Zwischen Hamburg und Haiti

By NDR Info

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Category: Places & Travel

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 Jun 30, 2019

Description

Mit dem Mikrofon rund um die Welt. Das ist die spannende Aufgabe, die sich unseren Autor*innen stellt. Um dann in unserem Podcast "Zwischen Hamburg und Haiti" zu erzählen, wie nahe und ferne Länder klingen, was die Menschen dort berichten, wie sie leben, was sie wünschen. Wir fragen unsere Reporter*innen aber auch, wie sie selber sich gefühlt haben beim Reisen, wie es ist, fremd in fernen Welten zu sein. Lassen Sie sich von unserem Podcast "Zwischen Hamburg und Haiti" einladen, mitzureisen und vielleicht auch eigene Reisepläne zu schmieden.

Episode Date
Mythos Galápagos: Paradies oder Vorhölle des Tourismus?
00:33:49
Eine Reportage von Michael Marek Keine TV-Dokumentation, kein Hörfunkbericht, keine Zeitungsreportage ohne den Hinweis, dass die Galápagos-Inseln ein Himmelreich für Flora und Fauna seien. Der Archipel gilt als eines der letzten Naturparadiese auf Erden, Sehnsuchtsort für Reisende aus aller Welt und für den britischen Wissenschaftler Charles Darwin ein Laboratorium der Evolution: die Galápagos-Inseln im Ostpazifik, die rund 1.000 Kilometer entfernt westlich vom Festland Ecuadors liegen. Viele der über 4.500 Tierarten, die Wissenschaftler auf den Galápagos bestimmt haben, leben nur in diesem Ökosystem. Und nirgends auf der Erde lassen sich Tiere so gut aus nächster Nähe beobachten - Meerechsen genauso wie Pelikane, Pinguine, Landschildkröten, Seelöwen oder die berühmten Darwin-Finken. Galápagos: einst beliebter Ort für Seeräuber, nur fünf Inseln von Menschen bewohnt Von den 128 Inseln des Archipels sind nur fünf von Menschen bewohnt. Den Namen Galápagos Inseln, das heißt Schildkröten-Inseln, verwendete zum ersten Mal der flämische Kartograf Abraham Ortelius im Jahre 1574. Die Galápagos - wie die Spanier die Schildkröten nannten - wurde danach ein beliebter Ort für Seeräuber, die hier einen Stützpunkt fanden, Proviant und Wasser an Bord nahmen und sich auch verstecken konnten. Mythos Galápagos! Eine Reportage von Michael Marek.
Aug 14, 2022
Auf den Spuren der Obamas in Chicago
00:31:53
Dem ehemaligen US-Präsident Barack Obama wird nun in seiner Heimat mit einer Präsidentenbibliothek ein Denkmal gesetzt. Eine Sendung von Claudia Sarre, ARD-Korrespondentin in Washington Chicago - die "windy city" im Mittleren Westen der USA - ist weltberühmt für ihre spektakuläre Architektur. Ein Wolkenkratzer reiht sich an den nächsten, die Fassaden aus Glas und Stahl spiegeln sich im Chicago River. Im Gründungsjahr 1830 lebten gerade mal 200 Menschen am Lake Michigan. Heute hat die Metropole rund 2,7 Millionen Einwohner. Und noch immer wächst sie - vor allem in die Höhe. Der neueste Wolkenkratzer, der St Regis Tower, ist mit seinen 101 Stockwerken das dritthöchste Gebäude der Stadt. Chicago ist eine Einwanderungsstadt und Kulturtiegel Ähnlich wie New York ist auch Chicago eine Einwanderungsstadt – viele Kulturen treffen hier aufeinander. Zu den bekanntesten Bürgern Chicagos zählen vermutlich die Obamas. Dem ehemaligen US-Präsident Barack Obama wird nun in seiner Heimat - der South Side - mit einer Präsidentenbibliothek ein Denkmal gesetzt. Bekannt ist Chicago außerdem für seinen Blues und seine Gangstervergangenheit. Zu Zeiten der Prohibition, in den 20er-Jahren, hat hier Al Capone sein Unwesen getrieben. Eine Reportage der Washington Korrespondentin Claudia Sarre.
Aug 07, 2022
Südafrika: Ein weiter Weg! 1994 und 2022
00:28:37
Im September 1994 war Irmela Körner für „Zwischen Hamburg und Haiti“ in Südafrika. Erst wenige Monate waren seit der ersten freien und gleichen Wahl im Apartheitsstaat vergangen. Mit dem Amtsantritt des schwarzen Freiheitskämpfers Nelson Mandela als Präsident der neuen Republik verknüpften die bis dahin unterdrückten Nicht-weißen Südafrikaner große Hoffnungen Davon erzählten sie damals der Reporterin. Jana Genth ist derzeit Korrespondentin im ARD-Studio Johannesburg. Sie erlebt täglich, dass Aufstiegs- und Wohlstands-Hoffnungen zerstoben, und auch 30 Jahre nach dem offiziellen Ende der Apartheit Chancen und Lebenswelten in Südafrika nach Hautfarbe und Wohnort getrennt sind Die Reportage von Irmela Körner ist eine Zeitreise in die jüngste südafrikanische Vergangenheit. Jana Genth und Juliane Eisenführ erweitern sie mit Gesprächen über die aktuelle Lage im Land am Kap der Guten Hoffnung.
Jul 31, 2022
Eine Reise durch Mississippi
00:28:31
In Natche im US-Bundesstaat Mississippi kann man dann die Antebellum-Häuser der einstigen Baumwollbarone besichtigen. Von Peter Kaiser Im Süden der USA, in der Hauptstadt Jackson des Bundesstaates Mississippi, steht das sehr besondere "Mississippi Civil Rights Museum". Es ist das einzige Museum, das ein US-Bundesstaat weitgehend finanziert hat, und dieses hier hat die Diskriminierung und Unterdrückung der einstigen schwarzen Sklaven im Fokus. Antebellum-Häuser der einstigen Baumwollbarone in Natchez Ob Folterwerkzeuge, Ku-Klux-Klan-Kutten, Originalfilme, Fotos, wer durch die Museumshallen geht, den fröstelt es, oder: er spricht mit Hesekaia Watkins, einem der letzten noch lebenden Freedom-Rider. Wenig entfernt, in Natchez, kann man dann die Antebellum-Häuser der einstigen Baumwollbarone besichtigen. Über 500 Häuser, zumeist wunderbar intakt, gibt es noch, manche waren die Vorlage für Filme wie "Vom Winde verweht". Und wenn alles genug und zu viel wird: in Dragons Sportsbar etwa kann man Soccer schauen, oder Baseball und Rudby, und dabei essen und trinken, sich unterhalten, allein oder mit der Familie, und Geschäfte machen, was auch immer. Hier kommt Amerika zusammen, Sportsbars sind Alltagskirchen.
Jul 24, 2022
Mit Interrail nach Athen
00:35:31
Egon Koch war im Zug von Hamburg bis nach Athen unterwegs, unter dem Motto "Langsamer reisen - mehr erleben". Von Egon Koch Das Interrail-Ticket ist inzwischen in die Jahre gekommen, fünfzig Jahre ist es alt geworden. Interessant ist es immer noch, gerade in Zeiten, in denen Flugreisen innerhalb Europas aus ökologischen Gründen vor allem für Jüngere nicht mehr unbedingt angezeigt sind. Unterstützung bekommt es durch die EU-Kommission, sie verlost im Jahr 2022 rund 70.000 davon an 18-Jährige. Mit dem Interrail-Ticket von Hamburg bis Athen Längst fährt man mit dem Interrail-Pass nicht mehr vier Wochen kreuz und quer durch Europa, er ist flexibler geworden und auch für Erwachsene zu haben. Für uns war Egon Koch im Zug von Hamburg über Wien, Budapest, Craiova und Sofia bis nach Athen unterwegs, unter dem Motto "Langsamer reisen - mehr erleben".. Vor 50 Jahren ist er auch mit Interrail nach Athen gefahren. Damals wie heute, ein Abenteuer auf 2800 Kilometer, das sich nicht genau planen lässt. Ob er bei der Ankunft immer noch vom flugzeugfreien Reisen überzeugt ist?
Jul 17, 2022
Die World Games Birmingham in Alabama
00:27:03
Vom 7. bis 17. Juli finden die Games in Alabama statt. Die Stadt gilt als "Dinner table of the South", als Esstisch des Südens. Vom 7. bis 17. Juli finden die World Games statt, die Weltspiele der nichtolympischen Sportarten. In Birmingham im US-Staat Alabama. Nie gehört? Kein Problem, auch viele Amerikaner wissen nichts über die Stadt im tiefen Süden ihres Landes. Dabei war Birmingham mal eine Boomstadt. Vor gut 100 Jahren, als die Stahlindustrie florierte und Träume von einem neuen industriellen Zentrum gediehen. Bedeutung hat Birmingham auch im Kampf der Afroamerikaner gegen die gesetzliche Rassentrennung erlangt. Heute gilt Birmingham dank zahlreicher Toprestaurants als "Dinner table of the South", als Esstisch des Südens. Tom Noga stellt die Stadt vor.
