionenhöhe, mehr Gleichstellung, mehr Klimawandel, Einwanderungsreformen: US-Präsident Joe Biden hat in seinen ersten zwei Wochen im Amt viel Aktivismus gezeigt. Mit Dutzenden präsidialen Verordnungen, den Executive Orders, hat er Entscheidungen seines Vorgängers im Oval Office, Donald Trumps, rückgängig gemacht. Doch allein per Dekret lässt sich nicht regieren. Um Reformen und Gesetze umzusetzen, braucht Biden auch den Kongress. Dort haben die Demokraten in beiden Häusern eine Mehrheit. Dennoch geht es nicht komplett ohne die Republikaner. Doch die könnten im Senat durchaus auch über den Filibuster, eine Dauerrede, zu einer Blockadepolitik in der Opposition zurückkehren. Wie viel Macht Joe Biden mit den Mehrheiten im Kongress wirklich hat, welche wichtigen Ziele er jetzt angehen muss und wie sehr das Impeachment-Verfahren gegen Ex-Präsident Donald Trump die Schlagzeilen in den kommenden Wochen bestimmen könnte, diskutieren wir im US-Podcast, einer Koproduktion von ZEIT ONLINE und MDR AKTUELL. Und im Get-out: das Hörbuch "Born To Run" von Bruce Springsteen und eine Folge des Podcasts "With Friends Like These" mit der Autorin und Aktivistin Sonya Renee Taylor. Der Podcast erscheint immer donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Feb 04, 2021
Joe Bidens Bürden
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Nummer 45 ist Geschichte, Nummer 46 hat übernommen: Die Amtszeit von US-Präsident Donald Trump ist beendet, Joe Biden ist am Mittwoch ins Weiße Haus eingezogen. Seine Amtseinführung war in vielen Dingen besonders: Trump nahm nicht an den Feierlichkeiten teil, er verließ die Hauptstadt Washington, D.C., schon Stunden, bevor Biden ins Amt eingeschworen wurde. Die Sicherheitsvorkehrungen waren außerdem nach dem Sturm aufs Kapitol zwei Wochen zuvor so hoch wie nie zuvor, es herrschte eine angespannte Stimmung in der Stadt, über der am Abend, als alles ruhig geblieben war, ein Feuerwerk zu Ehren der neuen Regierung gezündet wurde. Und dann war es der Tag der Frauen. Kamala Harris wurde als erste Frau und als erste Person of Color als Vizepräsidentin vereidigt. Und die 22-jährige Lyrikerin Amanda Gorman trug ein kraftvolles, schmerzhaftes Gedicht vor, das lange nachklang. Wie würdevoll die Amtseinführung war, was von Donald Trump bleibt und was Joe Biden und Kamala Harris in den Monaten im Amt erreichen können, diskutieren wir im US-Podcast, einer Koproduktion von ZEIT ONLINE und dem MDR. Und im Get Out: die Lyrikerin Louise Glück und John Oliver aus lang vergangenen Zeiten. Der Podcast erscheint in dieser Woche am Freitag, sonst immer donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Jan 22, 2021
Wie sicher ist Joe Bidens Amtseinführung?
3840
1.400 Polizisten der Capitol Police standen etwa 8.000 Trump-Anhängern gegenüber, bevor das Kapitol gestürmt wurde. Warum war das Gebäude, in dem der Kongress am vergangenen Mittwoch den Wahlsieg von Joe Biden bestätigte, nicht besser gesichert? Steven Sund, der Chef der Capitol Police, sagte der "Washington Post", er habe im Vorfeld vergeblich um Unterstützung bei der Nationalgarde gebeten. Die Aufarbeitung des Sturms auf das Kapitol wird die USA noch lange beschäftigen. Kurzfristig geht es in Washington, D. C., jedoch jetzt darum, die Amtseinführung von Joe Biden am 20. Januar sicher zu gestalten. Die Angst vor neuen Ausschreitungen nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch in Landeshauptstädten der Bundesstaaten ist groß. Politisch wird derweil diskutiert, ob Donald Trump noch seines Amtes enthoben werden sollte. Die Demokraten forcieren ein Impeachment. Das Verfahren im Senat würde aber wohl erst in die Präsidentschaft von Biden fallen – der darum wirbt, im Senat auch Zeit für die Bestätigung seiner Kabinettsmitglieder und für weitere Corona-Hilfen zu schaffen. Wie sich Donald Trump in den letzten Tagen seiner Präsidentschaft verhält, was ein zweites Impeachment bedeuten würde und wie angespannt die Stimmung in der Hauptstadt ist, diskutieren wir im US-Podcast. Außerdem beantworten wir weitere Hörerinnenfragen. Und im "Get Out": ein Auszug aus der ersten Predigt von Raphael Warnock seit seinem Sieg bei der Senatswahl in Georgia und die Netflix-Dokumentation "Pretend It's a City". Der Podcast erscheint wöchentlich immer donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Jan 14, 2021
Donald Trump und der Mob
3553
Nach dem Sturm auf das Kapitol wird in den USA diskutiert, ob man Präsident Donald Trump des Amtes entheben oder gar für amtsunfähig erklären sollte. Trump hatte am Mittwoch seine Anhänger aufgefordert, zum Sitz des Kongresses zu marschieren. Nach der Eskalation versicherte er seinen Anhängern seine Liebe und behauptete weiterhin, die Präsidentschaftswahl sei ihm gestohlen worden. Der künftige Präsident Joe Biden hingegen findet deutliche Worte. Er nannte den Mittwoch einen der "dunkelsten Tage" in der Geschichte der Vereinigten Staaten und bezeichnete die Eindringlinge als "Mob". Er machte Trump dafür verantwortlich. Nun distanzieren sich auch einige Republikaner von ihrem Präsidenten und mehrere hochrangige Mitarbeiter seiner Regierung sind aus Protest zurückgetreten. Wie die Tage bis zum 20. Januar noch verlaufen könnten und was Joe Biden als neuer Präsident nun tun kann, diskutieren wir in einer Sonderfolge des US-Podcasts. Im Get Out: ein Buch und eine Drink-Empfehlung. Der Podcast erscheint normalerweise wöchentlich immer donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Jan 08, 2021
Donald Trumps letztes Gefecht
4487
In weniger als zwei Wochen wird Joe Biden in Washington D. C. den Amtseid ablegen und der 46. Präsident der USA werden. Doch die Nummer 45 verdrängt diesen Tag aus seiner Welt. Donald Trump spricht ohne jegliche Grundlage weiter von Wahlbetrug und dass er die Präsidentschaftswahl klar gewonnen hätte. Selbst, nachdem seine Anhänger am Mittwoch das Kapitol stürmen. Trump geht so weit, dass er in einem unglaublichen einstündigen Telefonat den Staatssekretär des US-Bundesstaates Georgia, Brad Raffensperger, davon zu überzeugen versuchte, das Wahlergebnis zu verändern: "Alles, was ich tun will, ist dies. Ich will nur 11.780 Stimmen finden, was eine mehr ist, als wir haben. Weil wir den Staat gewonnen haben", sagte Trump in dem Gespräch, das die "Washington Post" veröffentlichte. Raffensperger, selbst Republikaner, lehnte das recht höflich ab. Trump nannte ihn daraufhin bei einem Auftritt "verrückt". Und in Georgia hat Trumps Verhalten in den letzten Wochen seiner Amtszeit seiner Partei großen Schaden zugefügt. In der Stichwahl um zwei Senatssitze haben die Konservativen ein Rennen bereits verloren und auch im zweiten Rennen führt der demokratische Kandidat Jon Ossoff. Damit würden die Republikaner ihre Mehrheit im Senat verlieren. Warum der Machtwechsel im Senat so entscheidend ist, diskutieren wir im US-Podcast. Außerdem ordnen wir kurz die Ereignisse vor dem Kapitol ein und beantworten Fragen unserer Hörerinnen und Hörer. Und im "Get Out": der Autor David Sedaris und die Musikerin Janelle Monáe. Der Podcast erscheint wöchentlich immer donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Jan 07, 2021
"I can't breathe", "Biden beats Trump" – der Jahresrückblick
4943
8 Minuten 46 Sekunden. So lange hat der Polizist Derek Chauvin am 25. Mai 2020 sein Knie in den Nacken von George Floyd gepresst. Floyd starb. Sein Tod löste in den USA Massenproteste gegen Rassismus und rassistische Polizeigewalt aus. "I can't breathe", wurde auf den Straßen von Washington, D.C. bis Portland von Demonstranten und Black-Lives-Matter-Aktivisten gerufen. Die Proteste wurden zu einem der entscheidenden Wahlkampfthemen zwischen Amtsinhaber Donald Trump und seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden. Es war ein Wahlkampf, der von Dramatik geprägt war, was nicht nur an der aggressiven Rhetorik Trumps lag. Die Corona-Pandemie, die Wirtschaftskrise, der Tod der Richterin Ruth Bader Ginsburg, verheerende Waldbrände in Kalifornien, die Covid-Erkrankung Trumps: Immer, wenn man dachte, dass sich der Wahlkampf nicht mehr drehen könnte, passierte etwas Neues. Und dann nach der Wahl am 3. November vier Tage ausharren, bis Joe Biden als Sieger ausgerufen wurde. In der letzten Folge des Jahres blicken wir im US-Podcast zurück auf die prägenden Momente in den USA in 2020 und vergeben Preise: von der Lüge des Jahres, der Demokratin des Jahres, dem Song des Jahres bis hin zum Hoffnungsmoment des Jahres. Der Podcast erscheint wöchentlich immer donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Dec 31, 2020
Was kann das Team Biden?
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Es gibt einige Premieren in der neuen Regierung des künftigen US-Präsidenten Joe Biden: So die Personalien vom Senat bestätigt werden, wird Deb Haaland als Innenministerin die erste indigene Ministerin in einem Kabinett sein. Mit Janet Yellen wird die erste Frau das Finanzministerium führen. Der 4-Sterne-General Lloyd Austin wird der erste schwarze Verteidigungsminister und Xavier Becerra der erste Hispanic, der dem Gesundheitsministrium vorsteht. Auf sie alle warten große Aufgaben: die Corona-Pandemie, die Wirtschaftskrise, die soziale Krise des Landes und Aufräumarbeiten nach vieren Jahren chaotischer Trump-Regierung. Amerika steht vor einem schweren Jahr 2021. Bidens Kabinett hat bislang nicht die prominentesten Namen, dafür aber viel Erfahrung. Der künftige Verkehrsminister Pete Buttigieg ist einer der wenigen, die deutlich jünger ist als die meisten seiner älteren Kolleginnen und Kollegen. Joe Bidens bisherige Nominierungen zeigen nicht nur, dass er sich mit möglichst vielen Vertrauten umgeben will, sondern auch, dass der künftige Präsident viele Erwartungen erfüllen will. Ob ihm das gelingt und was von der künftigen US-Regierung zu erwarten ist, diskutieren wir im US-Podcast. Außerdem sprechen wir über das zweite Corona-Hilfspaket und den Cyberangriff auf die USA. Und im Get Out: The Old Vic Theatre in London mit einer Weihnachtsgeschichte und der Held der Polio-Impfung, Elvis Presley. Der Podcast erscheint wöchentlich immer donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Dec 23, 2020
Die Geschichte von Joe und Hunter Biden
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Die US-Bundesstaatsanwaltschaft untersucht die Steuern von Joe Bidens Sohn Hunter. Es ist das zweite Mal, dass Hunter Biden in die Schlagzeilen gerät. Seine Rolle im Verwaltungsrat des ukrainischen Unternehmens Burisma stand im Zentrum der Ukraine-Affäre, die zum Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Donald Trump führte. Nun steht Hunter im Zentrum der Präsidentschaft seines Vaters, die noch nicht einmal begonnen hat. Denn wenn der Sohn des künftigen Präsidenten möglicherweise Steuern nicht oder nicht korrekt gezahlt hat, ist das immer auch ein politisches Thema. Und Sender wie Fox News versuchen, es sich zunutze zu machen. Doch auch Joe Biden selbst hat im Wahlkampf seine Kinder und seine Familiengeschichte zum Thema gemacht. Es ist eine Geschichte der Tragödien. Worum es bei den aktuellen Ermittlungen geht und ob sie Joe Biden als Präsident gefährlich werden können, diskutieren wir im US-Podcast. Außerdem sprechen wir über das Electoral College, Donald Trumps erneute juristische Niederlagen und den Abgang von Justizminister William Barr. Und im Get Out: John le Carré und sein "The Night Manager" sowie die Serie "The Undoing". Der Podcast erscheint wöchentlich immer donnerstags. Die nächste Folge hören Sie in der kommenden Woche wegen der Feiertage ausnahmsweise schon am Mittwoch, den 23. Dezember. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Dec 17, 2020
Donald Trumps Drama, Akt V
3499
Donald Trump macht einfach weiter. Auch wenn er das Wahlergebnis juristisch nicht mehr anfechten kann, behauptet der US-Präsident, dass er um seinen Sieg betrogen worden sei. Und im US-Bundesstaat Georgia, wo im Januar entscheidende Nachwahlen um zwei Senatssitze stattfinden, jubeln ihm seine Anhängerinnen und Anhänger zu, als wäre nichts gewesen. Und auch die Republikanische Partei macht es immer mehr zu ihrer Wahlkampfstrategie für die Zukunft, das Wahlsystem zu diskreditieren. Das ist nicht nur nach innen eine Gefahr für das demokratische Fundament der USA, sondern auch eine Bürde für den künftigen Präsidenten Joe Biden und seine Außenpolitik. Die USA sind kein verlässlicher Partner mehr in der Welt: Trump kündigte Abkommen einseitig auf, verärgerte Regierungen, machte Alleingänge. Biden und sein künftiger Außenminister Antony Blinken werden versuchen, wieder zu einer größeren diplomatischen Normalität zurückzufinden. Doch Vertrauen ist nicht so schnell wieder aufzubauen. Wer Blinken ist, welche internationalen Themen auf der US-Agenda weit oben stehen und warum es problematisch ist, dass Trump auch nach seinem Ausscheiden aus dem Weißen Haus weiter wüten wird, diskutieren wir im US-Podcast. Und im Get Out: die Schrifstellerin Dorothy Gallagher und John Oliver. Der Podcast erscheint wöchentlich immer donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Dec 10, 2020
Die Zukunft der Demokraten ohne das Feindbild Trump
3337
Feindlich. So nennt Alexandria Ocasio-Cortez die Stimmung gegenüber progressiven Ideen in der eigenen Partei. Nur kurz nach dem Wahlsieg von Joe Biden war es vorbei mit der Solidarität, mit der sich alle Flügel der demokratischen Partei hinter ihren Kandidaten gestellt hatten. Denn bei den Kongresswahlen lief es für die US-Demokraten weit weniger gut, als sie gehofft hatten. Im Repräsentantenhaus hielten sie zwar die Mehrheit, doch anstatt Sitze hinzuzugewinnen, verloren sie einige Wahlkreise. Im Senat hängt eine mögliche Mehrheit an der Nachwahl von zwei Senatssitzen im US-Bundesstaat Georgia im Januar. Die blaue Welle, sie ist ausgeblieben. Liegt es daran, dass im Wahlkampf zu viele progressive Themen und zu oft das Wort Sozialismus gefallen ist, wie Abgeordnete aus eher konservativen Wahlkreisen sagen? Oder daran, dass zu wenig konsequent auf Themen wie Klimawandel, Black Lives Matter und Gesundheitsversorgung gesetzt wurde, wie der linke Parteiflügel kritisiert? Im Podcast sprechen wir über den Lagerstreit bei den Demokraten, die Geschichte der Partei und ihren möglichen Weg in die Zukunft. Und im Get Out: Emmanul Acho mit seinen unbequemen Gesprächen und eine Schwärmerei über Patti Smith. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Dec 03, 2020
Ein Superspreader-Thanksgiving?