Jul 10, 2022
Unterwegs in der Kinostadt Paris
00:34:56
Paris ist auch über hundert Jahre später noch eine Filmstadt: 400 Säle, einige davon legendäre Lichtspielhäuser haben sich erhalten. Mehr als hundert Kinofilme werden pro Jahr an der Seine gedreht. Eine Sendung von Christine Siebert Im Grand Café bei der Pariser Oper springen zwei Dutzend Gäste erschrocken von ihren Stühlen auf: Ein Zug fährt auf sie zu, mitten ins Café hinein. Doch in Wirklichkeit ist es nur ein Film! "Die Ankunft eines Zuges auf dem Bahnhof in La Ciotat" von den Brüdern Lumière. Das war am 28. Dezember 1895: der Geburtstag des Films. Mehr als 100 Kinofilme pro Jahr werden an der Seine gedreht Paris ist auch über hundert Jahre später noch eine Filmstadt: Kinofans haben hier die Wahl zwischen fast 400 Sälen, einige legendäre Lichtspielhäuser haben sich erhalten und über hundert Kinofilme werden pro Jahr an der Seine gedreht. Amélie Poulain, die gewitzte Pariserin im Kultfilm "Die fabelhafte Welt der Amélie", ist international bekannt. Auch Filmpaare aus längst vergangenen Zeiten: Jean Seberg und Jean-Paul Belmondo, die im 60er-Jahre-Film "Außer Atem" die Champs-Elysées hinunterschlendern: Das ist ein unvergessliches Bild. Christine Siebert ist mit ihrem Mikrofon durch die Filmstadt Paris spaziert.
Jul 03, 2022
Die Baumflüsterer - Besuch im kalifornischen Mammutwald
00:26:05
Im Westen Amerikas, an der Küste zum Pazifik kann man noch das Gefühl erleben: den "Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen". Eine Sendung von Guido Meyer Wir alle kennen die Redensart "Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen". Dieser Spruch ist natürlich absurd. Denn die Bäume bilden schließlich den Wald. Und wenn wir Bäume sehen, sehen wir damit auch den Wald. Aber was, wenn sich kein Himmel zeigt und keine Lichtung? Wenn alles, was das Auge sieht, nur Holz und Stämme sind, Stämme und Holz; egal in welche Richtung der Betrachter auch blickt? Dann befinden wir uns wohl in einem Wald aus Mammutbäumen. Von diesen Ungetümen gibt es nicht mehr viele auf der Welt. Doch ganz im Westen Amerikas, an der Küste zum Pazifik – da kann es jedermann noch hautnah erleben: das Gefühl, den "Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen". Aber auch diese Riesen haben mit dem Klimawandel zu kämpfen, wie Guido Meyer bei einem Besuch im Humboldt Redwoods Nationalpark in Kalifornien erfahren hat.
Jun 26, 2022
Heiliges Wasser und göttlicher Schmutz
00:27:35
Ein Bad im Ganges gilt als reinigend, glücksverheißend. Doch Industriegüter vergiften die Flüsse in Indien. Wie reinigt man sie? Ob Ganges, Yamuna oder Caveri - Indiens Flüsse gelten als göttlich und weiblich. Diese Flussgöttinnen prägen nicht nur die Geografie des Landes, sondern auch seine Kultur und den Alltag der Menschen. Die fließenden Göttinnen sind in den heiligen Schriften, den religiösen Mythen und Ritualen verankert. Bis heute gilt ein Bad im Ganges als reinigend und glücksverheißend. Und das, obwohl der moderne Massenkonsum von Wasser und Industriegütern die heiligen Flüsse vergiftet. Insbesondere die indischen Metropolen stellen die zahlreich aufgelegten Reinigungsprogramme der Flüsse vor große Herausforderungen. Antje Stiebitz lernte in Varanasi die Söhne der Göttin Ganga kennen, nahm an heiligen Ritualen teil und hat an den toxischen Gewässern der Yamuna gerochen.
Jun 19, 2022
Onkel Georges Hütte - Besuch in Mount Vernon
00:34:53
George Washington ist für die USA der Vater der Nation. Zentrum des Personenkults ist der einstige Wohnsitz des Präsidenten - und Sklavenhalters. George Washington ist für die USA der Vater der Nation. Statuen und Denkmäler im ganzen Land, Dollarnoten, Münzen, Briefmarken und anderer Devotionalien-Kitsch manifestieren scheinbar seine Unantastbarkeit auf der anderen Seite des Atlantiks. Zentrum des Personenkults ist Mount Vernon, Landgut und Wohnsitz des ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten - und Sklavenhalters. Diese Seite des Nationalhelden wurde bisher ausgeklammert. Doch auf Drängen der afroamerikanischen Gemeinschaft spielen nun auch versklavte Menschen auf Mount Vernon eine wichtige Rolle. Michael Marek und Anja Steinbuch waren für uns dort vor den Toren der US-amerikanischen Kapitale Washington DC.
Jun 12, 2022
Lebensqualität im Norden 1982 und 2021: Stockholm
00:27:49
Eine Sendung von Werner Lansburgh und Clas Oliver Richter, ehemals ARD-Stockholm, FS. Moderation: Juliane Eisenführ. In der Sendereihe "Zwischen Hamburg und Haiti" bekannte Autor Werner Lansburgh im Jahre 1982, dass seine frühen Erfahrungen mit Stockholm keine guten waren. Als jüdischer Flüchtling aus Deutschland fand er dort in den 1930er - und40er-Jahren weder Arbeit noch Kontakt. Werner Lansburgh - erst als Tourist glücklich in Stockholm Ganz anders seine Erlebnisse als Tourist Jahrzehnte später. Nun ließen ihn die Lage Stockholms am Wasser, die Schären, das schwedische Lebensgefühl ins Schwärmen kommen. Clas Oliver Richter, sechs Jahre lang ARD-Korrespondent für das Fernsehen im Studio Stockholm, widerspricht ihm auch knapp 40 Jahre später nicht. "Licht und Leben dort sind unvergleichlich" sagt er. Der Blick auf die schwedische Hauptstadt steht diesmal im Zentrum der Reihe "Zwischen Hamburg und Haiti - Classics". Juliane Eisenführ nutzt dafür das Archiv der traditionsreichen Sendereihe. Die Sehnsucht der Schweden nach Natur Werner Lansburgh, 1912 in Berlin geboren, 1933 aus Deutschland geflohen, weil er Jude war, schließlich erfolgreicher Schriftsteller ("Dear Doosie") beschrieb 1982 die deutschen Wurzeln Stockholms, das Freilichtmuseum Skansen und die Sehnsucht der Schweden nach Natur. Im Gespräch mit Juliane Eisenführ stimmt Clas Oliver Richter dem Lob zu - ergänzt aber: Auch Stockholm ist nicht rundum Bullerbü. Die Stadt hat Probleme wie andere große Städte auch. Und: Im ausgedehnten ländlichen Schweden gilt die Hauptstadt durchaus als abgehoben. So, wie es die Preise für die kleine private Insel heute sind -oder zumindest für einen Zufluchtsort irgendwo in den Schären nahe Stockholm. Den Traum vom Häuschen im Grünen und am Wasser, da sind sich Werner Lansburgh und Clas Oliver Richter einig, verbindet die Stockholmer über die Jahrzehnte. Wer das nicht hat, muss sich damit trösten, mit dem Wassertaxi oder dem eigenen Boot das nächste Café in Ufernähe anzusteuern.
Jun 06, 2022
Georgien während des Ukraine - Krieges
00:41:15
Seit dem Beginn des Krieges kommen Russen und Belarussen nach Georgien - auf der Flucht vor den Regimes in ihrer Heimat. Von Tatjana Montik Seit vielen Jahrhunderten ist Georgien Zuflucht von Einwanderern gewesen, die in ihren Heimatländern unterdrückt wurden: Deutsche, Griechen, russische Duchoboren, Jesiden, Armenier. Nun erlebt das Land wieder eine Welle von Einwanderern. Seit dem Beginn von Russlands Krieg gegen die Ukraine kommen Tausende Russen und Belarussen nach Georgien, die vor den Regimes in ihren Heimatländern geflohen sind: Journalisten, Blogger, Armeedienstverweigerer, Künstler, Oppositionelle und Menschenrechtler. Auf den Straßen trifft man auf wesentlich mehr Menschen als früher. Unter ihnen sind viele junge Familien mit kleinen Kindern, die Russisch und Belarussisch sprechen. Auswandern aus Russland und Belarus können meistens nur junge und dynamische Menschen, die in der Regel eine online-Arbeit haben, jene, für die das Leben in der Atmosphäre von Diktatur und Propaganda undenkbar ist. Tatjana Montik hat einige dieser Menschen in Tiflis getroffen: etwa die belarussische Sängerin Maroussja Schukjurowa und den Theaterschauspieler aus Minsk Alexander Schadnowitsch, Der Krieg in der Ukraine wird nicht nur die Zusammensetzung der Bevölkerung in Georgien, sondern auch die georgische Weinbranche beeinträchtigen. Tatjana Montik berichtet über die Besonderheiten des georgischen Weinbaus und die Kultur der traditionellen georgischen Festtafel.
Jun 05, 2022
Fidschi: Paradies in der Südsee?
00:36:59
Die kleine Pazifiknation ist ein Rugby-Riese. Die Kokospalme ist hier der Baum des Lebens, aber sie sind, wie vieles andere, gefährdet durch die Klimakrise. Eine Sendung von Lena Bodewein Schwer vorzustellen, dass Deutschlands Fußballnationalmannschaft mal so schön singen kann wie die Rugbyspieler von Fidschi. Aber die begeistern nicht nur mit ihrem Harmoniegesang, sondern auch mit ihren schnellen, überschäumenden Aktionen auf dem Rugbyfeld. Pazifiknation Fidschi ist ein Rugby-Riese Die kleine Pazifiknation ist ein Rugby-Riese. Angeblich stärkt die Spielerinnen und Spieler auch die gute Küche mit viel Kokoscreme. Denn die Kokospalme und ihre Erzeugnisse sind allgegenwärtig in dem Südseestaat: zum Trinken, zum Essen, zum Bauen, zur Körperpflege… die Kokospalme ist der Baum des Lebens auf Fidschi. Aber diese Bäume wie auch vieles andere sind gefährdet durch die Klimakrise. Fidschis Küstendörfer erleben die Erosion durch das Meer, die immer heftigeren und häufigeren Wirbelstürme. Doch anders als benachbarte Inselstaaten wie Kiribati oder Tuvalu besitzt Fidschi auch höhergelegenes Land, sodass die gefährdeten Dörfer umgesiedelt werden können; es gibt Berge und Hügel vulkanischen Ursprungs. Und dort gibt es auch einen natürlichen Schatz Fidschis… reines Wasser, weltweit begehrt.
May 29, 2022
Galway - im Winter an der irischen Westküste
00:32:50
Im Sommer ist Galway von Touristen bevölkert. Die Hafenstadt liegt drei Autostunden westlich von Dublin am "Wild Atlantic Way", einer spektakulären Küstenstraße von Cork bis nach Derry. Im Schritttempo quetschen sich dann die Wohnmobile durch die engen Straßen. Auch Fußgängerzone und Strände sind voller Menschen. Die Autorin Julia Rauner dagegen hat mit ihrer Familie den Winter in Galway verbracht - sechs Monate inklusive Sturmflutsaison, Sandsäcken vor der Haustür und Kaminsmog in der Luft. Sie fragte dort die "Blackrock Lady Swimmers" nach ihrem Geheimnis fürs Winterbaden und traf auf Straßenmusiker/-innen, die noch ein größeres Problem haben als das Wetter und die Corona-Pandemie. Ein Sternekoch will Meeresalgen von ihrem Unkraut-Image befreien und warum das Trauma der Großen Hungersnot noch heute nachwirkt, fand sie genauso raus wie ein Haus, das Ed Sheeran bekannt gemacht hat. Reisen Sie mit in das unterschätze Land am Westrand Europas.
May 22, 2022
Weltkulturerbe am Rio Douro
00:26:41
Der Rio Douro im Norden Portugals ist in Deutschland kaum bekannt. Dabei ist das Tal, das Vale do Douro dreifaches Weltkulturerbe der UNESCO: mit dem Nationalpark Côa am Oberlauf, dem Weinanbaugebiet um Pinhão am Unterlauf. Und mit der Altstadt Portos an der Mündung des Rio Douro in den Atlantik. Prähistorische Zeichnungen in Côa Der Rio Douro im Norden Portugals ist in Deutschland kaum bekannt. Dabei ist das Tal Vale do Douro dreifaches Weltkulturerbe der UNESCO. In Côa lassen sich an mehr als 80 Fundstellen prähistorische Zeichnungen besichtigen, zwischen 11.000 und 30.000 Jahre alt. Das ist einzigartig: Galerien steinzeitlicher Kunst dieser Größenordnung hat man bisher nur in geschützten Grotten und Höhlen gefunden. Am Unterlauf des Rio Douro wellen sich Hügel, mal sanft, mal schwindelregend hoch und steil. Alle sind terrassiert: von den Kuppen bis hinunter ans Ufer. Eine Landschaft wie eine gigantische Skulptur aus vertikalen und horizontalen Linien - überirdisch schön. Und die Altstadt Portos mit ihren verwinkelten Gassen, in denen sich Häuser mit feuerroten Schindeldächern eng aneinanderschmiegen, vermittelt das Lebensgefühl vergangener Jahrhunderte. Diese Stätten sind weniger als 200 Kilometer voneinander entfernt und lassen sich auf einer Kajaktour bereisen. Das Schönste daran: Man kann überall anlegen und edlen Wein und leckere Petiscos verkosten, kleine Appetithappen.
May 08, 2022
Geröstete Seeohren und himmelfressende Krähen in Japan
00:32:60
Eine Sendung von Peter Kaiser Ama sind jene Frauen in Japan, die täglich ohne Hilfsmittel ins Meer tauchen nach Seeohren, Perlen, Abalones und anderem. Diese Tradition ist 1.500 Jahre alt. Nur Frauen, können das, sagen die Ama. Männer sind zu schwach. Zum Schutz vor Haien tragen die Frauen weiße Kleidung, bemalt mit geheimen Schutzzeichen. Und wenn dann am Abend über dem Holzkohlefeuer die frischen Meeresfrüchte bruzzeln, und die Frauen vom Meer erzählen, wird man leicht eingefangen von dieser Tradition. Kumano-Kodo: ein UNESCO-Weltkulturerbe-Pilgerweg Auch auf dem Kumano-Kodo, einem der zwei UNESCO-Weltkulturerbe-Pilgerwege, verwischt die Zeit. Im Kumano-Wegenetz, das sich zwischen den Zedernwäldern der Kii-Berge in Zentraljapan über 600 Kilometer entlangzieht, kann man die Ahnen raunen und den Krähengott schreien hören. Anders ist es bei den Machiya-Häusern, den alten Holzhäusern der Handwerker und Bürger in Kyoto. Sie verfallen zunehmend, und wenn nicht Projekte, wie das "Machiya-Stay" die Häuser retten würden, wären sie bald verschwunden.
May 01, 2022
Sagenhafte Orte der Bretagne
00:33:38
Die Region bietet Spuren fantastischer Helden, tragischer Liebender oder tückischer Moorgeister: Etwa das Grab Merlins, der Zauberwald Brocéliande und den Glaspalast der Fee Viviane. Eine Sendung von Sabine Loeprick Wie heißt es in einem Sprichwort? Die Bretagne habe mehr Sagen, als der Himmel Sterne zähle. Ob an der zerklüfteten Küstenlinie oder in den dichten Wäldern mit moosüberzogenen Felsformationen-tatsächlich scheinen mit fast jedem Ort mal gruselige, dann wieder tief melancholische Legenden oder auch skurrile Geschichten verknüpft. Und die vielfältige Region lässt sich auf den Spuren fantastischer Helden, tragischer Liebender oder tückischer Moorgeister entdecken. Auf den Spuren des Zauberwaldes Brocéliande und des Grabes Merlins Ganz klar darf da ein Besuch im "Zauberwald" Brocéliande nicht fehlen, ein Ort, der eng mit der Artussage verknüpft ist. Hier finden sich das "Grab Merlins" aber auch der See am Schloss von Comper, in dem der Glaspalast der Fee Viviane verborgen sein soll. In den Monts d’Arrée hingegen kann man mit Glück bei einer Nachtwanderung Kobolden begegnen, oder Erzählungen über versteinerte Hochzeitsgesellschaften und verirrten Wanderern im Moor lauschen. An der Küste schließlich liegt in der Bucht von Douarnenez das kleine Inselchen, auf dem sich einst Tristan und Isolde vor dem eifersüchtigen König Marke versteckt haben sollen.
Apr 24, 2022
"Haiti"-Classics: Die Hamburger Speicherstadt 1988 und 2022
00:31:42
1988 duftete es in der Hamburger Speicherstadt noch nach Kaffee, Pfeffer, Ingwer. Wer von dort in die Stadt kam musste Zollschranken passieren. Heute ist das Miniaturwunderland dort die größte Sehenswürdigkeit. Die Hafencity kam dazu. Eine Zeitreise... 988 unternahm Erich Naused für "Zwischen Hamburg und Haiti" einen Spaziergang durch die Speicherstadt in Hamburg. Ihn faszinierte alles dort: die kopfsteingepflasterten Straßen, die vielen Bäume, die fast einhundert Jahre alten Lager-Gebäude - und ganz besonders die Düfte und die Vielfalt der Waren die vor knapp 35 Jahren noch in großer Nähe zur Hamburger Innenstadt gelagert und gehandelt wurden. Wenn NDR Reporter Dietrich Lehmann heute in die Speicherstadt geht, trifft er auf moderne Firmen in alten Gemäuern: Werbeagenturen, Design-Geschäfte, nur hin und wieder noch auf einen Teppichimporteur. Und der Duft von Kaffee zieht höchstens aus Cafés auf die Straßen. Hamburger Speicherstadt - daneben die wachsende Hafencity Die Hamburger Speicherstadt, erbaut ab Ende des 19. Jahrhunderts und noch in den 80er-Jahren zum Teil zollfreies Gebiet, Schranken-bewehrt, mit Ausweispflicht, wurde inzwischen zum UNESCO Weltkulturerbe geadelt und ist ein beliebtes Touristenziel. Gleich daneben wird seit 30 Jahren die Hamburger Hafencity gebaut. Ein großes, modernes Quartier mit vielen Wohnungen, mit Büros und der Elbphilharmonie. Große politische Entwicklungen zeigen hier ihre Wirkung. In "Zwischen Hamburg und Haiti Classics" lädt Juliane Eisenführ diesmal ein zu einer Zeitreise in die Hamburger Geschichte.
Apr 18, 2022
Birdwatching auf Formentera
00:25:60
Im Winterhalbjahr ist die kleinste der Baleareninseln wie ausgestorben. Dafür wimmelt es von Vögeln. Die Zeit ohne Strandtouristen ist ideal zum Birdwatchen. Im Winterhalbjahr ist die kleinste der Baleareninseln wie ausgestorben - dafür wimmelt es von Vögeln. Im Sommer ist Formentera, die kleine Schwester von Ibiza, von Strandtouristen und Tagesausflüglern überlaufen. Zwischen November und Mai ist es dort dagegen sehr ruhig die Zeit ideal zum Birdwatchen, denn dann sind die Vögel ungestört. Formentera ist nur 83 Quadratkilometer groß, das ist etwas weniger als die Fläche von Sylt, und bietet doch Raum für viele Vogelarten. Es gibt Feuchtgebiete, Salinen und Dünen, Kiefern- und Wacholderwälder, offene Strauchheide-Landschaften und sogar Steilküsten - für jeden Vogelgeschmack ist also etwas dabei.