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Mit Thanksgiving beginnt in den USA die Feiertagssaison. Das Fest ist für nicht wenige US-Amerikanerinnen und -amerikaner fast wichtiger als Weihnachten. Es ist eine Chance, die Familie zu sehen, ein langes Wochenende miteinander zu verbringen. Millionen reisen kreuz und quer durch das Land, Flugpreise sind normalerweise astronomisch hoch. Doch die Corona-Pandemie hat auch das verändert. Die Zahlen in den USA steigen wieder dramatisch an, mehr als 12,5 Millionen Menschen sind bereits infiziert, mehr als eine Viertelmillion Menschen ist an den Folgen des Coronavirus gestorben. Das Center for Disease Control hat daher in diesem Jahr alle Bürger dazu aufgerufen, das Reisen zu Thanksgiving zu vermeiden. Dennoch sind am Wochenende vor dem Fest an diesem Donnerstag mehr als zwei Millionen Menschen im Land geflogen. Im Vergleich zu den Vorjahren ist das zwar deutlich weniger, inmitten einer Pandemie aber zu viel, sodass viele fürchten, dass Thanksgiving zum Superspreaderevent werden könnte. Unterdessen sind immer noch mehr als elf Millionen Menschen im Land ohne Job, viele können sich nicht ihren normalen Supermarkteinkauf leisten, geschweige denn einen Truthahn. Mehr als 26 Millionen Erwachsene sagen laut Daten, die die "Washington Post" zitiert, sie hätten nicht genug zu essen. Und die Politik? US-Präsident Donald Trump kümmert sich nicht um die Pandemie, der gewählte Präsident Joe Biden hat noch nicht die Macht, dies zu tun. Im US-Podcast sprechen wir darüber, wie es den Menschen im Land geht, wie Sport und Kultur mit der Pandemie umgehen und wie die Machtübergabe im Weißen Haus läuft. Und im Get Out: Empfehlungen für das Kennedy Center (https://www.kennedy-center.org/) und wordsmith.org. "OK, America?" erscheint wöchentlich immer donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Nov 26, 2020
Die zwei Wahl-Wahrheiten
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Der Samstag nach der Wahl am 3. November: Tausende Menschen strömen zum Weißen Haus in Washington, D. C., um den Sieg von Joe Biden zu feiern. Der Samstag eine Woche später: Tausende Menschen strömen zum Weißen Haus, um US-Präsident Donald Trump ihre Unterstützung zu versichern und Trumps Behauptung zu wiederholen, dass diese Wahl gestohlen sei. Das sind die beiden Welten, in denen sich die USA gerade befinden. Während Joe Biden weiterhin versucht, mit seinem Übergangsteam seine Präsidentschaft ohne Unterstützung aus dem Weißen Haus vorzubereiten, verweigert sich Donald Trump den Realitäten des Wahlergebnisses. Sein innerer Zirkel und die Republikanische Partei unterstützen ihn dabei. Das hat Folgen für die Welt und sie gehen weit über das Ende von Trumps Präsidentschaft hinaus. Über Trumps mögliche Gründe, seine Niederlage nicht einzugestehen, diskutieren wir im US-Podcast. Außerdem sprechen wir über das neue Buch von Barack Obama: "Das verheißene Land". Und im Get Out: Jon Stewart, eine Schacheröffnung und das Residenztheater München. "OK, America?" erscheint wöchentlich immer donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Nov 19, 2020
War es das jetzt wirklich für Donald Trump?
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Das Konfetti war noch nicht ganz von den Straßen in Washington und anderswo gefegt, da fingen Joe Biden und Kamala Harris mit ihrer Arbeit an. Sie stellten ihre Coronavirus-Taskforce vor, Biden telefonierte mit Kanadas Premier Justin Trudeau und hinter den Kulissen soll eigentlich der Übergang ins Weiße Haus laufen. Doch der wird noch von US-Präsident Donald Trump blockiert. Ein wichtiger Brief ist nicht unterzeichnet, deswegen können weder Gelder, noch Dokumente, noch Sicherheitsstufen freigegeben werden, um den Übergang von Präsident Nummer 45 zu 46 zu ermöglichen. Das liegt daran, dass Trump seine Niederlage nach wie vor nicht akzeptiert. Er spricht weiter von Betrug, von gestohlenen Stimmen und kündigt Klagen in unterschiedlichen Bundesstaaten gegen die Auszählungen an. Auch wenn das wenig Aussicht auf Erfolg hat, sind seine Aussagen über eine angeblich gestohlene Wahl, die von Republikanern wie Mitch McConnell gestützt werden, mit Sorge zu betrachten. Und in seinen verbleibenden elf Wochen im Weißen Haus kann Trump mit der ganzen Macht, die er als Präsident hat, auf vielen unterschiedlichen Ebenen noch viel Politik machen. Die Zeit bis zur Amtseinführung von Biden am 20. Januar könnten turbulente Wochen werden. Welche Folgen die Erzählung haben kann, die Donald Trump und die Republikaner gerade forcieren, und was Demoskopen aus dieser Wahl lernen müssen, diskutieren wir im US-Podcast. Und im Get Out: die beste politische TV-Serie. "OK, America?" erscheint wöchentlich immer donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Nov 12, 2020
Die große Erleichterung
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Als der Nachrichtensender CNN den Sieg von Joe Biden verkündete, begann in der Hauptstadt Washington, D. C., nur Minuten später die große Party. Und auch in vielen anderen US-amerikanischen Städten wurde nach vier langen Tagen des Wartens das Ergebnis der Präsidentschaftswahl euphorisch gefeiert. Der künftige Präsident Biden und seine künftige Vizepräsidentin Kamala Harris sprachen in ihren Siegesreden davon, das Land wieder näher zueinander bringen zu wollen. Eine große Aufgabe. Und Donald Trump? Verbrachte den Tag auf dem Golfplatz und hat seinem Konkurrenten Biden bislang nicht zum Wahlsieg gratuliert und seine Juristen eine Pressekonferenz geben lassen. Die Angst vor Ausschreitungen bestätigen sich bislang nicht, die Anhänger Trumps halten sich zurück. In der in dieser Woche letzten Sonderfolge unseres transatlantischen Podcasts sprechen wir über die aktuelle Lage und wie die Amtsübergabe zwischen Trump und Biden im Januar aussehen könnte. Außerdem im "Get Out": zwei Songs zum Wahlsieg. Der Podcast erscheint normalerweise wöchentlich immer donnerstags, in dieser Wahlwoche regelmäßiger. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Nov 08, 2020
Und dann schlägt Donald Trump um sich
1970
"Wenn man die legalen Stimmen zählt, werde ich locker gewinnen." Aber dann gebe es ja die Manipulationen, illegalen Stimmabgaben und überhaupt werde ihm diese Wahl gestohlen. Das alles sagte Donald Trump am Donnerstagabend im Weißen Haus. Dort, wo er, der Präsident der USA, eigentlich die Integrität des Landes schützen soll. Mehrere US-Fernsehsender brachen die Übertragung der Rede dann auch mit der Begründung ab, der Präsident würde falsche Behauptungen verbreiten. Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa konnten bislang keine Anhaltspunkte dafür finden. Joe Biden, der im Rennen um die Präsidentschaft führt und seinen Vorsprung in umkämpften Bundesstaaten leicht ausbaut, bleibt dagegen weiter bei seiner Strategie. Er spricht von Geduld und zeigt sich zuversichtlich, die Wahl zu gewinnen, wenn alle Stimmen ausgezählt sind. In der dritten Sonderfolge unseres transatlantischen Podcasts sprechen wir über die aktuelle Lage und warum Georgia auch im Januar noch einmal wichtig werden könnte. Außerdem im "Get Out": ein Lesetipp von Anne Tyler. Der Podcast erscheint normalerweise wöchentlich immer donnerstags, in dieser Wahlwoche regelmäßiger. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Nov 06, 2020
Tag zwei des Zitterns
1707
CNN erinnert seine Zuschauer immer wieder daran, geduldig zu sein, Wahlgrafiken werden am Computerbildschirm sekündlich aktualisiert: Die Welt wartet darauf, dass in den USA ein Gewinner der Präsidentschaftswahl ausgerufen wird. Der Demokrat Joe Biden kommt diesem Ziel nach einem für ihn zunächst ernüchternden Wahlabend immer näher. Er hat wichtige Staaten wie Michigan und Wisconsin gewonnen und hat mehr Wahlleute als Donald Trump. Dessen Vorsprung in Pennsylvania, der für ihn extrem entscheidend ist, wird geringer. In der zweiten Sonderfolge unseres transatlantischen Podcasts sprechen wir über die aktuelle Lage, was Trump noch tun könnte, um diese Wahl für sich zu entscheiden und wie eine Präsidentschaft Bidens mit einem gespaltenen Kongress aussehen könnte. Außerdem im Get Out: das neue Album von Bruce Springsteen und ein Lesetipp von Brit Bennett. Der Podcast erscheint normalerweise wöchentlich immer donnerstags, in dieser Wahlwoche regelmäßiger. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Nov 05, 2020
Das große Rechnen
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Es ist der vielfach erwartete Krimi und doch mit unerwarteten Wendungen: US-Präsident Donald Trump ist trotz aller Umfragen erstaunlich stark aus diesem Wahltag hervorgegangen. Er hat für ihn wichtige Staaten wie Texas, Florida und Ohio gewonnen, doch zum Sieg reicht es nicht. Aber auch Joe Biden hat noch nicht die magische Grenze von 270 Wahlleuten erreicht, er gewinnt laut US-Medien Arizona und hofft in den Industriestaaten im Nordosten des Landes wie Pennsylvania, Wisconsin und Michigan auf Erfolge. Dort wird aber noch gezählt, und es könnte dauern. In einer Sonder-Live-Folge unseres transatlantischen Podcasts sprechen wir über die ersten Ergebnisse und die ersten Lehren aus dem Wahlabend. Der Podcast erscheint normalerweise wöchentlich immer donnerstags, in dieser Wahlwoche regelmäßiger. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Nov 04, 2020
Die letzten Tage des Donald Trump?
3914
Es ist das Ende eines langen Wahlkampfs: In weniger als einer Woche entscheiden die Bürger in den USA, ob Donald Trump eine zweite Amtszeit haben oder aber Joe Biden ins Weiße Haus einziehen wird. Der US-Präsident feiert die Berufung von Amy Coney Barrett an den Supreme Court im Endspurt als großen Erfolg. Drei von neun Richterinnen und Richtern am obersten Gericht hat Trump in seiner ersten Amtszeit ernannt. Ansonsten reist Trump hektisch durch die Bundesstaaten, hält Reden und läuft seinem Rückstand in den nationalen Umfragen hinterher. Und Joe Biden? Hat sich durch die letzte TV-Debatte gekämpft, strahlt mit seiner Reiseroute für die letzten Tage vor der Wahl Zuversicht aus und schickt Ex-Präsident Barack Obama ins Rennen um die letzten unentschlossenen Wählerinnen und Wähler. Welche strategischen Fehler die Kandidaten noch machen können, warum beide, Donald Trump und Joe Biden, schwache Kandidaten sind und warum auch die Mehrheit im Senat am 3. November so umkämpft ist, diskutieren wir im US-Podcast. Außerdem: "Fierce Attachments" von Vivien Gornick, die Serie "Schitt's Creek" und die New Yorker Buchhandlung The Strand. Der Podcast erscheint wöchentlich immer donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Oct 29, 2020
Die isolierten Staaten von Amerika
3804
Vom Klimaschutz bis zu Handelsabkommen hat sich die Außenpolitik der USA fundamental verändert, seit US-Präsident Donald Trump im Amt ist. Beraten lässt sich Trump in diplomatischen Fragen nicht, seine Politik folgt, wenn überhaupt, nur einer Strategie: America First. Nicht nur aus dem Pariser Klimabkommen sind die USA unter Trump ausgestiegen, der Präsident kündigte den Atomdeal mit dem Iran auf, beendete nukleare Militärabkommen wie den INF-Vertrag mit Russland, führte Importzölle ein, statt Handelsabkommen weiter zu verhandeln und beschreitet in der Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus ebenfalls einen Weg außerhalb der internationalen Gemeinschaft. Das alles belastet die diplomatischen Beziehungen des Landes: das transatlantische Verhältnis, die Kommunikation mit den Nachbarn Kanada und Mexiko, die Beziehung zur Nato und anderen Bündnissen. Dafür pflegt der Präsident eine für viele irritierende Nähe zu Russlands Präsident Wladimir Putin, dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdoğan oder Victor Orbán in Ungarn. Welche Folgen vier Jahre Trumpscher Außenpolitik haben und ob Joe Biden nach einem möglichen Wahlsieg zu einer traditionelleren amerikanischen Rolle in der Welt zurückkehrt, diskutieren wir im US-Podcast. Außerdem: Was ist dran an dem angeblich belastenden Material über Hunter Biden auf einer in Delaware aufgetauchten Festplatte? Und im Get Out: eine Podcast-Empfehlung (https://crooked.com/podcast-series/pod-save-america/). "OK, America?" erscheint wöchentlich immer donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Oct 22, 2020
Der Kampf um die Swing States
3461
In Florida möchte US-Präsident Donald Trump am liebsten Küsse an alle verteilen und keine 24 Stunden später steht er auf einer Bühne in Pennsylvania, um dort seine Anhängerinnen und Anhänger zum Wählen aufzurufen. Und sein demokratischer Herausforderer Joe Biden reist, wenn auch coronabedingt eingeschränkter, von Ohio bis Nevada, um seine Wählerinnen und Wähler zu motivieren. Weniger als drei Wochen vor der Wahl sind die beiden Präsidentschaftskandidaten fast nur noch in den umkämpften Swing States unterwegs. In diesen Bundesstaaten wird nicht traditionell immer republikanisch oder demokratisch gewählt, sondern mal für die eine, mal für die andere Partei gestimmt. Und wer in welchem Bundesstaat gerade vorne liegt, verkündet fast täglich eine neue Umfrage. Doch nach der Wahl 2016 ist die Skepsis gegenüber Prognosen und Wahrscheinlichkeiten groß. Welche Swing States in diesem Jahr besonders wichtig sind, wieso einige wenige Staaten immer entscheidender werden und wie verlässlich die Umfragen wirklich sind, diskutieren wir im US-Podcast. Er erscheint wöchentlich immer donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Oct 15, 2020
Der kranke Präsident
3449