Apr 17, 2022
Die Azoren - von stürmischen Winden und einer Kokainschwemme
00:27:28
Das Azorenhoch sorgt meist für Sonnenschein in Mitteleuropa. Auf den neun Inseln selbst spielen dagegen Wind und Regen oft die Hauptrolle. Eine Sendung von Oliver Neuroth Die Azoren kennen viele aus dem Wetterbericht: Das Azorenhoch sorgt meist für Sonnenschein in Mitteleuropa. Auf den neun Inseln selbst spielen dagegen Wind und Regen oft die Hauptrolle, was das Leben der Bewohner zu einer Herausforderung macht. Einige Inseln sind manchmal tagelang nicht erreichbar. Für viele Segler sind die Azoren ein strategischer Punkt: Sie legen bei Atlantiküberquerungen einen Stopp dort ein. Azoren: auch für Naturliebhaber ein lohnenswertes Ziel Aber auch für Naturliebhaber ist die Inselgruppe eine Reise wert. Nirgendwo sonst in Europa finden sich solche spektakuläre Vulkankrater und Wasserfälle. Das Leben in Teilen der Hauptinsel São Miguel wird allerdings von einem Drogenproblem überschattet, das vor 20 Jahren auf kuriose Art und Weise seinen Lauf nahm. Für "Zwischen Hamburg und Haiti" war Oliver Neuroth auf den Azoren.
Apr 15, 2022
AveMaria - Retortenstadt in Florida
00:26:35
Seit 2005 gibt im Süden Floridas den Ort Ave Maria - eher Siedlung, als eine Stadt, aber mit tief-religiösem Hintergrund. Man könnte es als Auswuchs des US-amerikanischen Pioniergeistes interpretieren: Leere Landschaften - so etwas darf es in den Vereinigten Staaten nicht geben. Wo noch nichts ist, da muss etwas hin; gerne mal eine künstliche Stadt auf der grünen Wiese, hochgezogen aus dem Nichts, Katholizismus "in the middle of nowhere". Seit 2005 gibt es mitten im Süden Floridas den Ort Ave Maria - eher eine Siedlung als eine Stadt, aber mit tief-religiösem Hintergrund. Wie der Name schon sagt: Gegrüßet seist Du, Maria! Leitprinzipien des täglichen Lebens hier: Bibeltreue und Kinderreichtum. Guido Meyer hat sich ein Wochenende lang in dieser Retortenstadt aufgehalten, sich mit Studenten und Geistlichen unterhalten, mit Touristen und Einwohnern und auch mit Besitzern von Geschäften. Wer zieht nach Ave Maria? Und wie lebt es sich in dieser Fantasiewelt?
Apr 10, 2022
Historische Stadt - alte Probleme: Marseille 1992 und 2022
00:25:60
Marseille: eine verlorene Stadt oder ein Sehnsuchtsort? Ein bisschen von beidem - lautet das Resümee im Abstand von 30 Jahren. Eine Reise wert? Unbedingt! Marseille: Frankreichs zweitgrößte Metropole, ein uralter Hafen, eine lange Geschichte. Als Harald Brandt für "Zwischen Hamburg und Haiti" 1992 in der Stadt in der Provence war, sah er dort vor allem große Probleme: Die traditionellen Frachter-Verbindungen in alle Welt: weitgehend gestrichen. Die romantischen Fähren durch - wie er fand - hässliche Riesenschiffe ersetzt, der Warenumschlag statt in Säcken: in nüchternen Containern. Die Fischerboote waren Yachten gewichen. Die Stadt voller Drogen, Kriminalität - Endzeitstimmung. Marseille - Sehnsuchtsort für ARD-Korrespondentin Julia Borutta Für Julia Borutta, ARD-Korrespondentin im Studio Paris, ist Marseille dagegen seit ihrer Schulzeit ein Sehnsuchtsort, eine "Stadt der Möglichkeiten". Auch wenn die Probleme in Marseille nach wie vor unübersehbar sind. Ihre Lage am Mittelmeer, mit Stränden, Sonne und einer Kultur, die ein buntes Völkergemisch seit Jahrhunderten prägt, kann die Stadt kein Erfolgsrezept machen. Seit 1992 hat sich Marseille vor allem im Kreis bewegt - sagt Borutta. Es gab immer wieder Versuche - auch aktuell. Doch trotz der Sanierung des Alten Hafens, trotz neuer Museen, trotz vieler guter Vorsätze: es hat sich nichts Substanzielles geändert. Die schöne Stadt ist schlecht regiert. Drogen werden nach wie vor offen gehandelt und konsumiert. Korruption und Vetternwirtschaft verhindern, dass auch die armen Viertel von dem Geld profitieren, das zunehmender Tourismus einbringt. Die Chancen sind ungleich verteilt Dennoch: Marseille mit seinen Klängen, Düften und Menschen ist ein sehr sinnlicher Ort, sagt Julia Borutta. Man sollte sich die Stadt unbedingt ansehen, empfiehlt sie. Aber man müsse Brüche mögen. Wenn man nur im renovierten Hafen bleibe - mit dem Weißwein in der Hand: Dann werde man das wahre Marseille nicht entdecken, lautet ihr Resümee im Gespräch mit Juliane Eisenführ.
Mar 27, 2022
Schön oder schrecklich? Tokio 1999 und 2022
00:25:09
Thorsten Huhn erlebte die Mega-City Tokio 1999 als "dynamisch, hässlich, idyllisch". Kathrin Erdmann ist heute fasziniert von ihrer manchmal fremden Vielseitigkeit. Von Thorsten Huhn und Kathrin Erdmann, ARD Tokio Moderation: Juliane Eisenführ Die Mega-City Tokio: Ende des vergangenen Jahrtausends war Torsten Huhn ARD-Korrespondent in Japans Hauptstadt. "Dynamisch, hässlich, idyllisch" war der Titel seiner damaligen Reportage für "Zwischen Hamburg und Haiti". Er war beeindruckt von den Millionen Menschen, die sich täglich in der Stadt und ihren Bahnhöfen bewegen. Mit Höflichkeit und Rücksicht - aber der Menge geschuldet- ohne Distanz. In einer Stadt, die keine durchgängige Stadtplanung kennt, in der wenige Straßen Namen haben und die so ganz anders ist als westliche Hauptstädte. Kathrin Erdmann kann sich heute mittels elektronischer Hilfe leichter orientieren. Und sie fährt nicht selten mit dem Rad durch die Metropole. Das idyllische Tokio, das auch Torsten Huhn angesprochen hat, findet sie besonders bemerkenswert. Kleine Häuser in wohnlichen Straßen, Geschäfte mit originaler Handwerkskunst – und die große Hilfsbereitschaft der Menschen in Tokio. Wohnen ist allerdings kein Statussymbol in Stadt. Das erlebt Kathrin Erdmann heute - so wie Torsten Huhn 1999. Mehr Geld wird für Essen ausgeben. In Tokio geht man gut und gerne essen. Vom günstigem Take-away, das heimische Kochkünste ersetzt, bis zu Mahlzeiten in teuren Restaurants. Und auch Pizza ist sehr zu empfehlen -und japanischem Geschmack angepasste Nudelgerichte- berichtet Kathrin Erdmann aus Tokio im Gespräch mit Juliane Eisenführ.
Mar 20, 2022
Ecuador - Land der vier Welten am Äquator
00:28:22
Eine Sendung von Thomas Becker Es ist das kleinste der Andenländer und hat doch die größte Abwechslung und Artenvielfalt zu bieten: Ecuador. Die Reise durch das Land am Äquator beginnt im Tren Ecuador: Die Zugstrecke mit der berühmt-berüchtigten "Teufelsnase" und seinem Zick-Zack-Kurs gilt als eine der schwierigsten der Welt. An der Wende zum 20. Jahrhundert wurde sie erbaut und verbindet die tropische Küste mit der höchsten Hauptstadt der Welt - Quito. In dem Land so groß wie Großbritannien finden sich gleich drei vollkommen unterschiedliche Vegetationszonen: Vom immer feuchten Regenwald im Osten über die Anden mit ihren schneebedeckten 6.000er Vulkanbergen bis zur sonnenverbrannten Pazifikküste. Ecuador: País de los cuatro mundos Und 1.000 Kilometer vor der Küste liegt dann noch das Inselparadies Galápagos mit Wal- und Hammerhaien, Darwin-Finken und Riesenschildkröten. Man spricht vom país de los cuatro mundos - dem Land der vier Welten, weil die vier Regionen so unterschiedlich sind in Klima, Landschaft und Kultur. Der Autor Thomas Becker stellt alle vier vor. Und erzählt auch, wie es ist, nach sechs Jahren Ecuador zurück nach Deutschland zu kommen
Mar 06, 2022
Die singende und klingende Schärenwelt von Turku
00:33:05
In der Ostsee vor Turku beginnt der größte Archipel der Welt mit mehr als vierzigtausend Inseln und eigenwilligen Bewohnern. Blankgeschliffene Granitinseln ragen aus dem spiegelnden Wasser der Ostsee, ein mächtiger Leuchtturm trohnt mittendrin. Weit draußen in der Ostsee vor Turku beginnt der größte Archipel der Welt. Über vierzigtausend Inseln! Mit eigenwilligen Bewohnern. Antonia Ringbom zum Beispiel fummelt geduldig in ihrer Villa Kunterbunt auf der Insel Korppo an handgemachten Animationsfilmen. Dauerthema: die Unterwasserwelt des Schärenmeeres. Wenn es ihr zu bunt wird in ihrem winzigen Trick-Studio läuft sie barfuß hinunter zu ihrem Boot, zieht die rosafarbenen Segel hoch und fährt hinaus in den Korppostrom. Bootsmann Paavo Lötjönen ist auch Musiker bei Apocalyptica Dort flitzt auch Janne Castrén mit seinem Schnellboot zuweilen entlang. Janne ist als einziger Inselarzt bei Zeckenbiss, Unwohlsein oder Platzwunden zur Stelle. An seiner Seite dient ihm als Krankenschwester und Bootsmann Paavo Lötjönen. Seinen Fans vor allem als Musiker bei Apocalyptica bekannt, der weltberühmten finnischen Heavy Metal Band. Astrid Mikhaelson und Markko Putkinen leben als Einsiedler auf Loistokarin, einer wirklich winzigen Insel vor Turku. Sie räuchern Lachse, angeln und legen Strömlinge in Sanddorn-Dill-Marinade ein. Denn viermal pro Woche bekommen sie Gäste auf ihrem einsamen Eiland. Dann legt hier der Turkuer Musikdampfer Ukkopekka an - und auf Loistokarin wird finnischer Tango getanzt bis kurz vor Sonnenuntergang.