Habt keine Angst vor Corona: Diese Botschaft verbreitet US-Präsident Donald Trump, nachdem er an Covid-19 erkrankt ist. Drei Tage wurde Trump im Walter-Reed-Krankenhaus in Bethesda in der Nähe von Washington D. C. behandelt, dann inszenierte er seine Rückkehr ins Weiße Haus am Montag wie eine Auferstehung. Währenddessen erkranken immer mehr Menschen im Umfeld des Präsidenten an dem Virus. Wie es dem Präsidenten wirklich geht, wann er sich genau infiziert hat und wie der Verlauf der Erkrankung ist, bleibt trotz täglicher medizinischer Updates seiner Ärzte unklar. Eine transparente Kommunikation aus dem Weißen Haus dazu gibt es nicht. Und die Hoffnung vieler – darunter auch einige seiner Berater –, dass sich der Präsident nach seiner Erkrankung in Bezug auf seinen Umgang mit der Pandemie ändern würde, hat sich nicht erfüllt. Mehr als 7,5 Millionen Menschen sind im Land infiziert, mehr als 210.000 bereits gestorben, doch Trump verharmlost weiter. Ob diese Strategie für ihn weniger als einen Monat vor der Wahl am 3. November aufgeht, wie sich Joe Biden verhält und welche Folgen die Erkrankung Trumps haben könnte, diskutieren wir in unserem transatlantischen US-Podcast. Er erscheint wöchentlich immer donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Oct 08, 2020
Der Präsident und seine Freunde von Fox News
3479
Fake News oder willige Helfer, Donald Trump hat den Umgang mit den Medien grundlegend verändert. Außerdem im US-Podcast: das erste TV-Duell der Präsidentschaftskandidaten. Je nach Temperament war es wahlweise eine "Schande" oder eine "Shitshow": Die Kommentare nach der ersten TV-Debatte zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden waren eindeutig. Präsidial oder erkenntnisreich war an diesem Aufeinandertreffen der beiden Männer, die sich um das mächtigste Amt im Land bewerben, wenig. Es war ein Abend, der die US-amerikanischen Medien noch lange beschäftigen wird. Denn zwei Debatten warten in diesem Wahlkampf noch auf Zuschauer und Berichterstatter. Und auch der Moderator des Abends, Chris Wallace, schaffte es nicht, seiner Rolle gerecht zu werden und der Debatte Struktur zu verleihen. Das lag aber nicht daran, dass Wallace für Fox News arbeitet und damit zugunsten von Trump moderiert hätte. Wallace gilt als einer der letzten unabhängigen Moderatoren des Senders. Seine Kollegen wie Sean Hannity, Tucker Carlson oder Laura Ingraham sind das nicht mehr. Sie sind Meinungsmacher bei dem Nachrichtensender, der von Rupert Murdoch gegründet wurde und explizit ein Publikum rechts der Mitte ansprechen soll. Der Erfolg von Fox News hat die Medienlandschaft verändert. Und die Präsidentschaft Trumps das Verhältnis von Politik und Medien und auch das zwischen Rezipient und Journalist. Ob Trumps Erzählung von Journalismus als Fake News und seine Allianz mit Fox News die Rolle der Medien in der US-amerikanischen Gesellschaft grundsätzlich verändert haben, und welchen Einfluss historische Entwicklungen darauf haben, diskutieren wir im transatlantischen Podcast. Der Podcast erscheint wöchentlich immer donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Oct 01, 2020
Das Drama um "Notorious RBG’s" Nachfolge
4061
Wer glaubte, dass sich der US-amerikanische Wahlkampf in den wenigen Wochen vor dem 3. November nicht noch zuspitzen könnte, irrte. Als die Nachricht vom Tod Ruth Bader Ginsburgs, Richterin am Supreme Court, Ende vergangener Woche öffentlich wurde, veränderte das noch einmal die Dynamik im Rennen um die Präsidentschaft. Ein Land trauert seitdem um eine brillante Juristin, feministische Ikone und die Liberalen um eine ihrer Heldinnen. Ginsburg, Spitzname "Notorious RBG", hat die Gesellschaft entscheidend geprägt, sie widmete ihre Karriere dem Kampf für Gleichstellung. Aber so übergreifend anerkennend unter linken wie konservativen Amerikanerinnen die Wertschätzung für die Lebensleistung Ginsburg ist, so unüberbrückbar stehen sich die politischen Parteien im Kampf um ihre Nachbesetzung gegenüber. US-Präsident Trump will sein Nominierungsrecht nutzen. Er hat angekündigt, noch in dieser Woche eine Kandidatin zu benennen. Und der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, hat Trump zugesichert, schnell über die Besetzung abstimmen zu lassen. Die Mehrheit dafür haben die Republikaner aller Voraussicht nach, da Trump-Kritiker Mitt Romney angekündigt hat, sich einer Abstimmung nicht entgegenzustellen. Die Demokraten und ihr Kandidat Joe Biden hingegen spielen Szenarien durch, wie sie nach einer erfolgreichen Wahl die Werteverhältnisse am Obersten Gericht erneut verschieben könnten. Warum der Kampf um Ginsburgs Nachfolge ideologisch so aufgeladen ist und welcher Partei das eher nützen könnte, diskutieren wir im transatlantischen US-Podcast "OK, America?". Der Podcast erscheint ab sofort wöchentlich immer donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Sep 24, 2020
Amerika brennt
3596
Es brennt an der Westküste der USA. Und die Feuer werden so schnell nicht aufhören. Die Menschen in Kalifornien, Oregon, Washington und anderen Bundesstaaten erleben teils zum zweiten Mal die verheerende Zerstörung, die die Waldbrände anrichten. Und im Süden des Landes ist Hurrikan Sally auf Land getroffen, bringt Regen, Sturm und Überschwemmungen. Es ist einer der ersten von prognostizierten 25 Stürmen, auf die sich das Land in dieser Hurrikansaison laut Meteorologen einstellen muss. Die Menschen in den USA bekommen die Folgen des Klimawandels in diesen Tagen voller Katastrophen deutlich zu spüren. Und der US-Präsident? Donald Trump hat den Klimawandel immer wieder geleugnet, ist aus dem Pariser Klimaabkommen ausgestiegen und macht auch für die Brände nicht die Erderwärmung verantwortlich. Sein Konkurrent bei der Präsidentschaftswahl am 3. November, Joe Biden, nennt den Klimawandel eine der vier großen Krisen, die das Land zu bewältigen habe. Als Präsident will er laut seinem Wahlprogramm ambitionierte Klimaziele forcieren. Wie sehr das Thema die entscheidenden Wahlkampfwochen noch beeinflussen kann und wie die Klimapolitik des Landes in den vergangenen Jahren aussah, debattieren wir in unserem transatlantischen US-Podcast. Außerdem: Bob Woodwards Trump-Enthüllungsbuch "Rage". Der Podcast erscheint ab sofort bis zur Wahl am 3. November wöchentlich immer donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Sep 17, 2020
Die vielen Wahrheiten des Donald Trump
3874
Acht Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl am 3. November geht es nur noch um eins: die Deutungshoheit über die wahlentscheidenden Themen. Corona-Pandemie, Wirtschaftskrise, Polizeigewalt, Rassismus und Proteste von Portland bis Kenosha: Die USA kommen seit Monaten nicht zur Ruhe. Auf dem Parteitag der Republikaner zeichnete die Partei ein Bild von ihrem Präsidenten und Kandidaten Donald Trump, der als Einziger vermag, das Land aus diesen Krisen zu führen – und selbst keine Verantwortung für sie trägt. Trump porträtiert vielmehr seinen Gegner Joe Biden als radikal liberal und warnt, dass die Demokraten das Land in Schutt und Asche legen würden, sollten sie an die Macht kommen. Angst ist Trumps Leitmotiv für die letzten Wochen dieses Wahlkampfes, darauf setzt er konsequent und verdreht Fakten und Wahrheiten, bis sie in seine Welt passen. Weiterverbreitet wird dieses Weltbild durch seine Kinder, die dazu beigetragen haben, den Parteitag zur großen Trump-Show zu machen. Und Biden? Konterte in einer Rede in Pittsburgh die Angriffe und inszeniert sich als Gegenpol zu Trump. Findet aber noch keine klaren politischen Antworten auf die seit Monaten heikle Situation der Proteste und Gegenproteste, auf Wut und Sorge. Wie erfolgreich Trumps Strategie sein könnte und wie eng dieser Wahlkampf doch noch werden kann, debattieren wir in unserem transatlantischen US-Podcast. Außerdem: eine kleine Hörersprechstunde. Der Podcast erscheint alle zwei Wochen donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Sep 03, 2020