Feb 27, 2022
Besuch bei Duchoboren und Kisten im Kaukasus
00:37:34
Eine Reise in den Südwesten Georgiens, dem Land der Höhlenklöster und geheimnisvollen Megalithen-Bauten bei den russischen Duchoboren. Der Kaukasus ist seit langem bekannt als die Wiege vieler Völker und ethnischer Gruppen. Die Tschetschenen und die russischen Duchoboren etwa siedelten sich im Südkaukasus im 19. Jahrhundert an. Mit Georgien verbindet sie eine ganz besondere Liebe, die auf Dankbarkeit beruht. Tatjana Montik hat die Duchoboren und die Tschetschenen, die Kisten besucht. Im Südwesten Georgiens, dem Land der Höhlenklöster und geheimnisvollen Megalithen-Bauten genoss sie die Gastfreundschaft der russischen Duchoboren, deren Glaubensbekenntnis dem Protestantismus nahe ist. Bei den georgischen Tschetschenen im malerischen Pankissi-Tal lernte sie, verschiedene Brennnessel-Gerichte zu kochen, denen eine zauberhafte Kraft zugeschrieben wird. Dann kam sie auch auf das Geheimnis der guten Englisch-Kenntnisse der einheimischen Jugendlichen.
Feb 20, 2022
Unbekanntes Land - Unterwegs in Iran
00:43:17
Der Iran ist für viele ein unbekanntes Land. Im Westen herrscht das Bild eines Mullah-Staats vor, in dem Islamisten Frauenrechte mit Füßen treten, die Region destabilisieren und an der Bombe basteln. Über das Land selbst wird kaum berichtet. Nur wenige Studienreisen-Anbieter haben Iran im Reiseprogramm. Er ist für die meisten von uns eine Black Box. Zwischen Kaspischem Meer und Persischem Golf gelegen, ist das Land zusammengenommen so groß wie Frankreich, Spanien und Schweden, die drei flächenmäßig größten EU-Staaten: 1,6 Millionen Quadratkilometer. Fast 83 Millionen Einwohner hat Iran. Nahezu zwei Drittel der Menschen sind unter 35 Jahre alt. Etwa drei Viertel leben in urbanen Ballungsräumen.
Feb 13, 2022
Grönland - das eiskalte Eintauchen am Polarkreis
00:28:60
Umgeben vom Arktischen Ozean sind vier Fünftel der Fläche Grönlands mit einem Eisschild bedeckt. Es gibt viel zu entdecken. Von Peter Kaiser Grönland, das "Grüne Land", ist nur etwas über 700 Kilometer vom Nordpol entfernt. Umgeben vom Arktischen Ozean mit Eisbergen, sind vier Fünftel der Fläche Grönlands mit einem Eisschild bedeckt. Im Westen ist die Küste von tausenden Fjorden, Buchten und Meerengen zerschnitten, manche Fjorde gehören zu den tiefsten Fjorden der Welt. Doch es gibt mehr als die atemberaubende Landschaft auf Grönland zu entdecken. Etwa das "Tintenfass Gottes", eine zur Kirche umfunktionierte Schule. Oder Elisabeth, die den Kindern wieder das alte Inuit-Trommeln beibringt, und Wale natürlich draußen auf dem Wasser, oder Grönländerinnen, die dem Tupilak, einem magischen Wesen, huldigen. Und wer möchte, der kann mehr als nur eintauchen in die eisige Welt: wer möchte kann in sie hineinspringen, beim "Polar Plunge". Unser Autor Peter Kaiser hat es gewagt.
Feb 06, 2022
Unterwegs in Luckenbach, Texas
00:30:29
Armutsflüchtlinge aus Deutschland haben Mitte des 19. Jahrhunderts Bier, Wurst und Gemütlichkeit nach Texas gebracht. Texas, das ist der US-amerikanische Bundesstaat, mit dem sich viele Klischees verbinden. Aber Texas ist auch anders, jedenfalls im Hill Country zwischen den Metropole Austin und San Antonio und der mexikanischen Grenzen: hügelig statt flach wie eine Scheibe und ziemlich deutsch. Deutsch? Genau: Armutsflüchtlinge aus Deutschland haben Mitte des 19. Jahrhunderts Bier, Wurst und Gemütlichkeit nach Texas gebracht, das damals nach dem Texanischen Unabhängigkeitskrieg gerade erst den Vereinigten Staaten beigetreten war. Weil die Deutschen sich im kaum bewohnten Hill Country ansiedelten, wie ab von allem, konnten sie ihre Kultur bewahren. Teils bis heute. Tom Noga hat sie besucht. Und ist den Ursprüngen der TexMex-Küche nachgegangen.
Jan 30, 2022
Eine kulinarische Abenteuer-Tour durch Mumbai
00:28:57
Mumbai - das ist für viele Menschen das alte Bombay aus den Bollywood-Streifen: In dem Oscar-prämierten Film "Slumdog Millionär" springt der Held Jamal mitten in eine riesige Jauchegrube. Keineswegs gilt die 19 Millionen-Metropole als Mekka für Feinschmecker. Dabei winken in der indischen Hafenstadt spannende Geschmackserlebnisse an unzähligen Straßenständen. Mihir Govilkar ist der Pionier bei Streetfood-Touren durch Mumbai: Auf der einschlägigen Hitliste des Reiseportals "Tripadvisor" ist kein älterer Konkurrent zu finden. Die Preise für die meist dreistündigen Exkursionen liegen inklusive der diversen Köstlichkeiten bei über 40 Euro: Das können sich nur einheimische Geschäftsleute und ausländische Touristen leisten. Noch vor der Corona-Pandemie begleitete Achim Nuhr eine von Govilkars Touren, gemeinsam mit einer internationalen, bunt zusammengewürfelten Touristen-Gruppe.
Jan 23, 2022
Imagewandel in Dagestan
00:28:38
Eine Reportage von ARD-Moskau-Korrespondentin Martha Wilczynski. Dagestan bedeutet Bergland. Aber die wenigsten denken an atemberaubende Landschaften, wenn sie den Namen der russischen Teilrepublik im Nordkaukasus hören. Die Folgen der Tschetschenienkriege, islamistischer Terror und Polizeigewalt - sie haben das Bild Dagestans als undurchschaubare Unruheregion geprägt. Dann kam Corona. Lange waren die russischen Außengrenzen geschlossen, beliebte Reiseziele in Asien und Europa unerreichbar. Die raue Schönheit des Kaukasus entdecken Viele Russinnen und Russen fingen also an, ihr eigenes Land zu entdecken - und damit auch die raue Schönheit des Nordkaukasus. Heute ist Dagestan in Russland Trend. Ein Imagewandel, durch den auch das traditionelle Handwerk der Region plötzlich ein Revival erlebt - vor allem in der trendbewussten Metropole Moskau.
Jan 16, 2022
Eiszeit in Mecklenburg-Vorpommern
00:29:21
Wer heute durch das Land reist, kann die Spuren der Eiszeit tatsächlich überall hautnah erleben. Eine Entdeckungsreise- an der Ostsee, der Feldberger Seenplatte und auf Rügen.
Jan 09, 2022
Katalonien - eine Reise zum Montserrat
00:27:37
Katalonien, das ist: Barcelona und Tarragona, die Costa Brava und die Costa Dorada. So jedenfalls die landläufige Meinung. Doch wer sich abseits der massentouristischen Pfade auf Entdeckungstour beginnt, entdeckt anders: mittelalterliche Städte, historische Burgen, Kloster, die auf Bergen thronen. Außerdem: alte Traditionen. Und die Wurzeln des katalanischen Nationalbewusstseins.
Jan 02, 2022
Haiti-Classics: Zuhause in Singapur - 1999 und 2021
00:26:18
Eine Sendung von Jürgen Hanefeld und Lena Bodewein Moderation: Juliane Eisenführ Jürgen Hanefeld musste 1999 nicht weit gehen, um Singapur in seiner Vielfalt zu erleben und die Gefühlslage der Menschen in dem damals noch sehr jungen Staat zu ergründen.  Im Parkhaus des Gebäudes, in dem sich damals auch das ARD-Hörfunk-Studio befand, traf er einen jungen Chinesen, der dort an einem chinesischen Opferschrein Kerzen anzündete – zu seinem Schutz und dem aller anderen, wie er sagte. Und er erklärte, dass er China sein Vaterland nenne. Aber Singapur sei sein Zuhause.  In unmittelbarer Nachbarschaft seines Möbelgeschäfts kassierte eine Frau mit aus Indien zugewanderten Eltern die Parkgebühren. Sie war inzwischen Christin, ihre Familie feiert die indischen Feste. Und auch eine muslimische Gemeinschaft traf Jürgen Hanefeld 1999. Alles noch vorhanden - berichtet Lena Bodewein aus dem heutigen Singapur. Die religiöse Toleranz gehört dort zum Selbstverständnis. Die höchsten religiösen Feiertage jeder Gruppe werden von allen gefeiert. Inder aus der Region Panjab können - mit Rücksicht auf ihren Turban - sogar auf Mopeds auf Helme verzichten.  Doch es scheint, als sei 2021 - anders als 1999 - das Heimatverständnis der Singapurer selbstverständlicher. Erst 1965 war Singapur zum selbständigen Staat geworden. Wo vor mehr als 20 Jahren noch die Sorge war, dass es angesichts der kulturellen Vielfalt der Menschen keine gemeinsame Sprache gibt, dominiert auf den Straßen heute "Singlisch". Eine Mischung aus chinesisch, englisch und anderen Zutaten, die mit Stolz gesprochen wird.  Auch wenn Singapur damals wie heute oft als "Erziehungsdiktatur" beschrieben und Individualismus nicht die herausragende Rolle spielt: Für Jürgen Hanefeld wie für Lena Bodewein ist der Staat ein Experiment, das weitgehend funktioniert. 