Wie Kamala Harris Donald Trump gefährlich werden kann
3875
Rhetorisch stark, schlagfertig, ehrgeizig: Diese Eigenschaften zeichnen Kamala Harris aus – und das soll sie als Vizepräsidentschaftskandidatin für Joe Biden im Wahlkampf zeigen. Und auch sonst bringt Harris vieles mit, worauf Biden zählt, um am 3. November die Präsidentschaftswahl gegen Donald Trump zu gewinnen. Die 55-Jährige hat jamaikanische und indische Wurzeln und ist die erste "woman of color" und überhaupt die erste Frau, die Vizepräsidentin werden könnte. Und damit, so das Kalkül Bidens, könnte sie für weibliche und diverse Wählerinnen attraktiv sein. Die Juristin, die ihre Karriere in San Francisco als Bezirksstaatsanwältin begann, hat ihre rhetorischen Fähigkeiten vor allem im Justizausschuss des Senats mehrfach bewiesen, als sie die Justizminister Jeff Sessions und William Barr in Bedrängnis brachte. Im Wahlkampf wird sie TV-Debatten gegen Vizepräsident Mike Pence bestreiten. Doch sie hat auch Schwächen, dem linken Flügel der Partei ist Harris zu moderat. Ihre Kritiker nennen sie auch "Kamala the cop", weil sie als Staatsanwältin Teil des Systems war und nichts dagegen getan hat, dieses zu verändern. Und Trump? Der sortiert Harris bei den "linken Faschisten" ein, bei den Radikalen, bei denen, "die unser Land zerstören wollen". Harris sei seine "erste Wahl" gewesen, twitterte er, "sie liebt es, Steuern zu erhöhen". Welche Chancen das demokratische Ticket Biden/Harris gegen das Duo Trump/Pence hat, ob es die beiden schaffen, die demokratische Partei zu einen und wie die Zukunft von Kamala Harris nach einem Sieg im November aussehen könnte, debattieren wir in unserem transatlantischen US-Podcast. Er erscheint alle zwei Wochen donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Aug 20, 2020
Amerikas wirtschaftliche Katastrophe
3406
Geld ausgeben, konsumieren, das ist ein wesentlicher Bestandteil der US-amerikanischen Wirtschaft. Doch seit der Corona-Krise konsumieren die Amerikaner nicht mehr. Und die Unternehmer investieren nicht mehr. Im zweiten Quartal des Jahres fiel das Bruttoinlandsprodukt um 9,5 Prozent. Es war das schlimmste Quartal der vergangenen 75 Jahre. Tausende Unternehmer melden Insolvenz an, es sind kleine Eckläden, aber auch große Ketten wie die Kaufhauskette J.C. Penney oder der Autovermieter Hertz. Und immer mehr Amerikaner müssen Arbeitslosenhilfe beantragen, mehr als 1,4 Millionen Erstanträge waren es allein vergangene Woche wieder. Umfragen zeigen zudem, dass mehr als die Hälfte der Bürger keine großen Rücklagen besitzt und viele Amerikaner immer noch von einem Gehaltsscheck zum nächsten leben. Republikaner und Demokraten streiten nun darüber, wie sie die Wirtschaft retten können. Maßnahmen eines ersten Hilfspakets, das unter anderem wöchentlich 600 Dollar zusätzliche Arbeitslosenhilfe vorsah, sind ausgelaufen. Während die Demokraten bereits im Mai im Repräsentantenhaus weitere Ideen vorstellten, warteten die Republikaner lange, bis sie nun einen Gegenvorschlag präsentierten. Und Donald Trump? Der US-Präsident hat seine eigenen Vorstellungen davon, wie der Wirtschaft zu einem Comeback verholfen werden soll. Ein Comeback, das aus Trumps Sicht längst geschafft ist. Welche Folgen der wirtschaftliche Absturz für die Menschen im Land hat, über welche Punkte die Parteien streiten und warum der Sport im Land wieder kleine Alltagsfluchten ermöglicht, sprechen wir in unserem transatlantischen US-Podcast. Er erscheint alle zwei Wochen donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Aug 06, 2020
Amerikas Kampf um Taten und Worte
3475
Erst Portland, bald womöglich Chicago, New York und andere von Demokraten regierte Städte: US-Präsident Donald Trump scheut nicht davor zurück, Bundespolizisten in Städte zu schicken, in denen gegen Rassismus demonstriert wird. Denn in diesen Städten herrscht für Trump in Wirklichkeit die "radikale Linke", wie er in dieser Woche sagte. Und das dürfe nicht zugelassen werden. Es ist ein erheblicher Eingriff in die Autonomie der Bundesstaaten und vor allem ein taktisches Wahlkampfmanöver: Bilder von militarisierten Einsatzkräften, die hart gegen Protestierende vorgehen, schüren Ängste und ein "Wir gegen die"-Gefühl. Es ist Trumps Strategie, um die Wahl im November für sich zu entscheiden. Kann das aufgehen? Und nicht nur auf den Straßen wird um rassistische Denkmäler und Meinungsfreiheit gestritten, die Debatte um "cancel culture" wird längst in den sozialen Netzwerken und auf den Meinungsseiten der amerikanischen Zeitungen geführt. Wie viel davon kann und sollte eine liberale Gesellschaft aushalten, wann werden die Stimmen derer, die in Amerika unterdrückt und gedemütigt werden, wirklich gehört – und ist Donald Trump der König der "cancel culture"? Über diese Fragen streitet das Land so erbittert wie nie. Über Amerikas Ringen mit den Debatten über Meinungsfreiheit, den Eingriff des Präsidenten in die Souveränität der Bundesstaaten, "cancel culture" und welchen Einfluss diese Fragen auf die Präsidentschaftswahl am 3. November haben, sprechen wir in unserem transatlantischen US-Podcast. Er erscheint alle zwei Wochen donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Jul 23, 2020
Die Krise ist Donald Trump
4441
Es ist natürlich alles nicht seine Schuld. Die Corona-Krise? Damit muss Amerika leben. Die Proteste der Black-Lives-Matter-Bewegung auf den Straßen vieler amerikanischer Städte? Nichts als ein aggressiver linker Mob, der das starke Amerika zerstören will. Und ein von Russland offenbar ausgesetztes Kopfgeld auf US-Soldatinnen und -Soldaten, die in Afghanistan stationiert sind? Das Briefing hat er nie bekommen. So erklärt, verharmlost und rechtfertigt US-Präsident Donald Trump die Krisen seines Landes und die eigenen Affären. Dass die Krise Donald Trump sein könnte, ist für ihn ausgeschlossen. Statt versöhnende Worte am Nationalfeiertag zu finden, setzt Trump im Wahlkampf alles auf eine Karte. Und die heißt Angriff. Seiner Basis, die ihm bedingungslos folgt, wird das gefallen. Aber kann er damit auch die Wählerinnen und Wähler noch einmal für sich gewinnen, die unentschlossen sind? Derzeit scheint das fraglich. Die Zustimmung für den Präsidenten sinkt, der Rückhalt in der Republikanischen Partei schwindet und sein Kontrahent Joe Biden zieht in entscheidenden Bundesstaaten in den Umfragen an ihm vorbei. Wie sich Trump aus seinem Tief befreien will und welche Chancen er hat, bis zur Wahl am 3. November doch noch mit seiner aggressiven Rhetorik und dem Schüren von Ängsten Erfolg zu haben, diskutieren wir in unserem transatlantischen US-Podcast. Er erscheint alle zwei Wochen donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Jul 09, 2020
Der Supreme Court vs. Donald Trump
3949
Donald Trump würde die Dreamers gern aus den USA abschieben. Jene Menschen, die als Kinder illegal eingewandert sind und Amerika ihr Zuhause nennen. Unter Barack Obama wurden sie unter besonderen Schutz gestellt. Diesen Schutz hat der Supreme Court, das oberste Gericht der USA, nun verlängert. Und auch die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender am Arbeitsplatz hat der Supreme Court mit einem Urteil gestärkt. Beide Entscheidungen gefallen Trump nicht, denn sie gehen gegen die Ansichten seiner konservativen Basis. Und beide Entscheidungen waren überraschend, denn von den neun Richterinnen und Richtern gelten fünf als eher konservativ. Doch ist die Idee des obersten Gerichts nicht eigentlich, eine unabhängige Instanz im auf checks and balances basierten System der USA zu sein? Historisch gesehen ja. Doch seit Jahren stehen sich die Parteien immer feindlicher gegenüber und sind immer weniger kompromissfähig. Daher muss das Gericht zunehmend über soziale und politische Fragen entscheiden, die die Gesellschaft des Landes nachhaltig prägen. Die umkämpften Berufungen der Richter Neil Gorsuch und Brett Kavanaugh durch Donald Trump sind eine Folge, denn jede Partei versucht, das Gericht nach ihren Vorstellungen zu prägen. Wie der Supreme Court mit seiner Macht umgeht, welche wegweisenden Urteile in der Geschichte des Landes schon gefällt worden sind und warum Richterin Ruth Bader Ginsburg zur Ikone des liberalen Amerikas wurde, diskutieren wir in unserem transatlantischen US-Podcast. Er erscheint alle zwei Wochen donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Jun 25, 2020
Im Krieg gegen die eigenen Bürger
3849
Wut und Enttäuschung, Trauer und Angst: Überall in den USA protestieren die Menschen nach dem Tod von George Floyd in Minneapolis am 25. Mai weiter gegen strukturellen Rassismus und Polizeigewalt. "Defund the Police", fordern sie. Und erste Städte haben angekündigt, ihre Polizei zu reformieren und Budgets zu kürzen, um die Gelder für andere Bereiche ihrer Gemeindearbeit zu nutzen. US-Präsident Donald Trump will hingegen nichts davon wissen, den Strafverfolgungsbehörden die finanziellen Mittel zu kürzen. Er sieht nur "great, great people" in der Truppe. Die Demokraten wiederum haben im Repräsentantenhaus ein Gesetz eingebracht, um die exzessive Gewalt zu stoppen. Der "Defund-the-Police"-Forderung schließen sie sich darin nicht an. Aber reichen diese ersten Schritte aus, um eine militärisch aufgerüstete Truppe, die noch dazu eine mächtige Gewerkschaft hinter sich weiß, zu verändern? In unserem transatlantischen Podcast "OK, America?" sprechen wir über die Strukturen, die eine weitgreifende Polizeireform bis jetzt verhindert hat, und was passieren müsste, damit sich nachhaltig etwas verändert. Und in Folge 9 sprechen wir noch über ein weiteres Thema: das angespannte transatlantische Verhältnis, nachdem bekannt wurde, dass Donald Trump offenbar amerikanische Truppen aus Deutschland abziehen will. Der Podcast erscheint alle zwei Wochen donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de
Jun 11, 2020
Sonderfolge: Die rassistischen Staaten von Amerika
2576
"I can't breathe, I can't breathe": Heute sind es die letzten Worte von George Floyd und die erschütternden Bilder seines Todes in Minneapolis vom vergangenen Montag, die zu Protesten in mittlerweile mindestens 140 Städten der USA geführt haben. Im Sommer 2014 war es Eric Garner, der die Worte "I can't breathe" immer wieder sagte, als mehrere Polizisten ihm unverhältnismäßig brutal Handschellen anlegten. Auch Eric Garner starb. Der Polizist Daniel Pantaleo wurde nicht belangt. George Floyd, Breonna Taylor, Ahmaud Arbery, Eric Garner, Michael Brown, Trayvon Martin: Gewalt gegen Schwarze in den USA hört nicht auf, Rassismus ist das große Trauma dieses Landes. Und während überall im Land demonstriert wird und es zu Ausschreitungen und Plünderungen kommt, heizt US-Präsident Donald Trump mit seiner Rhetorik die Stimmung weiter an und lässt Tränengas gegen die Demonstranten einsetzen. In unserem transatlantischen Podcast "OK, America?" sprechen wir in einer Sonderfolge über die Stimmung im Land, Polizeigewalt und die Geschichte des Rassismus. Der Podcast erscheint normalerweise alle zwei Wochen donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Jun 02, 2020
Die polarisierten Staaten von Amerika
4748
Vereinigt wollen sie sein, doch das sind die USA schon lange nicht mehr. Während mehr als 100.000 Menschen im Land an den Folgen des Coronavirus gestorben sind, wird aggressiv über die Shutdown-Maßnahmen gestritten, politisch und auf der Straße. Doch die politischen und ideologischen Gräben sind nicht erst seit der Corona-Krise derart tief. Klimawandel, die Rolle des Staats, Gesundheitsversorgung, Waffenbesitz, das Recht auf Schwangerschaftsabbruch, Religion: In beinahe jedem emotional aufgeladenen Thema gibt es in Amerika nur noch die Entscheidung, auf der einen Seite zu stehen oder auf der anderen. Zwischentöne oder Kompromisse gibt es nicht mehr. Und Präsident Donald Trump schreitet als Chefpolarisierer voran. Doch ist Trump Ausdruck der Polarisierung oder Ursache? Er ist beides, aber die Gründe dieses zerrissenen Landes reichen weit zurück. In unserem transatlantischen Podcast OK, America? sprechen wir über die Sklaverei, das Civil Rights Movement, die Reagan-Ära und was wie diese und andere historische Ereignisse das Amerika von heute geprägt haben. Der Podcast erscheint alle zwei Wochen donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
May 28, 2020
Scheitert Amerika an sich selbst?
3802
Während US-Präsident Donald Trump über das große wirtschaftliche Comeback des Landes spricht, das aus seiner Sicht kurz bevorsteht, spüren die Menschen davon wenig. Die Arbeitslosigkeit ist im April auf 14,7 Prozent gestiegen, mehr als 23 Millionen Amerikaner suchen einen Job. In den Bundesstaaten, in denen die Beschränkungen gelockert werden, sterben im Verhältnis zu ihrem Anteil an der Bevölkerung überproportional viele Afroamerikaner. Die Schwächsten des Landes trifft dieses Virus besonders hart. Rassismus, soziale Ungleichheit, Wut, all das bricht sich in dieser Krise noch mehr Bahn. In Georgia etwa wurde der 25-jährige Afroamerikaner Ahmaud Arbery erschossen, weil er “wie ein Einbrecher aussah”. Er war joggen. Ein Skandal wurde daraus erst Wochen später, als ein Video öffentlich wurde. Sind die USA ein “failed state”, wie George Packer in seinem Essay für den Atlantic (Link: https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2020/06/underlying-conditions/610261/) geschrieben hat (auf Deutsch hier zu lesen: https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-04/corona-krise-usa-donald-trump-pandemie-ungleichheit)? Darüber sprechen wir unter anderem mit dem Philosoph und Politikwissenschaftler Michael Werz in unserem transatlantischen Podcast "OK, America?". Er erscheint alle zwei Wochen donnerstags.