Dec 26, 2021
Ein Wimpernschlag für die Akropolis, Athen 1983 und 2021
00:27:25
Eine Sendung von Matthias Rainer Schmidt und Verena Schälter, ARD Studio Athen Moderation: Juliane Eisenführ Als Matthias Rainer Schmidt 1983 nach Athen reiste, machte vor allem die katastrophale Luftverschmutzung in der Stadt Sorgen. Allergien und Atembeschwerden beklagten die Menschen, die er traf. Dass die Sicht mitten am Tag eingeschränkt wurde durch den Smog in der Stadt und dass die Luft einen metallischen Geschmack im Mund hinterlasse. Luftverschmutzung in Athen hat sich verbessert Glücklicherweise ist das inzwischen besser – sagt Verena Schälter im Gespräch mit Juliane Eisenführ. Politische Konzepte, die in der Reportage in der Sendereihe "Zwischen Hamburg und Haiti" 1983 angekündigt wurden, sind inzwischen umgesetzt. Die Busse stoßen keine stinkenden Rußwolken mehr aus. Es gibt eine U-Bahn und ein Straßenbahn-Netz, Fußgängerzonen und weniger winterlichen Dreck durch Heizungen. Nicht unschuldig an den Verbesserungen: Die olympischen Spiele von 2004. Hinzu kommt das gestiegene Umweltbewusstsein in Athen - noch mal gewachsen seit den Waldbränden, die sich im Dürre-Sommer 2021 bis in die Vororte der Stadt fraßen und Rauchwolken bis in die Wohngebiete trieben. Akropolis: Anziehungspunkt und Attraktion in Athen 1983 wie 2021 ist die Akropolis Anziehungspunkt und Attraktion in Athen. Atemberaubend schön und viel besucht - auf ihrem Hügel. Trotzdem bleiben die Inseln in der Ägäis Sehnsuchtsorte der Athener. In die Hauptstadt kommen sie, um zu arbeiten, zu studieren, um Geld zu verdienen. In den Häusern ihrer Familien auf den Inseln oder auf dem Land verbringen sie die langen, heißen Sommer. Wohl dem, der darüber verfügt. Denn die Preise für ein Haus am Strand sind inzwischen kaum bezahlbar. Und wie 1983 plant die Regierung auch 2021 mit moderner Technik Arbeitsplätze fernab der Hauptstadt zu schaffen und die Regionen zu stärken. 
Dec 25, 2021
Messe de Minuit im Dorf Les Baux de Provence
00:25:25
Von Peter Kaiser Das Dörfchen Les Baux de Provence - nur rund 70 Kilometer von der Hafenstadt Marseille entfernt - gilt als eines der schönsten Dörfer Frankreichs. Doch nicht nur die imposante Burgruine der einstigen Feudaldynastie "Les Baux" zieht Abertausende Touristen jedes Jahr an. Schafsabtrieb durchs provenzalische Dorf zu Weihnachten Besonders zum 24. Dezember füllen sich die Gassen des Dörfchens. Dann nämlich gibt es die "Céremonie de L'Aubade", den Schafsabtrieb der Hirten durch das Dorf. Alte provencalische Musik erklingt, es wird gesungen, gelacht und in alten Trachten getanzt, denn heute ist die Heilige Nacht, ein Grund zur Freude. Stunden später wird auf einem Karren das zuletzt geborene Lamm um Mitternacht in der jahrhundertealten Dorfkirche St. Vincent zur "Messe de Minuit ", der berühmten Mitternachtsmesse, hineingezogen. Dort segnet in der sogenannten "Pastrage" der Geistliche das Lamm als Sinnbild für das Christuskind gesegnet. Die "Messe de Minuit" verdeutlicht die tiefe Gläubigkeit in dieser Region.
Dec 19, 2021
Panama - mehr als nur ein Kanal
00:30:21
Panama steht für Drogen und Bauboom, für Geldwäsche, General Noriega - und für den Panama-Kanal. Das kleine Land zwischen spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Erde. Von Sven Weniger und Michael Marek Panama steht für Drogen und Bauboom, für Geldwäsche, General Noriega - und für den Panama-Kanal. Doch das Land zwischen Nord- und Südamerika, kleiner als Österreich, spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Erde. Frank Gehrys Museum der Artenvielfalt in Panama Daran will Panama mit dem "Museo de la Biodiversidad" erinnern. Doch nicht nur dieses von Stararchitekt Frank Gehry entworfene Museum der Artenvielfalt haben unsere Autoren besucht. Sie waren auch auf der Panamericana unterwegs, eine der berühmtesten Straßen der Welt.Mindestens 25.000 Kilometer fährt man, um von Alaska bis nach Feuerland zu kommen. Panamericana - eine der berühmtesten Straßen der Welt Doch die Panamericana birgt auch ein Geheimnis. Sie hat eine Lücke in der Region Darién, kurz vor der Grenze zu Kolumbien. Dort fehlt ein winziges, 80 Kilometer langes Stück. Ein mythischer Ort bis heute. Und schließlich geht es in ein 5-Sterne-Hotel nahe der Stadt Colón. Einst war hier die Escuela de las Américas untergebracht. Viele hochrangige Soldaten, die später als brutale Diktatoren in die Geschichte Süd-und Mittelamerikas eingehen sollten, drückten hier die Schulbank.
Dec 12, 2021
Schweizer Geschichten: Das Berner Oberland und Zermatt
00:33:24
Über zwei Millionen Menschen kommen jährlich nach Zermatt, um das Matterhorn sehen zu können: 4.478 Meter ragt es hoch über dem Meer. Von Dennis Burk (Fast) jeder auf der Welt kennt das Matterhorn oder weiß zumindest, wie der Berg der Berge ausschaut. Über zwei Millionen Menschen kommen jährlich in den Ort Zermatt, nur um einmal das Matterhorn sehen zu können: 4.478 Meter hoch über dem Meer ragt es. Jährlich wollen bis 3.000 Bergsteiger einmal auf dem Gipfel stehen. Im Schatten des Matterhorns steht die Eiger Nordwand bei Grindelwald. Auch die ist ein Mythos. Jungfraubahn - Pionierwerk unter den Bergbahnen Zugleich ist die Jungfraubahn, die durch Eiger und Mönch fährt, ein Pionierwerk unter den Bergbahnen. Am 27. Juli 1896 begann der Bau der Zahnradbahn, 1912 wurde die Strecke mit der Endstation auf dem 3.454 Meter hohen Jungfraujoch fertiggestellt. Eine Fahrt durch den sieben Kilometer langen Tunnel bei 25 Prozent Steigung ist nicht weniger ereignisreich, als die Aussicht vom Gipfel samt der Freizeit- und Shoppingmöglichkeiten, die dort mittlerweile angeboten werden. Idyllisch ruhig dagegen Spiez am Thuner See - ein deutscher Erinnerungsort! Hier im Strandhotel Belvedere bezog die Deutsche Nationalmannschaft während der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 ihr Quartier. Hier entstand der "Geist von Spiez" und damit der Grundstein für das legendäre "Wunder von Bern". Dennis Burk war für uns in der Schweiz unterwegs.
Dec 05, 2021
Vom Zuckerrohr zu Plastikkulturen. Andalusiens Landwirtschaft 1992 und 2021
00:24:49
1992 war Einar Schlereths Reportage ein Abgesang auf den Anbau von Zuckerrohr in Andalusien. Heute wachsen im Süden Spaniens andere Früchte für ganz Europa. Von Einar Schlereth und Reinhard Spiegelhauer Moderation: Juliane Eisenführ Als Einar Schlereth 1992 in Andalusien unterwegs war, konzentrierte sich der Tourismus mehr noch als heute auf die Region westlich von Málaga. Nach Torremolinos und Marbella kamen damals schon Heerscharen von Gästen. In die einsamen Berge der Alpujarras verirrten sich nur wenige Wanderer - und auch ihnen, so berichtete es Einar Schlereth, fiel kaum auf, dass es weiter unten, Richtung Küste, große Zuckerrohrfelder und Fabriken mit schlanken, hohen Schornsteinen gab. Bis 1992 wurde in Andalusien Zuckerrohr angebaut, dann endete eine Tradition, die 900 Jahre vorher von den Arabern systematisch begründet wurde. Geblieben ist bis heute die Liebe der Andalusier zu Zuckerzeug. Museum in Motril errinert an Zuckerrohranbau Reinhard Spiegelhauer, ARD-Korrespondent in Madrid, sieht nicht selten selbst in der viel weiter nördlich gelegenen Hauptstadt Spaniens erwachsenen Männer mit Lollis im Mund... An den Zuckerrohranbau in Andalusien erinnert heute vor allem ein Museum in der Hafenstadt Motril. Einar Schlereth erlebte 1992 dessen Aufbau - und besuchte die letzte Zuckerrohrfabrik Europas im nahen Salobreña kurz bevor auch sie geschlossen wurde. Die Arbeitsbedingungen, die ihm damals die Männer schilderten, die mit ihren Maultieren das Zuckerrohr ernteten, waren hart; Arbeitszeiten von 7 Uhr früh bis 21 Uhr am Abend waren die Regel. Viel zu verdienen war nicht - aber es waren Jobs in der Heimatregion. An den schwierigen Bedingungen in der andalusischen Landwirtschaft hat sich bis heute nicht viel geändert, ergänzt Reinhard Spiegelhauer. Heute: Plastik-Gewächshäuser in Region Almería Heute sind es vor allem die Plastik-Gewächshäuser in der Region um Almeria, in denen Gurken, Tomaten, Paprika und vieles mehr für ganz Europa wächst. In diesem gigantischen "mar de plástico" arbeiten heute auch viele Migranten aus Afrika. Der Wasserverbrauch steigt und steigt dabei - in der Landwirtschaft und in Andalusiens zweitem wichtigen Wirtschaftszweig: dem Tourismus. Er hat in Andalusien immer mehr an Bedeutung gewonnen. Nachhaltiger, qualitativ hochwertiger - also hochpreisiger - Tourismus - ist ein Ziel andalusischer Politik. Doch Reinhard Spiegelhauer ist skeptisch, ob so eine Zukunft mit Wohlstand erreicht werden kann. Im früheren "Armenhaus" Spaniens ist zwar die Not nicht mehr so groß wie einst - doch nirgends im Land ist die Arbeitslosigkeit so hoch wie hier - in der riesigen, schönen Region im Süden der spanischen Halbinsel.