May 14, 2020
Joe Bidens #MeToo-Problem
3928
Statt Reden überall im Land zu halten, Hände zu schütteln und Hotdogs an Kirmesständen zu essen, muss Joe Biden in der Corona-Krise einen komplett anderen Wahlkampf inszenieren. Die Pandemie zwingt den demokratischen Präsidentschaftsbewerber, in seinem Haus in Wilmington, Delaware, zu bleiben. Von dort aus versucht er sich über virtuelle Bürgertreffen, Podcasts und Interviews als erfahrener Macher zu inszenieren, der diese Krise besser managen könnte als Donald Trump. Aber wie einen Präsidenten schlagen, der jede Pressekonferenz im Weißen Haus als Bühne für seine Wiederwahl nutzen kann? Einen Vorteil hat Biden in der Corona-Krise gegenüber Trump: die Fähigkeit zur Empathie. Für Biden ist das Thema Gesundheit und Gesundheitsversorgung nach zwei Schicksalsschlägen in seinem Privatleben ein persönliches. Doch der 77-Jährige ist auch angreifbar. Eine Frau wirft ihm einen sexuellen Übergriff in den Neunzigerjahren vor. Und auch der Fall Anita Hill verfolgt Biden bis heute. Hill hatte einem Richter, der an den Obersten Gerichtshof berufen werden sollte, sexuelle Belästigung vorgeworfen. Biden leitete die Anhörung in dem Fall. Wie die Vorwürfe gegen Biden einzuordnen sind, warum Anita Hill immer noch ein Thema ist und welche Chancen Joe Biden gegen Donald Trump hat, darüber sprechen wir in unserem transatlantischen Podcast OK, America?. Er erscheint alle zwei Wochen donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Apr 30, 2020
König Trump und die Krise
4155
“Wenn jemand Präsident der Vereinigten Staaten ist, dann ist die Autorität total, und so sollte es sein.” Das sagte US-Präsident Donald Trump am Montag während einer seiner täglichen Pressekonferenzen, in denen er über die Corona-Krise informiert. New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo hat diesen Machtanspruch des Präsidenten direkt zurückgewiesen: "Wir haben keinen König", sagte Cuomo dem Fernsehsender NBC. Die USA leiden wie kaum ein anderes Land unter der Corona-Pandemie und Trump hat während seiner Präsidentschaft wiederholt gezeigt, dass er sich selbst als die Lösung für alle Probleme sieht. Darauf baut das System Trump auf. Aber kann es das Land aus der Krise führen? Welche Schwächen offenbart Trump – und welche Stärken? Darüber sprechen Rieke Havertz und Klaus Brinkbäumer in der vierten Folge von “OK, America?“, dem transatlantischen Podcast von ZEIT ONLINE. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Apr 16, 2020
Die verzweifelten Staaten von Amerika
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In New York hat in dieser Woche ein Schiff der US-Marine am Hudson River angedockt: Die USNS Comfort ist gekommen, das größte Krankenhausschiff der Welt. Es soll dabei helfen, die Kliniken der Stadt vor dem Kollaps zu bewahren. Die Metropole ist zum Krisengebiet geworden, mehr als 1.000 Menschen sind bereits an Covid-19 gestorben, mehr als 40.000 Menschen sind mit dem Virus infiziert. Für viele ist das Schiff ein Symbol der Hoffnung. Es ist aber auch ein Symbol dafür, wie hoffnungslos überfordert die Stadt und das ganze Land mit dieser Krise sind. Viele Amerikaner leben "from paycheck to paycheck", von einem Monatsgehalt zum nächsten. Rücklagen haben die wenigsten und in dieser Krise offenbart sich, dass eines der reichsten Länder der Erde keinen Sozialstaat hat. Das ist auch ein Grund dafür, warum es New York im Vergleich zu Berlin so viel härter trifft. Und was macht Präsident Donald Trump? Hält tägliche Pressekonferenzen ab und streitet sich mit den Gouverneuren der Bundesstaaten über die richtige Strategie, um aus der Krise herauszukommen. Wie sehr die Corona-Pandemie die amerikanische Gesellschaft in ihrem Selbstverständnis schon jetzt verändert, darüber sprechen wir in unserem neuen transatlantischen Podcast OK, America?. Er erscheint alle zwei Wochen donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Apr 02, 2020
Krise sucht Präsidenten
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Kalifornien und New York sind schon Risikogebiete, weitere werden in den USA folgen: Das bisschen Coronavirus, wie US-Präsident Donald Trump es lange herunterspielen wollte, trifft nun auch die US-Amerikaner mit voller Wucht. Nachdem Trump zunächst Fakten und Wissenschaft ignorierte und versuchte, den Europäern die Schuld für die Krise zuzuschieben, bemüht er sich nun, als Krisenpräsident zu punkten. Hält Ansprachen an die Nation, verkündet den nationalen Notstand, kündigt wirtschaftliche Rettungspakete an. Doch sein Krisenmanagement folgt keinem Plan und keiner Strategie. Darüber hinaus haben die USA noch ein weiteres Problem als nur eine erratische Führung in Washington: Das US-amerikanische Gesundheitssystem ist einer Pandemie wie dieser nicht gewachsen. Die Infrastruktur ist schlecht, Millionen Menschen sind trotz Obamacare nicht krankenversichert. Homeoffice ist im Niedriglohnsektor und in der Dienstleistungsbranche kaum umsetzbar. Und einfach mal krank sein ist in den USA, dem Land der vermeintlich unbegrenzten Möglichkeiten, für viele Bürgerinnen und Bürger unmöglich, weil sie sich den Verdienstausfall nicht leisten können. Wie die USA mit der Corona-Krise umgehen, ob Donald Trump oder die Demokraten im Präsidentschaftswahlkampf davon profitieren könnten und wie hart das Virus die Vereinigten Staaten treffen könnte, darüber sprechen wir in unserem neuen transatlantischen Podcast OK, America?. Er erscheint alle zwei Wochen donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Mar 19, 2020
Am Ende muss es Obama richten
3133
Biden oder Sanders, Pragmatismus oder Revolution, Mann oder Mann? In unserem neuen US-Podcast sprechen wir über den Super Tuesday und wie wichtig er für Amerika ist. Joe Biden legt zu, Bernie Sanders bleibt optimistisch, Michael Bloomberg steht nicht länger nur an der Seitenlinie und Pete Buttigieg und Amy Klobuchar sind raus: Die Demokraten suchen noch ihren Kandidaten, um US-Präsident Donald Trump bei der Wahl im November zu schlagen – und wenn man den Umfragen glauben darf, wird es wohl keine Frau sein. An diesem 3. März 2020 findet der sogenannte Super Tuesday in den USA statt: In 14 Bundesstaaten wird gewählt und mehr als 30 Prozent der Delegierten geben ihre Stimme ab. Das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur wird sich also entscheidend zuspitzen. Warum werden die US-Amerikaner wohl auch in diesem Jahr keine Frau ins Weiße Haus wählen? Kann Joe Biden für Bernie Sanders noch gefährlich werden? Wer hat noch Chancen in diesem Machtkampf? Und warum sind die USA eigentlich so liebenswert kompliziert? Darüber sprechen wir in unserem neuen transatlantischen Podcast "OK, America?". Er erscheint heute zum Start am Super Tuesday und ab dem 19. März alle zwei Wochen donnerstags. Sie erreichen uns per Mail an okamerica@zeit.de.
Mar 03, 2020