Nov 28, 2021
Das Edowonderland in Japan
00:26:09
In der Stadt Nikko Edo-Wonderland tauchen die Besucher in eine Zeit ein, die lange vor der Industrialisierung Japans liegt. Rund zwei Zugstunden von Tokyo entfernt liegt in der Stadt Nikko Edo-Wonderland. Mit Samurai, Ninja, Geishas, Schwert-Workshops, Bogenschießen vom Holzpferd, japanischen Essen, und… und… tauchen die Besucher in eine Zeit ein, die lange vor der Industrialisierung Japans liegt. Stereotype leben auf, doch viele Besucherfamilien wollen ihren Kindern die Geschichte Japans so nahebringen. Samurai-Gebäude, Ninja-Verschläge - Sehnsucht nach der Edo-Zeit Geht man in den engen Gassen vorbei an den rund 130 Landhäusern, Samurai-Gebäuden, Ninja-Verschlägen oder Theaterbauten, so taucht man nach und nach aus dem 21. Jahrhundert weg in die 250 Jahre währende einzige Friedensperiode Japans, der Edo-Zeit. Am Ende des Besuchstages fragt man sich, wer man ist: ein Ninja oder ein Samurai, eine Geisha?
Nov 21, 2021
Haiti Classics: Havanna - zwischen Romantik und Elend
00:26:29
Von Regina Burbach, Matthias Reiche und Anne Demmer, ARD-Studio Mexiko Moderation: Juliane Eisenführ Anfang des neuen Jahrtausends hat sich die Sendereihe "Zwischen Hamburg und Haiti" gleich zwei Mal der Karibik-Insel Kuba angenommen. 2001/02 war Fidel Castro noch im Amt, verkörperte mit ungebrochenem Eifer die Ideale der Revolution von 1959. Kuba war ein beliebtes Touristenziel. Havanna eine Stadt, in der die romantischen amerikanischen Straßenkreuzer und die morbiden Fassaden kolionaler Prachtbauten das Elend, das dahinter lauerte, die Armut und die Prostitution, oft noch überstrahlten. Die bunten Autos, sagt ARD-Korrespondentin Anne Demmer im Gespräch mit Juliane Eisenführ, fahren noch immer. Gehegt und gepflegt von ihren Besitzern. Denn mit ihnen lassen sich Devisen verdienen. Touristen lieben es, in ihnen durch die kubanische Hauptstadt kutschiert zu werden. Touristen - die derzeit allerdings ausbleiben. Corona und schlechte Beziehungen zu USA halten Touristen aus Kuba fern Wegen Corona und wegen der wieder schlechten Beziehungen zu den USA. Diese Umstände verstärken noch die Wirtschaftskrise, unter denen das Land derzeit leidet. Essen, Wohnen, Produkte des täglichen Bedarfs: Alles ist knapp. Und oft nur mit Devisen zu ergattern. Prostitution ist nach wie vor verbreitet. Fidel Castro ist inzwischen gestorben, sein Bruder aus dem Amt geschieden. Kein Castro gibt mehr die Richtung an. Aber es ist nichts besser geworden in Havanna - das wird deutlich in dieser Gegenüberstellung der Situation vom Anfang des Jahrtausends und heute.
Nov 14, 2021
Al-Andalus - klingt wie Atlantis ...
00:26:45
Al-Andalus erlebt eine Renaissance: Spanische Musikerinnen singen orientalische Weisen, spielen auf mittelalterlichen Saiteninstrumenten. Al-Andalus: So hießen die bis 1492 jahrhundertelang muslimisch beherrschten Gebiete der iberischen Halbinsel auf Arabisch. Heute klingt der Name vielen so verheißungsvoll wie der des verschollenen Atlantis. Das einst von den Christen eroberte Reich erlebt eine Renaissance: Spanische Musikerinnen singen orientalische Weisen und spielen auf nachgebauten mittelalterlichen Saiteninstrumente. Silberschmiede fertigen Schmuck wie einst die jüdischen Filigranhandwerker am Hof des Kalifen von Cordoba; Künstler prägen glänzende "Guadamecí"-Bilder auf Schafhäuten nach uralter Tradition. Und Archäologen aus aller Welt graben nach Fundstücken, die von der Hochkultur, ihren Palästen, Moscheen und Gärten erzählen. Annette Bruhns, freie Journalistin aus Hamburg, hat viele Menschen in und um das andalusische Cordoba aufgesucht, die das untergegangene Al-Andalus auferstehen lassen wollen.
Nov 07, 2021
Die Färöer im Umbruch
00:35:29
Die Färöer-Inseln sind die dänische Enklave im rauen Nordatlantik: eingerahmt von kaltem Wasser und schroffen Felsen. Eine Sendung von Max-Marian Unger Die Färöer-Inseln sind die dänische Enklave im rauen Nordatlantik - über 1.500 Kilometer vom Mutterland entfernt, eingerahmt von neun Grad kaltem Wasser, schroffen Felsen und überzogen von spärlicher Vegetation. Ein unwirtlicher und doch wirtschaftlich unabhängiger Ort, an dem die Kulturszene floriert, eine eigene Sprache wiederbelebt wurde und die vollständige Unabhängigkeit vom Mutterland erprobt wird. Ein Archipel aus 18 Inseln, mit nur 50.000 Einwohnern. Das Feature begibt sich auf die Suche: wie es Menschen auf einer winzigen Inselgruppe mit doppelt so vielen Schafen wie Einwohnern gelingt, Antworten auf global relevante Fragen zu finden. Max-Marian Unger, ist freier Journalist und Autor in Hamburg und Berlin. Für seine Gesellschafts-Reportagen ist er weltweit unterwegs. Für das NDR Feature von den Färöern hat der Journalist einen Monat lang in der Abgeschiedenheit des Nordatlantiks recherchiert.
Oct 31, 2021
Klondike - Goldsuche in Alaska
00:29:52
Vor 120 Jahren erlebte die nordwestliche Bergregion einen legendären Goldrausch. Noch heute in Alaskas Region danach gesucht. Eine Sendung von Peter Kaiser Vor rund 120 Jahren erlebte die nordwestliche Bergregion in Kanada hin zur Grenze zu Alaska einen bis heute legendären Goldrausch. Bis heute wurden im "Klondike-Goldrush" über 570 Tonnen Gold aus dem Nebenfluss des Yukon-River gewaschen. Und noch heute wird am Klondike nach dem begehrten Edelmetall gesucht. Werden die "Miner", die Goldgräber, fündig, verspielten sie ihren Fund wie vor 120 Jahren noch heute im ältesten Saloon Kanadas in Dawson City. Dazu spielen die Damen der "Diamond Tooth Gerties"-Tanztruppe auf zu Jaques Offenbachs Cancan-Musik, oder man trinkt den "Sourtoe-Cocktail", einen in Whiskey eingelegten menschlichen Zeh. Ganz so wie Jack London, der hier ebenso einmal nach Gold suchte.
Oct 24, 2021
110 Jahre Machu Picchu
00:24:27
Machu Picchu ist Weltkulturerbe und eines der neuen sieben Weltwundern. Der Ort hat große Pläne, wie er mit den vielen Touristen umgehen will. Eine Sendung von Tom Noga Machu Picchu ist Weltkulturerbe und eines der neuen sieben Weltwundern. Jetzt hat sich die Zitadelle der Inka ein großes Ziel ehrgeiziges Zieles gesetzt: Bis zum Jahr 2030 sollen ihre Emissionen um 45 Prozent reduziert werden und bis 2050 auf null sinken. Das ist ehrgeizig, denn die Zitadelle wurde vor der Pandemie von Touristen überrannt: 4.100 waren es im Tagesschnitt und 6.000 im Höchstfall. Besucher am Machu Picchu produzieren Müll Dabei waren und sind nur 2.500 erlaubt. Zum Schutz der Ruinen und der Terrassen, auf denen sie stehen. Und der Umwelt. Denn die Besucher produzieren Müll, der nur unzureichend entsorgt wurde. Und sie hinterlassen durch die Anreise mit Flugzeug, Zug und Bus einen großen ökologischen Fußabdruck. Was Machu Picchu dagegen tun will, hat Tom Noga erkundet.
Oct 17, 2021
Quito - Die Mitte finden
00:35:45
Das Feature begleitet die Menschen in Ecuadors Hauptstadt auf der Suche nach einem neuen Selbstverständnis in einer sich hastig wandelnden Welt. Von Max-Marian Unger Eingefasst von Vulkanen, erstreckt sich Ecuadors Hauptstadt über 50 Kilometer in das nördliche Andenhochgebirge. Auf einer Höhe von knapp 3.000 Metern liegt Quito nur 25 Kilometer südlich des Äquators. Die Metropole ist kultureller, religiöser und politischer Schmelztiegel des Landes - Sitz von Staatsführung, Militärspitze und Bischofskonferenz. Doch in Zeiten der Pandemie wird die hilfsbedürftige Bevölkerung vom Staat komplett allein gelassen. Im korruptionsgebeutelten Ecuador kommt Hilfe einzig von den Kirchen. Verschiedene Konfessionen unterstützen mit Nahrungs- und Kleiderspenden. Der Beistand erreicht bedürftige Ecuadorianer ebenso wie Menschen die aufgrund politischer Unruhen vermehrt aus Venezuela nach Ecuador fliehen. Das Feature begleitet die Menschen in Ecuadors Hauptstadt auf der Suche nach einem neuen Selbstverständnis in einer sich hastig wandelnden Welt.
Oct 17, 2021
Atlanta - vom Feuer verbrannt, vom Winde verweht
00:27:42
Vor 85 Jahren ist der Roman "Vom Winde verweht" erschienen. Das Haus der Autorin Margaret Mitchell ist heute ein Museum. Eine Sendung von Guido Meyer Wer zu den unverbesserlichen Romantikern gehören, zu denen, die Liebesromane mit tragischem Ausgang mögen, und wer es toll findet, dass ein Buch von Schmerz und Leidenschaft nur so trieft - der hat in diesem Jahr Grund zum Anstoßen.  Roman "Vom Winde verweht" erschien vor 85 Jahren 85 Jahre sind es her, dass der Roman Vom Winde verweht erschienen ist; Gone with the Wind, wie er im Original heißt. In ihm kämpft der Norden gegen den Süden, und mittendrin schlugen sich Scarlett O'Hara und Rhett Butler. 1939, drei Jahre nach Erscheinen des Buches, zeigte erstmals ein Kino in den USA die gleichnamige Verfilmung. Es war ausgerechnet ein Kino in Atlanta, Georgia, jenem US-Bundesstaat also, der auch eine zentrale Rolle in dem Roman spielt.  Und dort hat sie auch gelebt und gearbeitet: Margaret Mitchell, die Schöpferin von Vom Winde verweht. Ihr einstiges Wohnhaus ist heute ein Museum, das Margaret Mitchell House. Ob im Rahmen einer Führung oder auf eigene Faust: Besucher können sich hier in die Mitte des vergangenen Jahrhunderts zurückversetzen. Zu sehen ist auch der kleine Schreibtisch, an dem die Autorin den Roman ihres Lebens verfasst hat. Und Platz für die eine oder andere Anekdote ist auch noch. Guido Meyer hat sich im Margaret Mitchell House umgesehen - und umgehört.
Oct 10, 2021
Zwischen Hamburg und Haiti: GoGo Western Australia
00:33:23
Unterwegs auf den Spuren der Goldsucher in Westaustralien auf dem 1.000 Kilometer langen Golden Quest Discovery Trail. Eine Sendung von Sven Weniger und Michael Marek Seit über 100 Jahren wird im Westen des fünften Kontinents Gold abgebaut - ein Rausch, der Ende des 19. Jahrhunderts Tausende Glücksritter aus aller Welt in die Einöde trieb. Damals nahmen die Goldsucher keinerlei Rücksicht auf die Natur und die Aborigines, die dort als einzige Menschen Tausende von Jahren lebten. Wie sieht es heute dort aus? Unterwegs auf dem Golden Quest Discovery Trail Michael Marek und Sven Weniger haben sich auf Spurensuche in den Eastern Goldfields begeben, dort, wo alles begann. Sie bereisten den Golden Quest Discovery Trail - eine 1.000 km lange Rundreise auf dem legendären Goldsucher-Trail aus der Hochzeit des Goldrausches.
Sep 19, 2021
Jungbrunnen Ionische Inseln
00:27:52
Eine Sendung von Till Lehmann Die Ionischen Inseln im Westen Griechenlands sind so vielfältig wie kaum eine andere griechische Region. Grüne Hügel, liebliche Buchten, unbewohnte Inseln, schroffe Klippen. Überall ist hier die Nähe zu Italien spürbar. In Städten und Dörfern finden sich Spuren der Venezianischen Herrschaft. Die Inseln waren nicht nur der Ausgangspunkt der legendären Abenteuer des Odysseus - sie sind bis heute Orte des Aufbruchs. Anastasia Gerolimatou ist mit 82 Jahren die älteste Windsurferin der Welt - verbrieft im "Guinnessbuch der Rekorde". Dabei hat sie erst im Alter von 40 Jahren damit angefangen. Schutz für Meeresschildkröten auf den Ionischen Inseln Annya McKenzie, Biologin aus England, und ihr Team von "Wildlife Sense" wollen die Meeres-Schildkröten rund um die Ionsichen Inseln schützen. Immer öfter rollt hier schweres Wetter aus dem Westen an. Durch die Klimaerwärmung haben die Stürme mittlerweile Kraft wie tropische Unwetter. Haris Amourgis sammelt alte VW-Käfer - er ist hin und weg von diesen Autos, seitdem er als kleiner Junge einen Disney-Film mit einem Käfer sah, der die Nummer 53 trug und Herbie genannte wurde. Vor sieben Jahren hat er den Käfer-Club von Kefalonia gegründet.
Sep 12, 2021
Unterwegs mit der Transsib
00:34:13
Eine Sendung von Rita Knobel-Ulrich Es ist die "Mutter aller Zugreisen", die Fahrt mit der Transsib durch das größte Land der Erde: Fast 10.000 Kilometer von Moskau nach Peking. Ein komfortabler, gar ein luxuriöser Zug ist sie nicht. Russen nutzen sie mit Kisten, Koffern und Kindern als preiswertes Transportmittel vom europäischen Westen Russlands nach Sibirien, für Rucksackreisende aus den kleinen Ländern Europas ist sie dagegen ein Abenteuer. Draußen ziehen endlose Birkenwälder, kleine Dörfer, riesige aus dem Boden gestampfte Städte wie Novosibirsk "Neusibirien" vorbei. Temperaturunterschiede von minus 50 Grad im Winter Unterwegs stehen immer wieder Streckenwärterinnen mit einer kleinen gelben Fahne und signalisieren freie Fahrt, Gleisarbeiter sind unablässig dabei, die Trasse in Ordnung zu halten, denn die Schienen müssen Temperaturunterschiede von minus 50 Grad im Winter und plus 30 Grad im Sommer aushalten. Es geht am Baikalsee entlang, für Russen ein "Heiliges Meer", durch die Wüste Gobi und die Mongolei, an der Großen Mauer entlang bis nach Peking.
Sep 05, 2021
Früher war mehr Offenheit … China 1987 und 2021
00:25:24
Dethard Fissen erlebte 1987 ein China, in dem sich junge Leute dem Westen öffneten. Steffen Wurzel, ARD Korrespondent erläutert: Heute schottet sich China wieder ab. Von Dethard Fissen und Steffen Wurzel, ARD Studio Shanghai, Moderation: Juliane Eisenführ Dethard Fissen reiste 1987 für "Zwischen Hamburg und Haiti" in ein exotisches, für deutsche Touristen noch sehr fremdes Land. Die Peking-Oper, das Interesse junger Leute an westlicher Kultur, die uralte chinesische Kultur: Das alles faszinierte ihn -bei dem Bestreben, das riesige Land zu verstehen. Der Schwerpunkt der Reise von Dethard Fissen war Peking - heute meistens Beijing. Ihm erschien Vieles widersprüchlich. "Ein Land der jahrhundertelangen Isolation, in dem die Vergangenheit beschworen wird und Ansprüche an die politische Gegenwart formuliert werden. In dem man das Wesen des Sozialismus erkundet und gleichzeitig den Verlockungen der Privatwirtschaft nachgibt." China ist noch heute nicht leicht zu erfassen Das riesige China ist noch heute nicht leicht zu erfassen - bestätigt Steffen Wurzel, seit fünf Jahren ARD-Korrespondent in Shanghai. Doch wo Dethard Fissen 1987 Studierende kennen lernte, die an Demokratie interessiert und demonstrationswillig waren, hat sich die Lage inzwischen geändert. Nachdem 1989 die Demonstrationen am Tian An Men Platz blutig niedergeschlagen wurden ist der Widerstand gebrochen. Man hat sich generell arrangiert - und spricht möglichst wenig über die Vergangenheit. Nicht über die Studentenunruhen, nicht über Maos Kulturrevolution, die Hunderttausende das Leben gekostet hat. China will modern - auch westlich sein China will modern - auch westlich sein - schottet sich aber gleichzeitig wieder viel mehr ab als in den 80er-Jahren, bilanziert Steffen Wurzel im Gespräch mit Juliane Eisenführ. Geblieben sei allerdings der Stolz. Nach wie vor beschwöre man gerne die großartige Vergangenheit des alten China. Der Kontrast zwischen der Reportage von 1987 und den Verhältnissen von heute ermöglicht eine faszinierende Zeitreise.
Aug 22, 2021
Die Sundarbans - Der größte Mangrovensumpf der Welt
00:26:58
Von Achim Nuhr Im Grenzgebiet von Indien und Bangladesch, wo mächtige Flüsse in den Golf von Bengalen münden, liegen die Sundarbans. In dem größten Mangrovensumpf der Welt leben fast fünf Millionen Inder sowie zwei Millionen Bangladeschis, viele von ihnen auf überfüllten Inseln. Weil der Meeresspiegel steigt, bröckelt ihre Heimat: Mehrere Inseln versanken bereits komplett im Meer, weitere könnten in den nächsten Jahren folgen. Tausende Familien verloren bereits ihre Äcker, die Vereinten Nationen erklärten sie zu Umweltflüchtlingen. Der Autor bereiste die Sundarbans und fragte Einwohner und Experten nach der Zukunft der Region, die nur 80 Kilometer unterhalb der Millionenstadt Kalkutta beginnt.
Aug 13, 2021